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Archiv: News der Kreishandwerkerschaft 2010

Berufe rund ums Auto bleiben attraktiv
Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft / 321 neue Junggesellen geehrt

Bruchsal (mjo). Die Region ist um 321 qualifiziert ausgebildete Junghandwerker reicher geworden. Ihnen zu Ehren lud die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe am Freitagabend ins Gewerbliche Bildungszentrum Bruchsal zur Freisprechungsfeier. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann freute sich, dass die Zahl der Gesellen in diesem Jahr um 72 höher liegt als im vergangenen Jahr. "Wir haben eine Rekordzahl", sagte er. Im Übrigen war auch die Zahl der Besucher mit über 800 rekordverdächtig.

Unter den 321 Junggesellen sind 237 Männer und 84 Frauen. Den größten Anteil bei den Frauen halten die Friseurinnen; es sind 57. Bei den jungen Männern dreht sich nach wie vor am liebsten alles um Auto. So ist der stärkste Beruf der des Kraftfahrzeugmechatronikers; 42 haben ihn gewählt. Mit 38 Junggesellen und drei Gesellinnen kam der Tischlerberuf auf Platz zwei der beliebtesten Berufe.

Welch hohen Stellenwert die Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft in der Region genießt, ließ sich leicht an der hohen Zahl der Gäste aus Politik, Verwaltung, Schule und Wirtschaft ableiten. Landrat Christoph Schnaudigel, die Bruchsaler Oberbürgermeisterin Cornelia Petzold-Schick und auch der SPD-Landtagsabgeordnete Walter Heiler gratulierten den Junggesellinnen und Junggesellen herzlich zur bestandenen Gesellenprüfung. Gleichzeitig erinnerten sie daran, dass das Lernen jetzt keineswegs ein Ende hat, sondern erst richtig beginnt.

Wie man sein Leben anpacken kann, wenn man nur zielstrebig und mit Gottvertrauen rangeht, berichtete Bernd Gnann, Intendant des Karlsruher Kammertheaters und aus dem Fernsehen bekannter Schauspieler. Man hätte fast eine Stecknadel fallen hören, als er so einige Episoden aus seinem Leben erzählte.

Geehrt wurden am Ende schließlich 17 Jugendliche, die einen Spitzenplatz beim Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend erreicht hatten, sowie 26 Frauen und Männer, die bei der Gesellenprüfung mit besten Noten abgeschnitten haben. Einen Sonderpreis gab es für die drei Bestplazierten: Den Tischler Nico Beerbaum aus Karlsruhe, ausgebildet bei Neumayer und Feller in Ettlingen, den Tischler Manuel Kraus, aus Au am Rhein, ausgebildet im KIT Campus Süd, sowie die Maler- und Lackiererin Meike Nofer, ausgebildet von Volker Nofer in Bad Herrenalb. Die spritzige musikalische Umrahmung lag in Händen des "Showchor con Trast" unter der Leitung von Walter Seitz. Moderator des Abends war Thomas Brockmann.

Freisprechung 2010

Bild oben: DIE BESTEN von 321 neuen Gesellen im Handwerk präsentierten sich nach der Freisprechungsfeier im Gewerblichen Bildungszentrum Bruchsal zusammen mit dem stellvertretenden Kreishandwerkmeister Gerhard Feldmann (rechts).

Freisprechung 2010 Freisprechung 2010 Freisprechung 2010 Freisprechung 2010

Impressionen der Freisprechungsfeier 2010


Veranstaltung des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft Karlsruhe" am 23.11.2010 - Lackiererei Heiler GmbH, Waghäusel stellt den Beruf des Lackierers vor

In diesem Jahr hat sich mit der Lackiererei Heiler GmbH in Waghäusel wieder ein mittelständischer Handwerksbetrieb den Vertreterinnen und Vertretern des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" geöffnet. Die Firma Heiler GmbH ist ein innovativer und moderner Betrieb im Bereich des Lackiererhandwerks. Die Firma Heiler GmbH hat zwei Betriebsstätten in Waghäusel und in Germersheim.

Die Firma Heiler hat seit 1949 über 60 männliche und weibliche Lehrlinge ausgebildet. Zur Zeit sind 15 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter bei der Firma Heiler beschäftigt. Die Firma Heiler ist ein "Top-Fachbetrieb" auf dem gesamten Gebiet der Lackierungen. So werden neben Fahrzeuglackierungen der klassischen Art, Sonderlackierungen an Autos, Flugzeugen, Motorrädern, die Lackierung und Aufarbeitung von Oldtimern, die Lackierung von Großfahrzeugen (z.B. LKWs) auf allen Gebieten, Lackierungen von Industrieteilen und Design-Lackierungen vorgenommen. Die Leistungen eines modernen Lackierbetriebes beginnen bereits vor der Reparatur der Fahrzeuge. Von der Schadenskalkulation des Fahrzeuges bis zur unsichtbaren Reparatur der Beschädigung werden alle notwendigen Schritte für den Kunden erledigt. Ein Hol- und Bring-Service ist selbstverständlich, ebenfalls die zur Verfügungstellung eines Ersatzfahrzeuges während der Dauer der Reparatur.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft Karlsruhe" haben bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit gehabt, hinter die Kulissen der modernen Lackiererei Heiler GmbH und seiner Arbeitsräume zu schauen. Herr Herbert Heiler, sein Bruder und sein Sohn haben eindrucksvoll den Beruf des Lackierers vorgestellt. Herr Heiler erläuterte dabei den Anwesenden, welche Eigenschaften und Vorbildung für diesen Beruf mitgebracht werden sollte.

Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" haben bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit gehabt, einen Einblick in die Leistungsfähigkeit und Vielfalt des Unternehmens der Lackiererei Heiler GmbH zu erhalten.

Herr Kreishandwerksmeister Hoffmann hat bei seinem Dank an Herrn Herbert Heiler darauf abgehoben, dass es nach Auffassung der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe sehr wichtig ist, dass den Mitgliedern des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" auch im Bereich des Handwerks Einblick in die Berufswelt und in die Chancen und Möglichkeiten des Handwerks gegeben wird. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in diesem Jahr bleibende Eindrücke über ein wie wir meinen "Vorzeigeunternehmen" des Handwerks mitnehmen dürfen.

Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2010 Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2010 Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2010 Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2010

Fotos: wa / khs


Lob für Kreishandwerk

Handwerker am Energieportal im Internet beteiligt
Karlsruhe (mjo) Gestaltungskraft, hohe Ausbildungsbereitschaft und Flexibilität bescheinigte Karlsruhes Bürgermeister Wolfram Jäger der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe bei deren Jahreshauptversammlung in den Räumen der AOK Mittlerer Oberrhein.

Der Landtagsabgeordnete Werner Raab (CDU) fordert die Handwerksmeister auf, die demografische Entwicklung zu beachten und weiter für qualifizierten Nachwuchs zu sorgen.

Ingo Zenkner, der neue Chef der Agentur für Arbeit in Karlsruhe, bot an, das Handwerk mit Gesprächen und Strategien in die neue Zeit zu begleiten. "Die Krise ist vorbei", sagte er. Kreishandwerkmeister Friedrich Hoffmann unterstrich die Anstrengungen des Handwerks, mit dem Spagat zwischen traditioneller und moderner Technik zukunftsfähig zu sein. Die Kreishandwerkerschaft sei den dem Internetportal www.energieregion-karlsruhe.de beteiligt. Darin werde der Weg zu qualifizierten Beratern und Ansprechpartnern aufgezeigt. Breiter Raum wurde dem Vortrag von Michael von Prollius gegeben. Der Publizist stellte darin die Glaubwürdigkeit der Politik auf den Prüfstand.

Jahreshauptversammlung 2010 Jahreshauptversammlung 2010 Jahreshauptversammlung 2010 Jahreshauptversammlung 2010

Ist Politik noch glaubwürdig?

Kurzfassung des Vortrags vor der Kreishandwerkerschaft am 11.11.2010
von Michael von Prollius

Politiker haben einen drastischen Glaubwürdigkeitsverlust erlitten. Kaum eine Berufsgruppe ist so schlecht angesehen. Zugleich haben sich Politiker noch nie so sehr in unser Leben eingemischt wie heute: Von der Durchleuchtung unserer Bankkonten, über das Beleuchtungsverbot für Glühbirnen bis zu Vorschriften und Moralpredigten für eine gesunde, umweltbewusste Lebensweise reicht der lange Arm des Staates, ganz zu schweigen von den unüberschaubaren Vorschriften im Berufs- und Wirtschaftsleben. Eine unverantwortliche Finanzpolitik zu Gunsten von Interessengruppen mit Abwrackprämien, Transferzahlungen für bankrotte Regierungen anderer Staaten und durch Steuerzahler mitfinanzierte Bankerboni lassen den Volkszorn kochen.

Paradoxerweise richten sich die Hoffnungen der Menschen auf eine Lösung unserer vielfältigen, aufgestauten Probleme durch eben jene unglaubwürdigen Politiker. Das vermeintlich kleinere Übel erweist sich schnell als ein großes. Selten erschallt hingegen der Ruf, die Politik soll nicht handeln.
Tatsächlich reift ein Mensch, wenn er aufhört zu glauben, dass Politiker seine oder die Probleme anderer Menschen lösen können. In der Regel ist es das Beste, wenn die Regierung nichts tut. Das lehren Geschichte und Moralphilosophie gleichermaßen. Die Kluft zwischen politischen Absichten und Resultaten ist unüberbrückbar. Bekanntlich sind die Versprechen der Politiker von heute die Steuern von morgen.

Ist Glaubwürdigkeit das Problem?
Glaubwürdigkeit bezeichnet das Ausmaß der Bereitschaft, die Aussage einer anderen Person als gültig zu akzeptieren. Synonym verwendet werden Adjektive wie ehrlich, überzeugend, aufrichtig, plausibel, zuverlässig und vertrauenswürdig. Ein Glaubwürdigkeitsproblem könnte in zweierlei Hinsicht bestehen:
1. Die Bürger sind immer weniger bereit, die Aussagen der Politiker als gültig zu akzeptieren.
2. Die Aussagen der Politiker erweisen sich immer weniger als gültig.
Aussage 1 steht im Widerspruch zu der verbreiteten Erwartung, die Politik soll die Probleme lösen, die Regierung müsse handeln, der richtige politische Führer werde es richten. Zugleich sorgen insbesondere neue Medien wie Blogs und soziale Netzwerke dafür, dass Aussagen von Politikern stärker hinterfragt werden. Aussage 2 steht im Widerspruch zum Charakter von Politik. Nicht erst seit Adenauer gilt: Was interessiert mich mein Geschwätz von gestern.

