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Handwerkerfrühschoppen der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe: Modellbrücke im Ausbildungszentrum Bauwirtschaft hält politischem Gewicht stand
Da staunten die Gäste des Handwerkerfrühschoppens im Ausbildungszentrum Bauwirtschaft Karlsruhe nicht schlecht: Eine Modellbrücke von Studenten und Auszubildenden hielt dem Gewicht von Baubürgermeister Michael Obert, Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil und einer ganzen Reihe von Führungskräften aus dem Handwerk stand.
Trotz der heißen Temperaturen gesellten sich viele Vertreter aus Handwerk, Wirtschaft, Politik und Schule zum ersten Handwerkerfrühschoppen der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe (KH) im Ausbildungszentrum. Bereits 2006 und 2008 hatte die Kreishandwerkerschaft die traditionsreiche Gesprächs- und Informationsrunde wieder ins Leben gerufen.
Namenhafte Gäste wie die Bundestagsabgeordneten Karin Binder (Die Linke) und Ingo Wellenreuther (CDU) ließen sich den Handwerkerfrühschoppen nicht entgehen. Im ungezwungenen Rahmen wurden Kontakte gepflegt und intensive Gespräche geführt. Für das leibliche Wohl sorgten die KH und das Ausbildungszentrum mit einem zünftigen Vesper sowie Kaffee und Kuchen.
Nach der Begrüßung durch Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann und KH-Geschäftsführer Engelbert Wangler hob Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauwirtschaft Nordbaden, in seiner Ansprache die Bedeutung der beiden Ausbildungszentren des Verbands in Karlsruhe und Mannheim hervor. "2010 haben wir hier in Karlsruhe einen 6-stelligen Betrag in neue Gerätschaften investiert", sagte Möller.
Mit einer Führung durch das Ausbildungszentrum gab Zentrumsleiter Jörg-Lutz Ruschke einen detaillierten Einblick in das Herzstück der Institution, die 160 Lehrlinge in 7 Berufen ausbildet. Fort- und Weiterbildungen werden dort ebenso angeboten. Kooperationen wie mit der Hochschule für Wirtschaft und Technik sorgen im Ausbildungszentrum derzeit für die ausgestellten Modellbrücken. "Studenten der 4. und 5. Semester und Auszubildende unseres Hauses haben 2010 sechs verschiedene Brückenmodelle konstruiert und angefertigt", erläuterte Ruschke.
Mit der Nebenius-Schule und der Grund- und Hauptschule in Linkenheim gebe es im Rahmen des landesweiten Projekts "Wirtschaft macht Schule" weitere Kooperationen. "In dieser Woche starten wir eine Zusammenarbeit mit dem KIT", kündigte Ruschke an.
Joachim Wohlfeil, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, wertschätzte die Wiederaufnahme des Handwerkerfrühschoppens: "Mit dieser Veranstaltung werden die persönlichen Gespräche aufrechterhalten". In Zeiten des demographischen Wandels müsse die Jugend wieder für das Handwerk, "Rückgrat der deutschen Wirtschaft", motiviert werden. "Ob das Engagement von Handwerkern im Stadtrat oder die städtische Auftragsvergabe an das Handwerk in der Region - die Stadt und das Handwerk haben sehr viele Berührungspunkte", würdigte auch Bau-Dezernent Obert.

Bild: Freuten sich darüber, dass die Modellbrücke im Ausbildungszentrum Bauwirtschaft Karlsruhe beim Handwerkerfrühschoppen den Statik-Test bestand (von links): Engelbert Wangler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Thomas Möller, Hauptgeschäftsführer des Verbands Bauwirtschaft Nordbaden, Joachim Wohlfeil, Präsident der Handwerkskammer Karlsruhe, Baubürgermeister Michael Obert und Zentrumsleiter Jörg-Lutz Ruschke.
Frühjahreshauptversammlung und Obermeistersitzung der KH
Bei der Frühjahreshauptversammlung / Obermeistersitzung der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe am Donnerstag, den 20. Mai 2010 um 19.00 Uhr im Gesundheitszentrum der Innungskrankenkasse Karlsruhe standen neben den Regularien und zwei Vorträgen eine besondere Ehrung auf der Tagesordnung.
Herr Obermeister Wolfgang Schmitt von der Elektro-Innung Karlsruhe wird für sein langjähriges ehrenamtliches Engagement als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe und als Finanzvorstand gewürdigt. Herr Obermeister Schmitt erhält in Anerkennung seiner besonderen Verdienste um das Handwerk, insbesondere als Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe eine Ehrenurkunde und wird in den Ehrenrat der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe aufgenommen. Dies wird von den anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Mitgliedsinnungen ausdrücklich begrüßt. Herr Hoffmann erläutert noch kurz die ehrenamtlichen Tätigkeiten von Herrn Obermeister Schmitt für die Kreishandwerkerschaft.
Die beiden Vorträge werden von Herrn Peter Marggrander und Herrn Geschäftsführer Operativ Gerhard Volz gehalten.
Herr Peter Marggrander von der Company Care Consultants Gesellschaft zur Beratung des Mittelstands mbH gibt zu Beginn seiner Ausführungen Informationen über seine Person und seinen Werdegang. Er stellt dann die Frage "Gibt es eine Kreditklemme - ja oder nein?". In seinen weiteren Ausführungen erläutert Herr Marggrander vor allem die unterschiedliche Sichtweise von Seiten der Banken und der mittelständischen Betriebe.
Nach Angaben von Herrn Marggrander hat sich das Verhältnis der Banken zu ihren Kunden verändert. Dazu hat u.a. die Finanzmarktkrise, die Ausweitung des Ratings, Basel II usw. beigetragen. Er weist auch darauf hin, dass vor allem Unternehmen aus Risikobranchen Probleme haben, Kredite zu erhalten. Seine Handlungsempfehlung bei der Beantragung von Krediten ist, dass das Unternehmen transparent und offensiv die Verhandlungen mit den Banken führt. Die Umsatz- und Ertragsplanung muss detailliert dargestellt werden.
Als Resümee seiner Ausführungen weist Herrn Marggrander darauf hin, dass sich die Bankenlandschaft verändert hat. Formal besteht zwar nach seiner Auffassung keine Kreditklemme. Die Anforderungen an die Gewährung von Krediten wird jedoch restriktiver gehandhabt.
Herr Geschäftsführer Operativ Gerhard Volz von der Agentur für Arbeit Karlsruhe informiert die Anwesenden über das Thema "Arbeitsmarktentwicklung, Ausbildungsmarktentwicklung und Kurzarbeit". In seinen Ausführungen hob Herr Volz vor allem hervor, dass im letzten Jahr im Bezirk der Agentur für Arbeit Karlsruhe ein Rückgang der abgeschlossenen Lehrstellen im Handwerk festzustellen war. Er appellierte an die Anwesenden und an die Mitgliedsbetriebe der Innungen, jetzt noch auszubilden, da in den kommenden Jahren die Anzahl an Lehrlingen und damit an Facharbeitern zurückgehen wird. In diesem Zusammenhang wurde auch über die zur Zeit laufende Imagekampagne des Handwerks informiert.