Das Glaubwürdigkeitsproblem liegt auch bei den Politikern, aber zunächst bei uns selbst.
Unsere Forderungen sind unglaubwürdig. Unsere Erwartungen sind unrealistisch. Weite Kreise der Bevölkerung leben nach einer Auffassung, die der französische Publizist Fréderik Bastiat Mitte des 19. Jahrhunderts wie folgt kritisierte: "Der Staat ist die große Fiktion, nach der jedermann glaubt, auf Kosten jedermanns leben zu können." Das gilt im Großen wie im Kleinen, deshalb ist die Politik heute allzuständig. Zwar nörgeln viele Wähler, aber sie tolerieren die Eingriffe in ihr Leben.
Nur wenige Menschen fragen: Warum sollten Politiker moralischer handeln, stärker das Gemeinwohl verfolgen, weniger Karriere orientiert sein als andere Menschen? Und wie sollen sie mit Hilfe von Experten auch noch über ein überlegenes Wissen verfügen können? Der kolumbianische Denker Nicolàs Gómez Dávila war überzeugt: "Die Schirmherrschaft über die Armen zu übernehmen war in der Politik immer das sicherste Mittel, sich zu bereichern."

Recht und Freiheit statt Zwang
Der Vorrang der Politik führt dazu, dass Kapitalbildung und Investitionen niedriger ausfallen, struktureller Wandel verzögert oder gar verhindert wird und die Staatsverschuldung durch permanente Haushaltsdefizite kontinuierlich ausgeweitet wird. Das liegt daran, dass Regierungen und Staatsapparate systematisch auf Zwang setzen, um ihre Ziele zu erreichen - anders als Märkte, die auf dem freiwilligen Tausch zu beiderseitigem Vorteil beruhen. Das Ergebnis ist ein anderer Ressourceneinsatz und eine andere Ressourcenverteilung als sie unter freiwilligen Bedingungen zustande gekommen wäre. Leider gilt über die Wirtschaft hinaus fast immer: Politik spaltet, aber auch: freier Austausch verbindet.
Die Alternative zur Herrschaft durch Gesetze ist die Herrschaft des Rechts. Es besteht ein substantieller Unterschied zwischen Recht und Gesetz. Recht umfasst die Regeln und Verhaltensweisen, die sich in einem Entdeckungsverfahren durch das Handeln von Menschen, ihre Traditionen und Erwartungen herauskristallisieren, z.B. die 10 Gebote und ehrbares kaufmännisches Verhalten. Gesetze sind von staatlichen Organen erlassene verbindliche Rechtsnormen. Im Idealfall gießt der Gesetzgeber lediglich etabliertes Recht in Gesetze, im ungünstigen Fall schafft er Unrecht. Viele der rund 80.000 Gesetze und Vorschriften, die ein deutscher Bürger heute tagtäglich einhalten muss, widersprechen dem gesunden Rechtsempfinden. Und die Gesetze werden nicht dadurch besser, dass sie von einer Mehrheit gegen eine Minderheit beschlossen wurden.

Entpolitisieren als Alternative
Wohin führt uns das? Die Lösung kann nicht mehr Politik, sondern nur weniger Politik sein. Die Bürger machen von dieser Lösung bereits Gebrauch - durch die drei klassischen Strategien Exit, Voice und Loyalty. Das bedeutet Abwanderung, Protest und Illoyalität, etwa durch Schwarzarbeit, Steuerhinterziehung, Wahlenthaltung und Bespötteln der Politiker.
Entpolitisieren heißt aber auch Entsagen, etwa den Dienstleistungen der Regierung, und politische Funktionäre meiden. Stattdessen lohnt sich das dezentrale Engagement vor Ort auf der Gemeinde- und Kreisebene, jenseits etablierter Parteien. Ohnehin verläuft die natürliche Ordnung einer Gesellschaft von unten nach oben - nonzentral. Entscheidungen gehören auf die Gemeindeebene, auf die kleinste Verwaltungseinheit. Regionen stehen im Wettbewerb.
Die Regierung sollte so klein wie möglich sein - so dezentral und lokal wie möglich. Politik ist zunächst prinzipiell nicht zuständig. Bürger lösen eigenverantwortlich ihre Herausforderungen. Der Staat trägt lediglich dafür Sorge, dass Glücks- und Wohlfahrtsvorstellungen verschiedener Menschen nebeneinander bestehen können.
Freiheit ist allerdings anstrengend. Denn es bedeutet, Freiheit zu ertragen und damit auch Verantwortung. Zugleich ist Freiheit nicht nur ein Ideal. Freiheit ist "ein universeller Schlüssel zu Lösung der wichtigsten Probleme des menschlichen Zusammenlebens" (Rolf W. Puster).


  • Großes Interesse bei einer Exkursion der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe

    Auf Einladung der EnBW - Energie Baden-Württemberg führte die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe am Freitag den 22. Oktober 2010 eine Exkursion zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe durch. Eingeladen waren dazu unter anderem die Vertreterinnen und Vertreter aller Innungen und die Umweltbeauftragten der einzelnen Innungen. Die Resonanz zu dieser angebotenen Besichtigung des Rheinhafen-Dampfkraftwerks war außerordentlich hoch, so dass nicht alle Interessierte an dieser Veranstaltung teilnehmen konnten. Insgesamt 38 Personen nahmen an der sehr informativen und interessanten Exkursion teil. Die Vertreter der EnBW erläuterten zunächst anhand von einem Filmbeitrag die Einzelheiten zum Kraftwerkneubau. Einführung in die Kraftwerktechnik und die Umweltschutzeinrichtungen wurden am Modell zusätzlich erläutert. Bei der Besichtigung hatten die Teilnehmer die Gelegenheit das weitläufige Areal des Rheinhafen-Dampfkraftwerks Karlsruhe zu begehen. Hierbei wurden auch die Funktionen der in Betrieb befindlichen Anlagen und deren Maschinen eindrucksvoll erläutert.

    Den Abschluss bildete ein Besuch auf dem jetzt im Betrieb befindlichen Reaktorgebäude. In einer Höhe von ca. 100 m hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer einen sicherlich unvergesslichen Blick über Karlsruhe, die angrenzenden Gemeinden, den Schwarzwald und den Pfälzer Wald.

    Exkursion zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe Exkursion zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe Exkursion zum Rheinhafen-Dampfkraftwerk Karlsruhe

  • Informationsveranstaltung über die Chancen und Risiken der Kombilösung in Karlsruhe für das Handwerk

    Unter dem Thema "Die Kombilösung … und das Handwerk" stand eine Informationsveranstaltung über die Chancen und Risiken der Großbaustelle "Kombilösung für die Handwerker". Die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe, die Handwerkskammer und die KASIG - Karlsruher Schieneninfrastruktur-Gesellschaft in Karlsruhe haben am Donnerstag, den 16.09.2010 um 18.00 Uhr diese Informationsveranstaltung speziell für die regionalen Handwerker im Info-Pavillon "K-Punkt" in Karlsruhe am Ettlinger Tor durchgeführt.

    Nach der Begrüßung durch Herrn Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann hat Herr Dipl.-Ing. (FH) Uwe Konrath von der KASIG die Teilnehmerinnen und Teilnehmer ausführlich über die Kombilösung informiert. Es wurde das Bauvorhaben insgesamt, die einzelnen Bauabschnitte und der Zeitplan vorgestellt. Die Chancen und Risiken für das Handwerk bei der Auftragsvergabe, bei den eintretenden Verkehrsbeschränkungen und Sperrungen im öffentlichen Verkehrsraum, eventuellen Umsatzeinbußen und daraus resultierende Entschädigungen wurden ausführlich erläutert. Die Moderation dieser Veranstaltung wurde durch Herrn Joachim Walter von der Handwerkskammer Karlsruhe übernommen.

    Im Anschluss an die sehr rege Diskussion bestand die Möglichkeit, den Info-Pavillon "K-Punkt" zu besichtigen. Hier stand Herr Mangold den Interessierten für ihre Fragen und für Erläuterungen zur Verfügung.

    Informationsveranstaltung 2010 Informationsveranstaltung 2010 Informationsveranstaltung 2010 Informationsveranstaltung 2010

  • Handwerkerfrühschoppen der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe: Modellbrücke im Ausbildungszentrum Bauwirtschaft hält politischem Gewicht stand

    Da staunten die Gäste des Handwerkerfrühschoppens im Ausbildungszentrum Bauwirtschaft Karlsruhe nicht schlecht: Eine Modellbrücke von Studenten und Auszubildenden hielt dem Gewicht von Baubürgermeister Michael Obert, Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil und einer ganzen Reihe von Führungskräften aus dem Handwerk stand.

    Trotz der heißen Temperaturen gesellten sich viele Vertreter aus Handwerk, Wirtschaft, Politik und Schule zum ersten Handwerkerfrühschoppen der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe (KH) im Ausbildungszentrum. Bereits 2006 und 2008 hatte die Kreishandwerkerschaft die traditionsreiche Gesprächs- und Informationsrunde wieder ins Leben gerufen.

    Namenhafte Gäste wie die Bundestagsabgeordneten Karin Binder (Die Linke) und Ingo Wellenreuther (CDU) ließen sich den Handwerkerfrühschoppen nicht entgehen. Im ungezwungenen Rahmen wurden Kontakte gepflegt und intensive Gespräche geführt. Für das leibliche Wohl sorgten die KH und das Ausbildungszentrum mit einem zünftigen Vesper sowie Kaffee und Kuchen.

    Nach der Begrüßung durch Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann und KH-Geschäftsführer Engelbert Wangler hob Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauwirtschaft Nordbaden, in seiner Ansprache die Bedeutung der beiden Ausbildungszentren des Verbands in Karlsruhe und Mannheim hervor. "2010 haben wir hier in Karlsruhe einen 6-stelligen Betrag in neue Gerätschaften investiert", sagte Möller.

    Mit einer Führung durch das Ausbildungszentrum gab Zentrumsleiter Jörg-Lutz Ruschke einen detaillierten Einblick in das Herzstück der Institution, die 160 Lehrlinge in 7 Berufen ausbildet. Fort- und Weiterbildungen werden dort ebenso angeboten. Kooperationen wie mit der Hochschule für Wirtschaft und Technik sorgen im Ausbildungszentrum derzeit für die ausgestellten Modellbrücken. "Studenten der 4. und 5. Semester und Auszubildende unseres Hauses haben 2010 sechs verschiedene Brückenmodelle konstruiert und angefertigt", erläuterte Ruschke.

    Mit der Nebenius-Schule und der Grund- und Hauptschule in Linkenheim gebe es im Rahmen des landesweiten Projekts "Wirtschaft macht Schule" weitere Kooperationen. "In dieser Woche starten wir eine Zusammenarbeit mit dem KIT", kündigte Ruschke an.

    Joachim Wohlfeil, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, wertschätzte die Wiederaufnahme des Handwerkerfrühschoppens: "Mit dieser Veranstaltung werden die persönlichen Gespräche aufrechterhalten". In Zeiten des demographischen Wandels müsse die Jugend wieder für das Handwerk, "Rückgrat der deutschen Wirtschaft", motiviert werden. "Ob das Engagement von Handwerkern im Stadtrat oder die städtische Auftragsvergabe an das Handwerk in der Region - die Stadt und das Handwerk haben sehr viele Berührungspunkte", würdigte auch Bau-Dezernent Obert.