Herr Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann ging neben den üblichen Regularien in einem ausführlichen Bericht stichpunktartig auf die vielfältigen Aktivitäten der Kreishandwerkerschaf Region Karlsruhe ein. Ein besonderes Thema seiner Ausführungen war in diesem Jahr der neu gegründete Arbeitskreis "Energie und Umwelt" der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe. In diesem Zusammenhang hob Herr Hoffmann die Zusammenarbeit mit den Energie- und Klimaschutzagenturen für die Stadt Karlsruhe und den Landkreis Karlsruhe besonders hervor.
Die an diesem Abend gebotenen Vorträge der Gastreferenten und die Ausführungen von Herrn Kreishandwerksmeister Hoffmann fanden bei den Anwesenden großen Anklang. Herr Hoffmann bat die anwesenden Vertreterinnen und Vertreter der Innungen um Anregungen und Vorschläge für die weitere Arbeit und das Engagement der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe.
Handwerksberufe präsentiert Fast 1.600 Schüler kamen zum Tag der Berufsinformation in die Bildungsakademie
Karlsruhe (mjo) Die Bildungsakademie des Handwerks in der Hertzstraße scheint aus allen Nähten zu platzen. Durch Gänge, Werkhallen, Unterrichtsräume und in die Kantine drängeln sich fast 1 600 Schülerinnen und Schülern aus rund 65 Schulen im Stadt- und Landkreis, die das Haus mit Stimmengewirr und quirligem Leben erfüllen. Es ist Tag der Berufsinformation im Handwerk, veranstaltet von der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe zusammen mit der Handwerkskammer.
Die Jugendlichen, die fast alle in Begleitung ihrer Lehrer angereist sind, erhalten Einblick in 23 Berufsfelder. Von B wie Bäcker bis Z wie Zimmerer reicht der Bogen. Darunter befinden sich nicht nur Dachdecker, Elektroniker, Kraftfahrzeugmechatroniker und Schreiner, sondern auch das Wasser- und Schifffahrtsamt Mannheim mit den Wasserbauern. Letztere sind mit zwei Ansprechpartnern aus dem Außenbezirk Karlsruhe vertreten. Die 14 beteiligten Innungen entsandten nicht nur Ausbilder sondern auch Auszubildende "Unsere jugendlichen Ansprechpartner sollen den Schülern die Scheu nehmen, genauer nachzufragen", erklärt Engelbert Wangler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.
Barbara Stein, Klassenlehrerin der Neunten an der Pestalozzi-Schule in Durlach, ist angetan von der Veranstaltung. "Eine gute Sache. Sie vermittelt den Schülern einen Einblick außerhalb der Theorie." In der Abteilung der Konditoren bestaunt eine Gruppe Mädchen aus der Anne-Frank-Schule in Oberreut Pralinen, Kuchen und Kaffeegebäck. "Nein", für den Beruf interessieren sich jedoch nicht.
Silvia Müller, Klassenlehrerin der achten Klasse an der Riedschule in Rüppurr, bemängelt, dass an der Bildungsakademie fast nur sogenannte Männerberufe präsentiert werden. "Friseurin, was für viele Mädchen an oberster Stelle der Wünsche rangiert, ist ebenso wenig vertreten, wie die Schneiderei oder der Kosmetikbereich." In der üppig mit Stoffen, Sesseln und Nähgerät ausgestatteten Raumausstatterwerkstatt finden denn doch viele Mädchen einen reizvollen Ersatz. Anziehungspunkt Nummer eins für die Jungen ist die Kfz-Werkstatt.
Im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe waren im vergangenen Jahr 2 793 Ausbildungsverträge neu abgeschlossen worden, das sind 183 weniger als 2008. In allen drei Lehrjahren wurden in 3 847 Betrieben 7 510 Jugendliche ausgebildet, darunter 23,5 Prozent Mädchen.
Bilder oben: 1) Dachdecker 2) Kfz-Mechatroniker 3) Konditoren 4) Zimmerer Fotos: PR/mjo:
Impressionen vom Tag des Handwerks:
Empfang anlässlich des 60. Geburtstages von Herrn Geschäftsführer Engelbert Wangler
Die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe gab anlässlich des 60-jährigen Geburtstages von Herrn Geschäftsführer Engelbert Wangler einen Empfang im kleinen Kreis. Auf Wunsch von Herrn Wangler selbst wurde der Kreis der Eingeladenen auf den Vorstand der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe, die Obermeister mit Geschäftsführung bei der Kreishandwerkerschaft und die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter der Kreishandwerkerschaft beschränkt. In einer kurzen Ansprache ging Herr Kreishandwerksmeister Hoffmann auf die Verdienste von Herrn Wangler für die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe, die angeschlossenen Innungen und das Handwerk insgesamt ein. Mit launigen Worten gab Herr Wangler Informationen seiner Ansicht über das "Alter". Er bedankte sich bei allen Anwesenden für ihr Kommen und die überbrachten Glückwünsche anlässlich seines Geburtstages.
Fotos: khs
Goldene Meisterbriefe 36 Altmeister in einer Feier geehrt/ 14 Bäcker dabei
Für 36 Handwerksmeister aus Karlsruhe und der Umgebung war es ein ganz besonderes Fest: Die Übergabe der goldenen Meisterbriefe bei einer Feierstunde im neuen Gebäude der Volksbank Karlsruhe. Die Kreishandwerkerschaft für die Region Karlsruhe ehrt damit seit einigen Jahren ihre Goldjubilare für deren besondere Verdienste um das Handwerk.
Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann und Ehrenkreishandwerksmeister Harro Leverkus übergaben die gerahmten Urkunden. Angeführt wurde die Liste der Geehrte von 14 Bäckermeistern, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Es folgten acht Schreinermeister, zwei Dachdecker, zwei Friseure, zwei Maurer, zwei Zimmerer und je ein Blechner, Elektroinstallateur, Fleischer, Kürschner, Schlosser und Stakkateur.
Der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Groh räumte in seiner Festrede ein, dass es der Regierung noch nicht gelungen sei, die Belastung durch die Bürokratie in den Betrieben spürbar zu verbessern. Besonders angetan zeigte er sich von der Ausbildungsleistung der Handwerker in der Region.
Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann wies auf die Aufgabe des Handwerks als Nahversorger hin, der nach dem Sturm "Xynthia" vor allem den sturmgeplagten Hausbesitzern sei nützlich sei. Harro Leverkus, Ehrenkreishandwerksmeister und Ehrenpräsident der Handwerkskammer, gratulierte den Altmeistern zu ihrer Lebensleistung und erinnerte an Tugenden wie Fleiß und Qualitätsbewusstsein. Einen kleinen Einblick in die Wunderwelt der modernen Gebäudetechnik gab Volksbankdirektor Hubert Meyer, "Geothermie und Photovoltaik zusammen ergeben eine Null-Energiebilanz", rechnete er vor. Ohne qualifiziertes Handwerk sei das alles nicht möglich, so Meyer.