    Handwerker-Frühschoppen 2010

    Bild: Freuten sich darüber, dass die Modellbrücke im Ausbildungszentrum Bauwirtschaft Karlsruhe beim Handwerkerfrühschoppen den Statik-Test bestand (von links): Engelbert Wangler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauwirtschaft Nordbaden, Joachim Wohlfeil, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, Baubürgermeister Michael Obert und Zentrumsleiter Jörg-Lutz Ruschke.


  • Frühjahreshauptversammlung und Obermeistersitzung der KH

    Bei der Frühjahreshauptversammlung / Obermeistersitzung der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe am Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 19.00 Uhr im Gesundheitszentrum der Innungskrankenkasse Karlsruhe standen neben den Regularien und zwei Vorträgen eine besondere Ehrung auf der Tagesordnung.

    Herr Obermeister Wolfgang Schmitt von der Elektro-Innung Karlsruhe wird für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe und als Finanzvorstand gewürdigt. Herr Obermeister Schmitt erhält in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das Handwerk, insbesondere als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe eine Ehrenurkunde und wird in den Ehrenrat der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe aufgenommen. Dies wird von den anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsinnungen ausdrücklich begrüßt. Herr Hoffmann erläutert noch kurz die ehrenamtlichen Tätigkeiten von Herrn Obermeister Schmitt für die Kreishandwerkerschaft.

    Die beiden Vorträge werden von Herrn Peter Marggrander und Herrn Geschäftsführer Operativ Gerhard Volz gehalten.

    Herr Peter Marggrander von der Company Care Consultants Gesellschaft zur Beratung des Mittelstands mbH gibt zu Beginn seiner Ausführungen Informationen über seine Person und seinen Werdegang. Er stellt dann die Frage "Gibt es eine Kreditklemme - ja oder nein?". In seinen weiteren Ausführungen erläutert Herr Marggrander vor allem die unterschiedliche Sichtweise von Seiten der Banken und der mittelständischen Betriebe.

    Nach Angaben von Herrn Marggrander hat sich das Verhältnis der Banken zu ihren Kunden verändert. Dazu hat u.a. die Finanzmarktkrise, die Ausweitung des Ratings, Basel II usw. beigetragen. Er weist auch darauf hin, dass vor allem Unternehmen aus Risikobranchen Probleme haben, Kredite zu erhalten. Seine Handlungsempfehlung bei der Beantragung von Krediten ist, dass das Unternehmen transparent und offensiv die Verhandlungen mit den Banken führt. Die Umsatz- und Ertragsplanung muss detailliert dargestellt werden.

    Als Resümee seiner Ausführungen weist Herrn Marggrander darauf hin, dass sich die Bankenlandschaft verändert hat. Formal besteht zwar nach seiner Auffassung keine Kreditklemme. Die Anforderungen an die Gewährung von Krediten wird jedoch restriktiver gehandhabt.

    Herr Geschäftsführer Operativ Gerhard Volz von der Agentur für Arbeit Karlsruhe informiert die Anwesenden über das Thema "Arbeitsmarktentwicklung, Ausbildungsmarktentwicklung und Kurzarbeit". In seinen Ausführungen hob Herr Volz vor allem hervor, dass im letzten Jahr im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe ein Rückgang der abgeschlossenen Lehrstellen im Handwerk festzustellen war. Er appellierte an die Anwesenden und an die Mitgliedsbetriebe der Innungen, jetzt noch auszubilden, da in den kommenden Jahren die Anzahl an Lehrlingen und damit an Facharbeitern zurückgehen wird. In diesem Zusammenhang wurde auch über die zur Zeit laufende Imagekampagne des Handwerks informiert.

    Herr Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann ging neben den üblichen Regularien in einem ausführlichen Bericht stichpunktartig auf die vielfältigen Aktivitäten der Kreishandwerkerschaf Region Karlsruhe ein. Ein besonderes Thema seiner Ausführungen war in diesem Jahr der neu gegründete Arbeitskreis "Energie und Umwelt" der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe. In diesem Zusammenhang hob Herr Hoffmann die Zusammenarbeit mit den Energie- und Klimaschutzagenturen für die Stadt Karlsruhe und den Landkreis Karlsruhe besonders hervor.

    Die an diesem Abend gebotenen Vorträge der Gastreferenten und die Ausführungen von Herrn Kreishandwerksmeister Hoffmann fanden bei den Anwesenden großen Anklang. Herr Hoffmann bat die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Innungen um Anregungen und Vorschläge für die weitere Arbeit und das Engagement der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe.

    Jahreshauptversammlung Obermeistersitzung 2010 Jahreshauptversammlung Obermeistersitzung 2010 Jahreshauptversammlung Obermeistersitzung 2010 Jahreshauptversammlung Obermeistersitzung 2010

  • Handwerksberufe präsentiert

    Fast 1.600 Schüler kamen zum Tag der Berufsinformation in die Bildungsakademie

    Karlsruhe (mjo) Die Bildungsakademie des Handwerks in der Hertzstraße scheint aus allen Nähten zu platzen. Durch Gänge, Werkhallen, Unterrichtsräume und in die Kantine drängeln sich fast 1 600 Schülerinnen und Schülern aus rund 65 Schulen im Stadt- und Landkreis, die das Haus mit Stimmengewirr und quirligem Leben erfüllen. Es ist Tag der Berufsinformation im Handwerk, veranstaltet von der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe zusammen mit der Handwerkskammer.