Foto: Goldjubilare in der neuen Volksbank: Die Kreishandwerkerschaft verlieh goldene Meisterbriefe an Handwerker, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung gelegt haben. Foto: mjo
Rede von Herrn Manfred Groh zur Zentralen Feier der Verleihung der "Goldenen Meisterbriefe"
Sehr geehrter Herr Kreishandwerksmeister Hoffmann,
sehr geehrter Herr Geschäftsführer Wangler,
sehr geehrter Herr Ehrenbürger Prof. Dr. Gerhard Seiler,
sehr geehrter Herren Kollegen Bürgermeister Heiler und Hockenberger sowie Ex–Landtagskollege Günter Fischer
sehr geehrte Meister,
meine sehr geehrte Damen und Herren,
es ist mir eine große Freude, dass ich heute bei der zentralen Feier der Verleihung der Goldenen Meisterbriefe der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe teilnehmen kann und die Festrede halten darf.
Es ist das zweite Mal, dass ich zur Feierstunde zur Verleihung der Goldenen Meisterbriefe eingeladen wurde. Das erste Mal war es auch bei der Volksbank Karlsruhe, damals aber noch in der Schalterhalle am Marktplatz. Das Gebäude ist mittlerweile verkauft, wird derzeit umfangreich saniert und für andere Zwecke hergerichtet. Heute Abend treffen wir uns hier in der neuen Volksbank und wie ich glaube, an einem richtig gelungenen und repräsentativen Neubau. Ein würdiger Rahmen, den Sie sich gewissermaßen selbst geschaffen haben, denn der Bau lebt immer noch in sehr hohem Maße von der Handwerkskunst, von Ihrem Können liebe Meister.
Festtage wie dieser sind wie Lesezeichen im Kalender unseres Lebens: Sie heben Wichtiges hervor. Sie stellen besondere Ereignisse in einen größeren Zusammenhang, und natürlich nicht zuletzt: Sie sind ein Grund zur Freude. Einen Grund zur Freude haben vor allem Sie, liebe Handwerksmeister, Ihre Angehörigen und Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.
Liebe Gäste, mit dem Wort Meister verbindet jeder etwas. Der eine denkt an die alten Meister im Museum, der nächste möglicherweise an den Fußballmeister oder ganz aktuell an den Olympiameister. Und wieder ein anderer vielleicht sogar an den Meisterdieb.
Eines haben alle Meister gemeinsam: Sie gehören zu den Besten vom Fach. Das gilt auch für Sie, liebe Handwerksmeister.Sie haben seit einem halben Jahrhundert bewiesen, dass Sie Ihre Handwerkskunst beherrschen und dass Sie Freude daran haben. Ihr Meisterbrief bescheinigt das. Ihre Meisterstücke bezeugen es. Darum zunächst einmal: Ganz herzlichen Glückwunsch dazu! Sie haben es verdient, sich heute einmal richtig feiern zu lassen. In den 50 hinter Ihnen liegenden Jahren haben Sie hart gearbeitet. Sie haben Ihr handwerkliches Können, das Sie als Lehrlinge erworben und als Gesellen vertieft haben, immer weiter verbessert und gesteigert. Und Sie haben jede Menge gerechnet, gelesen und gelernt, um auch die zweite Herausforderung eines Handwerksmeisters, die kaufmännische Seite, bestehen zu können.
Ich weiß wohl, dass eine solche Zeit nicht immer einfach war und ist. Da gibt es immer auch Momente, in denen man frustriert ist: über die Grenzen des eigenen Leistungsvermögens, die Größe der Herausforderung oder vielleicht auch einmal über die Kollegen. Sie haben mit Ausdauer, Fleiß und Leistungswillen durchgehalten.
Den Lohn dafür bekommen Sie heute. Und darauf können Sie stolz sein!
Mein Glückwunsch und Dankeschön geht auch an Sie, liebe Familienangehörige und Freunde. Sie haben über die gesamte Zeit hinweg immer wieder den Rücken gestärkt, Mut gemacht und wahrscheinlich oft auch einmal selber zurückgesteckt, Damit haben auch Sie einen wichtigen Beitrag zum heutigen Erfolg geleistet.
Meine Damen und Herren,
das Handwerk stellt 30 Prozent aller Ausbildungsplätze in Deutschland: Diese Ausbildungsleistung ist vorbildlich. Die Ausbildungsquote von 10 Prozent ist weit überdurchschnittlich. Sie wird erreicht, weil Handwerksbetriebe auch über den.eigenen Bedarf hinaus ausbilden. Ich hoffe liebe Vertreter des Handwerks, Sie werden diese Tradition fortsetzen. Geben Sie Ihr Wissen und Ihr Können weiter!
Geben Sie der nächsten Generation die gleichen Chancen, die andere Ihnen gegeben haben und bilden auch Sie in Zukunft aus!
Es stimmt mich besonders nachdenklich, wenn ich von den jüngsten Veröffentlichungen mit über 10.000 freien Ausbildungsplätzen im Handwerk höre. Dieser Situation müssen wir uns gemeinsam stellen, daran müssen wir gemeinsam etwas ändern, denn auch in unserer Region sind es ca. 200 Ausbildungsstellen. Soweit es an der Schulausbildung liegt, trifft uns Parlamentarier eine ganz große Verantwortung. Ich hoffe, mit der Werkrealschule einen ersten Schritt in die richtige Richtung getan zu haben. Wir werden weiter an der Fortentwicklung und Verbesserung unseres Schulsystems arbeiten und die Entwicklungen ständig im Auge haben.
An die handwerklichen Ausbildungsbetriebe appelliere ich, sich den jungen Menschen wie bisher anzunehmen, dabei auch den erzieherischen Bereich nicht zu vernachlässigen. Ganz besonders muss das hohe Qualitätsniveau erhalten und ständig weiter ausgebaut werden. Fördern und Fordern sind auch in der Berufsausbildung immer noch angesagt.
Werben Sie dazu für Ihre Zunft. Sie alle arbeiten in einem vielfältigen Beruf, der auf wunderbare Weise Tradition erhält und gleichzeitig sehr innovativ Neues schafft. Das Handwerk hat wirklich viele spannende Berufe mit attraktiven, anspruchsvollen Arbeitsplätzen zu bieten.
Nehmen Sie zum Beispiel das Thema Klimaschutz, das in aller Munde ist. Klimaschutz beginnt im Kleinen – an der eigenen Haustüre. Er beginnt mit dem Energiecheck unserer Häuser und der elektronischen Diagnosetechnik an unseren Autos. Solarzellen werden von Handwerkern installiert. Der Klimaschutz reicht vom Einbau Wärme isolierender Fenster bis zur Wartung computergesteuerter Heizungsanlagen. All diese Leistungen und viele ähnliche mehr werden von Handwerksbetrieben erbracht, oft mit modernster Technik und neuesten Verfahren..Handwerk bietet auch Raum für Kreativität. In vielen Gewerken ist die Trennlinie zur Kunst kaum zu ziehen. Da gibt es den Goldschmied, der eine neue Kette oder einen Ring entwirft und fertigt, den Schreiner, der ein neues Möbelstück erschafft. Das sind nur wenige Beispiele – aber sie zeigen, Handwerk ist eine Kombination aus fachlichem Können und gestalterischer Kreativität. Auch das ist vielen Schulabgängern, die sich für einen Beruf entscheiden, nicht immer bewusst.
Die individuelle Fertigung von hoher Qualität ist die Stärke des Handwerks. Darin liegt auch weiter seine Zukunft. Denn Qualität ist die schärfste Konkurrenz derDiscountlösungen aller Art. Für die meisten Handwerker ist hohe Qualität eine Selbstverständlichkeit. Wer die Entstehung eines Produkts von Anfang bis Ende in den Händen hält, der identifiziert sich mit seiner Arbeit, will am Ende selbst zufrieden sein.
Das ist nicht zuletzt eine Frage der „Handwerkerehre“. Der im Handwerk immer noch zentrale Begriff der Ehrbarkeit umfasst aber mehr als die Qualität der eigenen Arbeit. Er spiegelt die zentralen Gedanken der sozialen Marktwirtschaft wider: Freiheit, Eigeninitiative und Leistung einerseits, aber eben auch gesellschaftliche Verantwortung und Solidarität andererseits. In keinem anderen Wirtschaftszweig wird das ehrenamtliche Engagement so hoch gehalten wie im Handwerk. Ohne diesen Einsatz, der die Verantwortung und die Leidenschaft der Handwerker für ihren Berufszweig zeigt, könnten die Innungen und Kammern ihre Aufgaben nicht erfüllen.
Ohne diesen Einsatz wäre die Ausbildungsleistung im Handwerk nicht möglich. Das bürgerschaftliche Engagement im Handwerk richtet sich aber nicht nur nach innen auf die Pflege und Aufrechterhaltung des eigenen Berufsstandes. Es wirkt weitdarüber hinaus. Ich treffe bei meiner Tätigkeit als Landtagsabgeordneter oder früher als Wirtschaftsbürgermeister oft auf Handwerker, die sich vor ihrer Haustür für die Gemeinschaft engagieren. Da schließen sich Handwerker zusammen und renovieren unentgeltlich eine Kindertagesstätte, andere unterstützen den örtlichen Fußballclub durch Sponsoring und Sachspenden. Alles das ist wichtig und gibt Ihrem Beruf auch weitergehende Erfüllung und Attraktivität.
Fragt man Handwerker, was sie am meisten belastet, so klagen sie vor allem anderen über die Bürokratie. Sie nimmt trotz aller politischen Bekundungen nicht wirklich ab. Sicher: manches muss geregelt sein und der Staat muss auch darauf.achten, dass Regeln eingehalten werden. Aber Überregulierungen vergeuden Zeit und Geld, und sie demotivieren. Wir brauchen in Deutschland das Gegenteil; wir müssen die Handlungsspielräume der Bürgerinnen und Bürger erweitern und damit die Bereitschaft zu Selbständigkeit und zu Existenzgründungen fördern. Sie sind die Saat für eine starke Unternehmerkultur. Das ist nicht nur Grundlage für eine dynamische und erfolgreiche Wirtschaft. Eine starke Unternehmerkultur, in der sich die Tugenden Mut, Selbstverantwortung, Eigeninitiative und Innovationsfähigkeit bündeln, ist eine tragende Säule unserer Gesellschaft.
Einige Erfolg versprechende Ansätze, die Bürokratielast zu verringern, gibt es ja schon. Ich denke zum Beispiel in Karlsruhe das umfangreiche Angebot für Existenzgründer. Ich glaube, das ist ein kleiner, aber wichtiger Schritt in die richtige Richtung, und deshalb freue ich mich, dass dieser Ansatz bundesweit immer mehr Schule macht. Weiter hoffe ich, dass wir auch mit der Einführung des Einheitlichen Ansprechpartners den richtigen Weg für Existenzgründer beschritten haben.
Liebe Meister
zur Verleihung der Goldenen Meisterbriefe darf ich Sie nochmals herzlich beglückwünschen und Ihnen für Ihre berufliche Lebensleistung danken.
Ich wünsche Ihnen weiterhin alles Gute, bleiben Sie gesund und genießen Sie den heutigen Abend.
Handwerk möchte attraktiver werden
Pressebericht zur Jahreshauptversammlung (zur größeren Ansicht bitte klicken):
Mechatroniker und Friseurin Freisprechungsfeier in Bruchsal mit 249 Absolventen Klassiker sind bei der Berufswahl nach wie vor gefragt
Zur Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft der Region Karlsruhe im Gewerblichen Bildungszentrum in Bruchsal finden sich traditionell alle ein, die rund ums Handwerk Rang und Namen haben. Neben hohen Repräsentanten des Handwerks wie Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil oder Ehrenkammerpräsident Harro Leverkus gratulierte in diesem Jahr auch der neugewählte KSC-Präsident und noch Oberbürgermeister von Bretten, Paul Metzger, den 249 Jung-Gesellen, darunter 43 jungen Frauen.
Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann stellte in der Begrüßung erfreut fest, dass die Zahl der weiblichen Absolventen gegenüber dem vergangenen Jahr um 21 Prozent gestiegen ist. Zugleich teilte er mit, dass aktuell im Handwerk noch 280 Lehrstellen nicht besetzt sind.
Der beliebteste Beruf bei jungen Männern ist Kfz-Mechatroniker mit 31 "frisch gebackenen" Gesellen. Auf Platz zwei liegen die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 28 Absolventen. Platz drei der männlichen Berufsvorliebe teilen sich Metallbauer und Tischler mit je 25 Teilnehmern. Favorit bei den jungen Damen ist nach wie vor der Friseurberuf mit 17 Absolventinnen. Darauf folgen Tischlerinnen und Konditorinnen mit je acht Gesellinnen.
"Sie konnten keine bessere Berufswahl treffen", schrieb der Festredner, Bürgermeister von Waghäusel und Mitglied des Landtags, Walter Heiler, den jungen Leuten ins Stammbuch. Denn Handwerk werde immer gebraucht. Zugleich ermunterte er sie, sich in die Gesellschaft einzubringen und auch darin Befriedigung zu suchen. Grußworte sprachen auch Erster Landesbeamter Ralph Schlusche sowie der Bruchsaler Bürgermeister Ulli Hockenberger.
Eine besondere Ehrung gab es für die insgesamt 29 Kammer- und Landessieger des Praktischen Landeswettbewerb der Handwerksjugend 2009. Auf den ersten Platz kam Bäckereifachverkäuferin Sandra Fehrenbach als erste Landes- und Kammersiegerin. Ausgebildet wurde sie von der Bäckerei Brauss in Karlsruhe. Platz zwei eroberte sich Raumausstatterin Bianca Grassel als zweite Landes- und erste Kammersiegerin. Ausgebildet wurde sie von Daniela Wolf in Oberhausen.
Großes Lob und Geschenke bekamen auch die 16 Prüfungsbesten der Gesellenprüfung, an erster Stelle Tischler Christoph Tochtrop, ausgebildet von Martin Fuchs in Karlsruhe. Er zählt, wie die Bäckereifachverkäuferin Fehrenbach, zu den drei besten Prüflingen in der Region, der dritte im Bunde ist Zimmerer Michael Ratzel, ausgebildet von Herbert Leinweber in Karlsruhe. Die drei Besten hatten die Note 1,2 für sich verbucht.
Ein weiterer Schritt ins Arbeitsleben: Die Besten der 249 Jungegesellinnen und Junggesellen bei der Freisprechungsfeier in Bruchsal.