    Die Jugendlichen, die fast alle in Begleitung ihrer Lehrer angereist sind, erhalten Einblick in 23 Berufsfelder. Von B wie Bäcker bis Z wie Zimmerer reicht der Bogen. Darunter befinden sich nicht nur Dachdecker, Elektroniker, Kraftfahrzeugmechatroniker und Schreiner, sondern auch das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim mit den Wasserbauern. Letztere sind mit zwei Ansprechpartnern aus dem Außenbezirk Karlsruhe vertreten. Die 14 beteiligten Innungen entsandten nicht nur Ausbilder sondern auch Auszubildende "Unsere jugendlichen Ansprechpartner sollen den Schülern die Scheu nehmen, genauer nachzufragen", erklärt Engelbert Wangler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.

    Barbara Stein, Klassenlehrerin der Neunten an der Pestalozzi-Schule in Durlach, ist angetan von der Veranstaltung. "Eine gute Sache. Sie vermittelt den Schülern einen Einblick außerhalb der Theorie." In der Abteilung der Konditoren bestaunt eine Gruppe Mädchen aus der Anne-Frank-Schule in Oberreut Pralinen, Kuchen und Kaffeegebäck. "Nein", für den Beruf interessieren sich jedoch nicht.

    Silvia Müller, Klassenlehrerin der achten Klasse an der Riedschule in Rüppurr, bemängelt, dass an der Bildungsakademie fast nur sogenannte Männerberufe präsentiert werden. "Friseurin, was für viele Mädchen an oberster Stelle der Wünsche rangiert, ist ebenso wenig vertreten, wie die Schneiderei oder der Kosmetikbereich." In der üppig mit Stoffen, Sesseln und Nähgerät ausgestatteten Raumausstatterwerkstatt finden denn doch viele Mädchen einen reizvollen Ersatz. Anziehungspunkt Nummer eins für die Jungen ist die Kfz-Werkstatt.

    Im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe waren im vergangenen Jahr 2 793 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden, das sind 183 weniger als 2008. In allen drei Lehrjahren wurden in 3 847 Betrieben 7 510 Jugendliche ausgebildet, darunter 23,5 Prozent Mädchen.

    Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010

    Bilder oben: 1) Dachdecker 2) Kfz-Mechatroniker 3) Konditoren 4) Zimmerer Fotos: PR/mjo:

    Impressionen vom Tag des Handwerks:

    Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010 Tag der Berufsinformation des Handwerks 2010


  • Empfang anlässlich des 60. Geburtstages von Herrn Geschäftsführer Engelbert Wangler

    Die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe gab anlässlich des 60-jährigen Geburtstages von Herrn Geschäftsführer Engelbert Wangler einen Empfang im kleinen Kreis. Auf Wunsch von Herrn Wangler selbst wurde der Kreis der Eingeladenen auf den Vorstand der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe, die Obermeister mit Geschäftsführung bei der Kreishandwerkerschaft und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft beschränkt. In einer kurzen Ansprache ging Herr Kreishandwerksmeister Hoffmann auf die Verdienste von Herrn Wangler für die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe, die angeschlossenen Innungen und das Handwerk insgesamt ein. Mit launigen Worten gab Herr Wangler Informationen seiner Ansicht über das "Alter". Er bedankte sich bei allen Anwesenden für ihr Kommen und die überbrachten Glückwünsche anlässlich seines Geburtstages.

    60. Geburtstag: GF Engelbert Wangler 60. Geburtstag: GF Engelbert Wangler 60. Geburtstag: GF Engelbert Wangler

    Fotos: khs


  • Goldene Meisterbriefe
    36 Altmeister in einer Feier geehrt/ 14 Bäcker dabei


    Für 36 Handwerksmeister aus Karlsruhe und der Umgebung war es ein ganz besonderes Fest: Die Übergabe der goldenen Meisterbriefe bei einer Feierstunde im neuen Gebäude der Volksbank Karlsruhe. Die Kreishandwerkerschaft für die Region Karlsruhe ehrt damit seit einigen Jahren ihre Goldjubilare für deren besondere Verdienste um das Handwerk.
    Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann und Ehrenkreishandwerksmeister Harro Leverkus übergaben die gerahmten Urkunden. Angeführt wurde die Liste der Geehrte von 14 Bäckermeistern, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Es folgten acht Schreinermeister, zwei Dachdecker, zwei Friseure, zwei Maurer, zwei Zimmerer und je ein Blechner, Elektroinstallateur, Fleischer, Kürschner, Schlosser und Stakkateur.
    Der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Groh räumte in seiner Festrede ein, dass es der Regierung noch nicht gelungen sei, die Belastung durch die Bürokratie in den Betrieben spürbar zu verbessern. Besonders angetan zeigte er sich von der Ausbildungsleistung der Handwerker in der Region.
    Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann wies auf die Aufgabe des Handwerks als Nahversorger hin, der nach dem Sturm "Xynthia" vor allem den sturmgeplagten Hausbesitzern sei nützlich sei. Harro Leverkus, Ehrenkreishandwerksmeister und Ehrenpräsident der Handwerkskammer, gratulierte den Altmeistern zu ihrer Lebensleistung und erinnerte an Tugenden wie Fleiß und Qualitätsbewusstsein. Einen kleinen Einblick in die Wunderwelt der modernen Gebäudetechnik gab Volksbankdirektor Hubert Meyer, "Geothermie und Photovoltaik zusammen ergeben eine Null-Energiebilanz", rechnete er vor. Ohne qualifiziertes Handwerk sei das alles nicht möglich, so Meyer.

    Goldener Meisterbrief 2010

    Foto: Goldjubilare in der neuen Volksbank: Die Kreishandwerkerschaft verlieh goldene Meisterbriefe an Handwerker, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung gelegt haben. Foto: mjo


  • Rede von Herrn Manfred Groh zur Zentralen Feier der Verleihung der "Goldenen Meisterbriefe"

    Sehr geehrter Herr Kreishandwerksmeister Hoffmann,
    sehr geehrter Herr Geschäftsführer Wangler,
    sehr geehrter Herr Ehrenbürger Prof. Dr. Gerhard Seiler,
    sehr geehrter Herren Kollegen Bürgermeister Heiler und Hockenberger
    sowie Ex–Landtagskollege Günter Fischer
    sehr geehrte Meister,
    meine sehr geehrte Damen und Herren,

    es ist mir eine große Freude, dass ich heute bei der zentralen Feier der Verleihung der Goldenen Meisterbriefe der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe teilnehmen kann und die Festrede halten darf.
    Es ist das zweite Mal, dass ich zur Feierstunde zur Verleihung der Goldenen Meisterbriefe eingeladen wurde. Das erste Mal war es auch bei der Volksbank Karlsruhe, damals aber noch in der Schalterhalle am Marktplatz. Das Gebäude ist mittlerweile verkauft, wird derzeit umfangreich saniert und für andere Zwecke hergerichtet. Heute Abend treffen wir uns hier in der neuen Volksbank und wie ich glaube, an einem richtig gelungenen und repräsentativen Neubau. Ein würdiger Rahmen, den Sie sich gewissermaßen selbst geschaffen haben, denn der Bau lebt immer noch in sehr hohem Maße von der Handwerkskunst, von Ihrem Können liebe Meister.
    Festtage wie dieser sind wie Lesezeichen im Kalender unseres Lebens: Sie heben Wichtiges hervor. Sie stellen besondere Ereignisse in einen größeren Zusammenhang, und natürlich nicht zuletzt: Sie sind ein Grund zur Freude. Einen Grund zur Freude haben vor allem Sie, liebe Handwerksmeister, Ihre Angehörigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
    Liebe Gäste, mit dem Wort Meister verbindet jeder etwas. Der eine denkt an die alten Meister im Museum, der nächste möglicherweise an den Fußballmeister oder ganz aktuell an den Olympiameister. Und wieder ein anderer vielleicht sogar an den Meisterdieb.
    Eines haben alle Meister gemeinsam: Sie gehören zu den Besten vom Fach. Das gilt auch für Sie, liebe Handwerksmeister.Sie haben seit einem halben Jahrhundert bewiesen, dass Sie Ihre Handwerkskunst beherrschen und dass Sie Freude daran haben. Ihr Meisterbrief bescheinigt das. Ihre Meisterstücke bezeugen es. Darum zunächst einmal: Ganz herzlichen Glückwunsch dazu! Sie haben es verdient, sich heute einmal richtig feiern zu lassen. In den 50 hinter Ihnen liegenden Jahren haben Sie hart gearbeitet. Sie haben Ihr handwerkliches Können, das Sie als Lehrlinge erworben und als Gesellen vertieft haben, immer weiter verbessert und gesteigert. Und Sie haben jede Menge gerechnet, gelesen und gelernt, um auch die zweite Herausforderung eines Handwerksmeisters, die kaufmännische Seite, bestehen zu können.
    Ich weiß wohl, dass eine solche Zeit nicht immer einfach war und ist. Da gibt es immer auch Momente, in denen man frustriert ist: über die Grenzen des eigenen Leistungsvermögens, die Größe der Herausforderung oder vielleicht auch einmal über die Kollegen. Sie haben mit Ausdauer, Fleiß und Leistungswillen durchgehalten.
    Den Lohn dafür bekommen Sie heute. Und darauf können Sie stolz sein!
    Mein Glückwunsch und Dankeschön geht auch an Sie, liebe Familienangehörige und Freunde. Sie haben über die gesamte Zeit hinweg immer wieder den Rücken gestärkt, Mut gemacht und wahrscheinlich oft auch einmal selber zurückgesteckt, Damit haben auch Sie einen wichtigen Beitrag zum heutigen Erfolg geleistet.
    Meine Damen und Herren,
    das Handwerk stellt 30 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland: Diese Ausbildungsleistung ist vorbildlich. Die Ausbildungsquote von 10 Prozent ist weit überdurchschnittlich. Sie wird erreicht, weil Handwerksbetriebe auch über den.eigenen Bedarf hinaus ausbilden. Ich hoffe liebe Vertreter des Handwerks, Sie werden diese Tradition fortsetzen. Geben Sie Ihr Wissen und Ihr Können weiter!
    Geben Sie der nächsten Generation die gleichen Chancen, die andere Ihnen gegeben haben und bilden auch Sie in Zukunft aus!
    Es stimmt mich besonders nachdenklich, wenn ich von den jüngsten Veröffentlichungen mit über 10.000 freien Ausbildungsplätzen im Handwerk höre. Dieser Situation müssen wir uns gemeinsam stellen, daran müssen wir gemeinsam etwas ändern, denn auch in unserer Region sind es ca. 200 Ausbildungsstellen. Soweit es an der Schulausbildung liegt, trifft uns Parlamentarier eine ganz große Verantwortung. Ich hoffe, mit der Werkrealschule einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan zu haben. Wir werden weiter an der Fortentwicklung und Verbesserung unseres Schulsystems arbeiten und die Entwicklungen ständig im Auge haben.