Rede von MdL Walter Heiler zur Freisprechungsfeier:
Bevor ich meine eigentliche Festansprache halte -ich betrachte dies als große Ehre für mich- nehme ich natürlich gerne den Ball auf, den mir Herr Feldmann zugespielt hat. In der Fußballersprache sagt man Traumpass dazu. Herr Feldmann, ich gebe Ihnen recht. Und mich ärgert mindestens genauso wie Sie, dass man bald jeden Tag eine neue Baustelle in der Bildungspolitik aufmacht. Wir wissen vor Ort bald nicht mehr, welche neue Reform man gerade mal wieder über den Acker treibt. Werkrealschule neuen Typs heißt das neueste Zauberwort, und fast kein Mensch, der mit der Praxis zu tun hat, glaubt ernsthaft daran, dass dies zu einer Verbesserung der Bildungsqualität führen wird. Und deshalb ist es in der Tat richtig, dass man das Grundübel an der Wurzel packt: Es kann nicht sein, dass man Kinder nach der vierten Klasse in die Kategorie A,B und C trennt. Gscheit, halbgscheit und bissl gscheit. Gymnasium, Realschule, und diejenigen, die keine dieser Empfehlungen haben, in die Hauptschule. Es kann nicht sein, dass Kinder im Alter von 10 Jahren schon wesentlich vorgezeichnet bekommen, wohin der Ausbildungsweg führt. Und deshalb kann ich Ihre Forderung nur voll und ganz unterstützen, unsere Kinder länger gemeinsam lernen zu lassen. Sie auch voneinander lernen zu lassen. Die Entwicklung des einzelnen Kindes in diesem Alter ist nun mal unterschiedlich, dass kann sich aber sehr schnell schlagartig ändern. Und deshalb bin ich absolut überzeugt, dass am längeren gemeinsamen Lernen kein Weg vorbei führt und bin Ihnen, Herr Feldmann, für Ihre klaren Worte sehr dankbar.
Nun aber zum eigentlichen Anlass:
Ich darf Ihnen, liebe Junggesellinnen und Junggesellen, ganz herzlich zu Ihrem erfolgreichen Abschluss in Ihren jeweiligen Ausbildungsberufen gratulieren. Sie haben damit eine wichtige Etappe Ihres Lebensweges abgeschlossen und somit ein solides Fundament für Ihre persönliche Zukunft gelegt.
Gemeinsam mit Ihren Ausbildungsbetrieben haben Sie viel Zeit, Geduld und nicht zuletzt auch Phantasie investiert, um heute Ihre abgeschlossene Ausbildung zu feiern. Sie haben damit beherzigt, was im 18. Jahrhundert bereits der amerikanische Politiker Benjamin Franklin wusste: "Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen."
Sie haben heute - wie man so umgangssprachlich sagt - ausgelernt. Das heißt aber mit Sicherheit nicht, dass Sie mit dem heutigen Tag für den Rest Ihres Lebens alles Notwendige bereits wissen und können. In der Wissens- und Informationsgesellschaft muss man sich immer wieder mit neuen Erkenntnissen auseinandersetzen und auch bereit sein, sie für den eigenen Berufsalltag umzusetzen. Die Redensart vom "lebenslangen Lernen", die wir Politiker gelegentlich im Munde führen, mag da eher nach einer Verurteilung zu "lebenslänglich" klingen. Sie sollten diese Redensart aber eher als Aufmunterung für Ihre Zukunft verstehen. Mit einer soliden Ausbildung haben Sie sich beste Voraussetzungen dafür, auch die weiteren Herausforderungen in Ihrem beruflichen Werdegang zu bestehen.
Neben Ihren beruflichen Herausforderungen möchte ich am heutigen Tag aber auch auf Ihre Rolle als junge Frauen und Männer in unserer Gesellschaft eingehen.
Im Jahr 2006 erschien eine Jugendstudie, die von einem großen Konzern in Auftrag gegeben wurde. Der eine oder andere hat vielleicht schon einmal etwas von der Shell-Studie gehört. Darin wurden Ihre Altersgenossen zu allem befragt, was sie persönlich bewegt, wie sie die gesellschaftliche Lage einschätzen und welche Werte ihnen wichtig sind. Darin habe ich manch Erfreuliches entdeckt, aber auch Dinge, über die wir nachdenken sollten.
Ich habe natürlich gelesen, dass Ihr Interesse an politischen Parteien und an der Politik noch stark ausbaufähig ist. Dafür habe ich Verständnis. Als ich so jung war wie Sie, hatte ich auch nicht den Berufswunsch, Politiker zu werden.
Aber es gibt sehr wichtige positive Erkenntnisse, die im allgemeinen Lamentieren über "die Jugend" teilweise untergehen. Für drei Viertel der Jugendlichen gehört es nämlich heute dazu, sich gesellschaftlich zu engagieren. Sei es in Sportvereinen, bei kirchlichen Organisationen oder im Umweltbereich. Diese Bereitschaft, sich in die Gesellschaft einzubringen, ist das Fundament für ein funktionierendes Gemeinwesen und Sie alle können dazu Ihren Beitrag leisten.
Der Blick in die Nachrichten zeigt fast täglich, dass gegenseitige Unterstützung, Einsatz für die Allgemeinheit und Rücksichtnahme auf unsere Mitmenschen allerdings keine reine Selbstverständlichkeit sind. Wobei ich schon darauf hinweisen möchte, dass die Medien ja vornehmlich von schlechten Nachrichten leben. Unsere Jugend ist wesentlich besser als das, was uns täglich im Fernsehen und in den Zeitungen vermittelt wird.
Aber: Was mangelnde Solidarität und Zivilcourage bedeuten können, hat ein sehr trauriges Ereignis vor etwas mehr als zwei Monaten gezeigt.
Dominik Brunner. Jeder von Ihnen kennt ihn als denjenigen, der sich auf einem Münchner S-Bahnhof schützend vor vier bedrohte Kinder stellte. Der 50-jährige Geschäftsführer wurde dabei von zwei Teenagern, 17 und 18 Jahre alt, zu Tode geprügelt. Weitere umstehende Personen haben sich, wie es aussieht, leider nicht rechtzeitig eingemischt, sondern sich auf Zusehen, oder eher auf das Wegsehen beschränkt.
Mit Sicherheit ist Dominik Brunner an diesem Morgen nicht mit dem festen Vorsatz aus dem Haus gegangen, dass er zum Helden werden will. Sondern er hat das getan, was in einer menschlichen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein sollte, es aber ganz offensichtlich bei weitem nicht ist: der Einsatz der Stärkeren für die Schwächeren! Hätte sich nicht nur Einer eingemischt, sondern Viele, wäre uns diese Tragödie vielleicht erspart geblieben. Eine Gesellschaft der Schaulustigen, ein reiner Rückzug auf das eigene Ich, eine Scheuklappen-Mentalität für das nächste Umfeld machen unser Zusammenleben ärmer.
Robert Enke. Ein erfolgreicher Sportler hat sich das Leben genommen. Was ist eigentlich der Grund, dass Millionen Menschen getrauert haben? Was ist der Grund, dass das Mitgefühl der Fußballfans und fast der ganzen Nation schier kein Ende nahm? Natürlich war er ein unheimlich sympathischer Sportler. Das kann aber nicht der alleinige Grund dafür sein, dass die Trauer und das Mitleid solche Dimensionen annahm. Ich glaube, in der Zeitschrift " Stern" war die richtige Antwort zu lesen. Es war unsere unausgesprochene Scham. Unsere Scham deshalb, weil wir uns vorstellen, was wäre eigentlich gewesen, wenn sich Robert Enke öffentlich zu seiner Krankheit bekannt hätte? Robert Enkes Karriere wäre zu Ende gewesen. Ich sehe die Überschriften, die in den Zeitungen gestanden hätten: "Wir brauchen keinen depressiven Torhüter bei der WM". In unserer leistungsorientierten Gesellschaft werden Schwächen oftmals nicht verziehen, ganz im Gegenteil.