    An die handwerklichen Ausbildungsbetriebe appelliere ich, sich den jungen Menschen wie bisher anzunehmen, dabei auch den erzieherischen Bereich nicht zu vernachlässigen. Ganz besonders muss das hohe Qualitätsniveau erhalten und ständig weiter ausgebaut werden. Fördern und Fordern sind auch in der Berufsausbildung immer noch angesagt.
    Werben Sie dazu für Ihre Zunft. Sie alle arbeiten in einem vielfältigen Beruf, der auf wunderbare Weise Tradition erhält und gleichzeitig sehr innovativ Neues schafft. Das Handwerk hat wirklich viele spannende Berufe mit attraktiven, anspruchsvollen Arbeitsplätzen zu bieten.
    Nehmen Sie zum Beispiel das Thema Klimaschutz, das in aller Munde ist. Klimaschutz beginnt im Kleinen – an der eigenen Haustüre. Er beginnt mit dem Energiecheck unserer Häuser und der elektronischen Diagnosetechnik an unseren Autos. Solarzellen werden von Handwerkern installiert. Der Klimaschutz reicht vom Einbau Wärme isolierender Fenster bis zur Wartung computergesteuerter Heizungsanlagen. All diese Leistungen und viele ähnliche mehr werden von Handwerksbetrieben erbracht, oft mit modernster Technik und neuesten Verfahren..Handwerk bietet auch Raum für Kreativität. In vielen Gewerken ist die Trennlinie zur Kunst kaum zu ziehen. Da gibt es den Goldschmied, der eine neue Kette oder einen Ring entwirft und fertigt, den Schreiner, der ein neues Möbelstück erschafft. Das sind nur wenige Beispiele – aber sie zeigen, Handwerk ist eine Kombination aus fachlichem Können und gestalterischer Kreativität. Auch das ist vielen Schulabgängern, die sich für einen Beruf entscheiden, nicht immer bewusst.
    Die individuelle Fertigung von hoher Qualität ist die Stärke des Handwerks. Darin liegt auch weiter seine Zukunft. Denn Qualität ist die schärfste Konkurrenz derDiscountlösungen aller Art. Für die meisten Handwerker ist hohe Qualität eine Selbstverständlichkeit. Wer die Entstehung eines Produkts von Anfang bis Ende in den Händen hält, der identifiziert sich mit seiner Arbeit, will am Ende selbst zufrieden sein.
    Das ist nicht zuletzt eine Frage der „Handwerkerehre“. Der im Handwerk immer noch zentrale Begriff der Ehrbarkeit umfasst aber mehr als die Qualität der eigenen Arbeit. Er spiegelt die zentralen Gedanken der sozialen Marktwirtschaft wider: Freiheit, Eigeninitiative und Leistung einerseits, aber eben auch gesellschaftliche Verantwortung und Solidarität andererseits. In keinem anderen Wirtschaftszweig wird das ehrenamtliche Engagement so hoch gehalten wie im Handwerk. Ohne diesen Einsatz, der die Verantwortung und die Leidenschaft der Handwerker für ihren Berufszweig zeigt, könnten die Innungen und Kammern ihre Aufgaben nicht erfüllen.
    Ohne diesen Einsatz wäre die Ausbildungsleistung im Handwerk nicht möglich. Das bürgerschaftliche Engagement im Handwerk richtet sich aber nicht nur nach innen auf die Pflege und Aufrechterhaltung des eigenen Berufsstandes. Es wirkt weitdarüber hinaus. Ich treffe bei meiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter oder früher als Wirtschaftsbürgermeister oft auf Handwerker, die sich vor ihrer Haustür für die Gemeinschaft engagieren. Da schließen sich Handwerker zusammen und renovieren unentgeltlich eine Kindertagesstätte, andere unterstützen den örtlichen Fußballclub durch Sponsoring und Sachspenden. Alles das ist wichtig und gibt Ihrem Beruf auch weitergehende Erfüllung und Attraktivität.
    Fragt man Handwerker, was sie am meisten belastet, so klagen sie vor allem anderen über die Bürokratie. Sie nimmt trotz aller politischen Bekundungen nicht wirklich ab. Sicher: manches muss geregelt sein und der Staat muss auch darauf.achten, dass Regeln eingehalten werden. Aber Überregulierungen vergeuden Zeit und Geld, und sie demotivieren. Wir brauchen in Deutschland das Gegenteil; wir müssen die Handlungsspielräume der Bürgerinnen und Bürger erweitern und damit die Bereitschaft zu Selbständigkeit und zu Existenzgründungen fördern. Sie sind die Saat für eine starke Unternehmerkultur. Das ist nicht nur Grundlage für eine dynamische und erfolgreiche Wirtschaft. Eine starke Unternehmerkultur, in der sich die Tugenden Mut, Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Innovationsfähigkeit bündeln, ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft.
    Einige Erfolg versprechende Ansätze, die Bürokratielast zu verringern, gibt es ja schon. Ich denke zum Beispiel in Karlsruhe das umfangreiche Angebot für Existenzgründer. Ich glaube, das ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung, und deshalb freue ich mich, dass dieser Ansatz bundesweit immer mehr Schule macht. Weiter hoffe ich, dass wir auch mit der Einführung des Einheitlichen Ansprechpartners den richtigen Weg für Existenzgründer beschritten haben.
    Liebe Meister
    zur Verleihung der Goldenen Meisterbriefe darf ich Sie nochmals herzlich beglückwünschen und Ihnen für Ihre berufliche Lebensleistung danken.
    Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, bleiben Sie gesund und genießen Sie den heutigen Abend.