Liebe Junggesellen und Junggesellinnen, Sie verstehen, was ich damit meine: Warum kracht denn ein gemauerter Torbogen nicht zusammen? Doch nur deshalb, weil die Steine sich gegenseitig stützen - und genauso muss es in unserer Gesellschaft sein. Jeder muss für den anderen da sein, sich stützen, zusammen halten. Seine Stärken auch dem anderen zugute kommen lassen und die Schwächen des anderen nicht ausnutzen, sondern helfen. Und Sie alle, die jungen Menschen, sind unsere Zukunft und nur wenn Sie das beherzigen, können wir auf eine gute Zukunft in einer gerechten und solidarischen Gesellschaft hoffen.
Ich will aber am heutigen Abend nicht nur den ermahnenden Zeigefinger heben, sondern vor allem auf positive Dinge verweisen. Die Kraft des gemeinsamen Engagements kann in manchen Situationen wahrlich Berge versetzen. Ein weiteres Beispiel außerordentlicher Zivilcourage - wenn auch völlig anders gelagert als das mit Dominik Brunner - hatte in diesen Tagen sein 20-jähriges Jubiläum, der Fall der Berliner Mauer.
Warum kam die kommunistische Diktatur zum Einsturz? Doch nur, weil viele Menschen sich zu den Montagsdemonstrationen in Leipzig, Ost-Berlin und anderswo einfanden. Die sich trotz Überwachungsstaat und Volkspolizei nicht mehr ihre abweichende Meinung verbieten lassen wollten. Freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit und Reisefreiheit hatten eine so große Anziehungskraft auf die Menschen, dass sie bereit waren, sich für eine bessere Zukunft zu engagieren. Für ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung, das nicht vom Staat und der alleine beherrschenden Partei bestimmt wird. Wir stützen uns gegenseitig, und gemeinsam können wir was erreichen.
Niemand erwartet von uns und von Ihnen als Einzelnem, dass er sich sehenden Auges in Gefahrensituationen begibt. Es ergibt sich im Alltag auch sicher selten die Möglichkeit, einen ganzen Staat zum Einsturz zu bringen und den Lauf der Geschichte zu verändern.
Es gibt im Alltag aber viele Situationen, in denen man anderen helfen kann oder ein Projekt initiieren oder unterstützen kann. Oder in der man sich einmischen kann. Und in dem man andere Menschen verstehen kann, auch dessen Schwächen akzeptiert, ehe es zu spät ist.
Und dafür brauchen wir gerade Ihre Generation. Wir brauchen Sie als mündige Bürger. Das Bild unserer Jugend, ich habe es vorhin schon gesagt, wird oft verzerrt dargestellt. Natürlich gibt es Dummköpfe, die mit extremistischem Gedankengut pöbelnd durch unsere Straßen ziehen, zumeist aus der rechten Szene. Natürlich gibt es Gewaltbereitschaft und schlimme Ereignisse. Erpressungen auf Schulhöfen. Jugendliche Hooligans. Diese Betonköpfe dürfen aber nicht das Bild unserer Jugend prägen, denn sie sind absolut in der Minderheit. Deshalb ist übrigens eine Veranstaltung wie die heutige Freisprechungsfeier auch in der Außenwirkung sehr wichtig: Hier sitzt unsere Jugend, die etwas geleistet hat. Die auf ein Ziel hingearbeitet hat. Und die dieses Ziel erfolgreich erreicht hat.
Mit der Freisprechung stehen Ihnen nun künftig weitere Türen offen. Meisterausbildung oder eine sonstige Weiterbildung können Sie in Angriff nehmen. Hervorragend qualifizierte Facharbeiter werden auch dringend gebraucht. Darüber hinaus wissen Sie wahrscheinlich aus eigener Erfahrung, dass es gerade im Handwerksbereich zahlreiche Betriebe gibt, in denen der Meister einen Nachfolger sucht und vielleicht in der eigenen Familie nicht fündig wird. Ergreifen Sie Ihre Chancen!
Das Handwerk hat eine hervorragende Vergangenheit, und ich bin überzeugt, dass es auch eine positive Zukunft hat. Deshalb können Sie stolz sein auf das, was Sie bis jetzt geleistet haben. Und optimistisch können Sie dem entgegensehen, was Sie noch leisten werden. Ganz aktuell: In Spiegel-online erschien am 16, November 2009 ein Bericht, wonach in der Industrie -vor allem im Maschinenbau, Autoindustrie- viele Arbeitsplätze weggefallen sind. Und vielleicht auch noch wegfallen. "Deutsche Industrie baut massiv Stellen ab" hieß es da.
Die Handwerkskammer Karlsruhe hat über die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen in einer Pressemitteilung vom 8.10.2009 ganz anders berichtet. Optimistischer, erwartungsvoller. "Binnennachfrage stabilisiert Handwerkskonjunktur. Kurve zeigt nach oben", lautete die Überschrift. Im Bezirk der Handwerkskammer Karlruhe erwarten 46,4 % der befragten Betrieb auch im 4. Quartal eine gute Geschäftslage, 41,6 % zumindest eine durchschnittliche Entwicklung und nur 12 % gehen von einer Verschlechterung aus. Und das in der angeblich größten Wirtschafts- und Finanzkrise, die Deutschland seit 60 Jahren erlebt.
Das Handwerk erweist sich wieder einmal als ein Fels in der Brandung. Ich behaupte daher: alle, die Sie heute Ihren Gesellenbrief erhalten, hätten gar keine bessere Berufswahl ergreifen können.
Wer es nicht glauben will: Handwerk wird immer gebraucht. Stellen Sie sich mitten in Ihre Stadt oder in Ihre Gemeinde, drehen Sie sich langsam um und was werden Sie sehen? Überall Handwerk. Von den Wasserleitungen unterm Boden, von den Bordsteinen über die Gebäude bis zur Solaranlage auf dem Dach. Überall Handwerk.
Wir brauchen unsere Handwerker. Wir brauchen bodenständige Unternehmer, die nicht um jeden Preis möglichst schnell Geld verdienen wollen und das auch noch auf Kosten anderer. Wir brauchen Unternehmer, die sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst sind. Das sieht man auch daran, wie mit vorhandenen Arbeitsplätzen und Ausbildungsplätzen umgegangen wird. Wirtschaft braucht soziale Verantwortung, und die Handwerksbetriebe waren und sind dafür ein Vorbild.
Die Finanzkrise zeigt, dass mit heißer Luft, dass mit Spekulationen mit irgendwelchen Shit-Papieren auf Dauer kein Geld verdient werden kann. Die schaffen höchstens Wohlstand für Einzelne - auf Kosten vieler Anderer. Das wollen wir nicht! Beim Handwerk ist das anders: In keinem anderen Wirtschaftszweig stehen Berufsethos und Berufsehre so hoch im Vordergrund wie im Handwerk. Das deutsche Handwerk genießt weltweit einen hervorragenden Ruf, völlig zurecht, auch und gerade immer wieder in Krisenzeiten.
Liebe Junggesellen und Junggesellinnen, Sie gehören dieser Zunft an, und das bedeutet auch, dass Sie Verantwortung tragen, dieses Bild vieler Handwerkergenerationen auch in Zukunft positiv zu beleben und zu besetzen.
Für Ihren weiteren Lebens- und Berufsweg wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute und viel Erfolg.
Veranstaltung des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft Karlsruhe" am 13.10.2009 - Metzgerei Heinz Kunzmann, Pfinztal-Berghausen stellt die Berufe des Fleischers und der Fachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk "Fleischerei" vor
In diesem Jahr hat sich mit der Metzgerei Heinz Kunzmann in Pfinztal-Berghausen wieder ein mittelständischer Handwerksbetrieb den Vertreterinnen und Vertretern des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" geöffnet. Die Firma Kunzmann stellt nach handwerklicher Tradition hochwertige Qualitätswaren, z.B. hausmacher Wurstwaren, wie Griebenwurst, Leberwurst, Schwartenmagen, Wienerle, Bierwurst, Feinkostsalate usw. her. Der eingegliederte Partyservice und das Catering erfüllen kleine und große Wünsche.
Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft Karlsruhe" haben bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit gehabt, hinter die Kulissen des modernen Fachbetriebes Heinz Kunzmann und seiner Produktionsräume zu schauen. Herr Obermeister Kunzmann hat eindrucksvoll die Berufe des Fleischers und der Fleischerfachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk - Fleischerei vorgestellt. Herr Kunzmann erläuterte dabei den Anwesenden, welche Eigenschaften und Vorbildung für diese Berufe mitgebracht werden sollten.
Aber nicht nur Theorie und Besichtigung, sondern auch Selbstmitmachen war angesagt. So hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit, bei der Wurstherstellung selbst mitzuwirken. Zum Abschluss konnte bei einem kleinen Vesper die gerade vorher hergestellte Wurst verköstigt werden.
Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" haben bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit gehabt, einen Einblick in die Leistungsfähigkeit und Vielfalt des Unternehmens Heinz Kunzmann zu erhalten.
Herr Kreishandwerksmeister Hoffmann hat bei seinem Dank an Herrn Obermeister Kunzmann darauf abgehoben, dass es nach Auffassung der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe sehr wichtig ist, dass den Mitgliedern des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" auch im Bereich des Handwerks Einblick in die Berufswelt und in die Chancen und Möglichkeiten des Handwerks gegeben wird. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in diesem Jahr bleibende Eindrücke über ein wie wir meinen "Vorzeigeunternehmen" des Handwerks mitnehmen dürfen.
Fotos: wa / khs
Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe und die angeschlossenen Innungen spenden für die Stiftung "Hänsel + Gretel"
Am 04.07.2009 wurden auf dem Marktplatz in Karlsruhe die "Handwerkswelten" unter dem Thema "Lebensspender Energie - Fair, Modern, Verantwortungsvoll" durchgeführt. An dieser Veranstaltung waren die Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe, die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe, 13 Handwerksinnungen und die Handwerkskammer Karlsruhe beteiligt.
Bei der Nachbesprechung am Donnerstag, den 01.10.2009 wurde in den Räumen der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe eine Spende aus dieser Veranstaltung in Höhe von € 750,-- an die Stiftung "Hänsel + Gretel" übergeben. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister und Stadtrat Karl-Heinz Jooß betonte bei seiner Eröffnung, dass alle an der Veranstaltung beteiligten Innungen und Organisationen bereits durch ihre Mitwirkung ihr großes Engagement gezeigt haben. Er erinnerte daran, dass z.B. die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Karlsruhe an mehrere Kindergärten Safety Car-Kids übergeben hat. Die Zimmerer-Innung Karlsruhe spendete 3 große Holzspielhäuser ebenfalls an verschiedene Kindergärten.
Herr Jerome Braun als Geschäftsführer der Stiftung "Hänsel + Gretel" gab einen kurzen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der Stiftung. Er bedankte sich bei der Kreishandwerkerschaft und den beteiligten Innungen dafür, dass auch bei dieser Veranstaltung an "Hänsel + Gretel" gedacht wurde.
Herr Geschäftsführer Wangler von der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe bedankte sich bei der Wirtschafsförderung der Stadt Karlsruhe für die breite Unterstützung anlässlich der 3. Auflage der Handwerkswelten auf dem Marktplatz der Stadt Karlsruhe.
Bild links (v.l.n.r.): Herr Erich Geißler von der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe, Herr Jerome Braun von der Stiftung Hänsel + Gretel, Frau Sabine Sussmann - Vorsitzende des Arbeitskreises der Unternehmerfrauen im Handwerk und der stellvertretende Kreishandwerks-meister und Stadtrat Karl-Heinz Jooß
Bild rechts(v.l.n.r.): Herr Erich Geißler von der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe, Frau Eva Nirk vom Arbeitskreis der Unternehmer-frauen im Handwerk, und stellvertretender Kreishandwerks-meister und Stadtrat Karl-Heinz Jooß bei der Übergabe des Gutscheins für die bei den "Handwerkswelten" gewonnene Reise.
Bild links: Alle Beteiligten bei der Spendenübergabe des Handwerks zu Gunsten der Stiftung "Hänsel + Gretel.
Regionaler Parkausweis Handwerker profitieren von Bürokratieabbau
Parkplätze sind in vielen Städten und Gemeinden überaus rar. Um das Parkproblem in den Zentren in den Griff zu bekommen, gibt es landauf landab die unterschiedlichsten Konzepte, um mit Parkuhren, Ladezonen, Bewohnerparkgebieten, Ladezonen und beschränkten Parkzeiten die Probleme in den Griff zu bekommen. „Weil die bisherigen Regelungskonzepte den besonderen Einsatzbedingungen von Handwerkern nicht gerecht werden, haben sich die Mitglieder der TechnologieRegion Karlsruhe auf eine gemeinsame Vorgehensweise verständigt’“, sagte der Vorsitzende der Technologierregion, OB Heinz Fenrich, am Dienstag bei der Vorstellung des neuen Handwerkerparkausweises, der zum 1. September eingeführt wurde.
Mussten die Betriebe aus der Region seither für den jeweiligen Arbeitsort eine Ausnahmegenehmigung immer extra beantragen, so können sie sich nun bei der Verkehrsbehörde am Firmensitz, in Karlsruhe ist dies das Amt für Bürgerservice und Sicherheit, für 150 Euro einen für drei Fahrzeuge gültigen Ausweis ausstellen lassen, der in der TechnologieRegion Karlsruhe, mit Ausnahme der Landkreise Südliche Weinstrasse und Germersheim, sowie der Stadt Baden-Baden, Gültigkeit hat. „Baden-Baden will wegen seiner topografischen Lage bisher keine weiteren Ausnahmen mehr zulassen, die pfälzischen Firmen können bereits Parkausweise für die Metropolregion Rhein-Neckar bekommen“, geht aber Fenrich von einer baldigen Ausdehnung des Gültigkeitsbereichs aus, weil derzeit bereits Gespräche über eine wechselnde Anerkennung der Parkausweise zwischen der Metropolregion und der TechnologieRegion geführt werden. „Heute ist ein guter Tag für die TechnologieRegion Karlsruhe und die Handwerkerschaft“, lobte der Stellvertretende Kreishandwerksmeister Karl-Heinz Jooß die einvernehmliche Lösung als „Zeichen gelebten Bürokratieabbaus“. Den ersten Handwerkerparkausweis nahm der Obermeister der Bauinnung Karlsruhe-Bruchsal, Walter Rudolph, entgegen.

Bildtext (Bildrechte: Stadt Karlsruhe)
Neu für Handwerker: Karl-Heinz Jooß, OB Heinz Fenrich und Gerhard Rudolph (von links nach rechts) stellten den Parkausweis der TechonologieRegion Karlsruhe vor.
Handwerkswelten im Herzen der City Kreishandwerkerschaft präsentierte Kompetenz und Ideen auf dem Marktplatz
"Handwerk gehört auf den Marktplatz", verkündete Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil bei der Eröffnung der "Handwerkswelten" auf dem Marktplatz. Die Veranstaltung findet statt "damit die Leute sehen, was Handwerk kann und Lust bekommen auf handwerkliche Leistung. Beispielsweise um ihr Haus zu verschönern."
Die Präsentation von 13 verschiedenen Innungen unter der Federführung der Kreishandwerkerschaft für die Region Karlsruhe, war sehenswert, weil pfiffig aufgemacht, und interessant, weil Besucher umfassend über Tätigkeiten und Spezialgebiete informiert wurden. "Innungen sind kein Auslaufmodell, sondern eine aktive Gemeinschaft", unterstrich Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffman bei der Begrüßung.
Der Meinung war auch Bürgermeisterin Margret Mergen. "Sie zeigen hier unter dem Motto "Lebensspender Energie" auf spielerische Art, was Handwerk kann, und dass sich Qualität immer wieder durchsetzt." So ließen sich durch clevere Sanierungskonzepte die Energiekosten senken, der Wert der Immobilie steigern und gleichzeitig Umwelt und Klima schonen. Beim Rundgang informierte sich die Bürgermeisterin ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten.
Am Stand der Dachdeckerinnung war eine Hebebühne geparkt, die neugierigen Besuchern in bis zu 30 Meter Höhe einen Blick über die Fächerstadt schenkte. Der Bürgermeisterin reichten ihr 17 Meter, um einen guten Überblick über das Rathaus zu erhalten.
Die meisten Innungen hatten nicht nur in Sachen Stand Bemerkenswertes organisiert, sondern auch noch verschiedene Programmpunkte zu bieten. Die spektakulärsten Ideen hatten sich die Zimmererinnung und die Kfz-Innung einfallen lassen. Die Zimmerer hatten im Vorgeld einen Kindergarten-Wettbewerb organisiert. Die drei Gewinner, die katholischen Kindergärten Arche Kunterbunt, Oberreut, St Peter und Paul, Mühlburg, und St. Michael, Bruchhausen, erhielten als Preis je ein großes Holzspielhaus für ihr Freigelände.
 Die Kfz-Innung hatte Bernd Mayländer, den bekannten Safety-Car-Fahrer der Formel I zu Gast . Sie überraschte die drei Kindergarten zusätzlich mit je einem Safety-Car für Kids mit Mini-Verkehrschildern und Kinder-Warnwesten für die Verkehrsfrüherziehung. Es gab ein großes Hallo, als die Kleinen mit ihren Erziehern die Bühne stürmten. "Das war jetzt wie Weihnachten", strahlte Erzieherin Isolde Haller aus Oberreut.
 Riesigen Applaus erhielt auch die Samba-Show "I Panema" aus Salvador Bahia, die als "brasilianisches Feuerwerk" gefeiert wurden. Moderator war Peter Mackowiack.
Bildreihe unten (v.l.n.r.):
1) Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann zeigt Bürgermeisterin Margret Mergen das moderne Innere eines Fensterrahmens.
2) Pause auf der "schwebenden" Holzpyramide: Von links: Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Bürgermeisterin Margret Mergen, Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil und Erich Geißler von der Wirtschaftsförderung der Stadt.
3) Wie man ein heißes Eisen bearbeitet, probiert hier Bürgermeisterin Margret Mergen unter der Aufsicht von Handwerksmeistern aus.
Fotos: mjo
Bildung und Steuern sind zentrale Themen Handwerker diskutierten mit Bundestagskandidaten
Karlsruhe (mjo). "Was hat das Handwerk von der Politik zu erwarten?" Antwort auf diese Frage erwarteten zahlreiche Handwerksmeister von sechs Kandidaten zur Bundestagswahl 2009. In einer von der Kreishandwerkerschaft für die Region Karlsruhe initiierten und von Matthias Kuld, dem Leiter der Redaktion Region der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) moderierten Veranstaltung im Bildungszentrum der Handwerkskammer standen Themen wie Steuern und Abgaben, Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen, Unternehmensfinanzierung, Liquiditätssicherung, Energie und Klimaschutz im Mittelpunkt.
Bildung und Ausbildung müssten für die Politik der Zukunft höchste Priorität haben, versicherten alle Bundestagskandidaten. Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete der Grünen in Karlsruhe, möchte vor diesem Hintergrund den Solidaritätszuschlag in einen "Bildungssoli" umwandeln. Außerdem sprach sie sich dafür aus, die Steuern und Sozialabgaben vor allem in den niedrigen Lohnbereichen bis 2000 Euro monatlich zu senken - "damit vom Brutto mehr Netto bleibt".
Ingo Juchler, Bundestagskandidat der SPD Karlsruhe-Land, befürwortet eine vereinfachte Steuerpolitik. Der Hochschulprofessor, der die Nachfolge von Jörg Tauss im Bundestag antreten möchte, ging vor allem auf die Ausbildungsfähigkeit ein. "Viele beherrschen elementare Kulturtechniken wie Rechnen und Schreiben nicht mehr", sagte er. Wichtig sei auch die Weiterbildung von Fach- und Führungskräften ein. Ihn störe, dass nur ein Prozent der Handwerksmeister den für sie offenen Hochschulzugang nützen, so Juchler. In der Schweiz seien es zehn Prozent. Nach seiner Auffassung könnte eine Anhebung des Meister-Bafögs Studierwilligen auf die Sprünge helfen.
Mit Anreizen, "damit sich Leistung wieder richtig lohnt", möchte der Bundestagsabgeordnete der CDU Karlsruhe, Ingo Wellenreuther, das Handwerk auf Wachstumskurs bringen. Mittelfristig seien zudem Steuersenkung und ein gerechteres Steuersystem notwendig. Stark macht er sich für eine Verbesserung der Kreditsituation. "Das Handwerk schafft Arbeitsplätze. Es soll nicht reglementiert und behindert werden, sondern alle Möglichkeiten haben, sich zu entfalten", unterstrich Wellenreuther, der auch die Vergabepraxis optimieren möchte.
Bekämpfung der Schwarzarbeit - auch durch eine Steuerreform -, bessere Bildung und für die Abkehr von einer DAX-Hörigkeit will der Bundestagsabgeordnete der FDP für Mittelbaden, Patrick Meinhardt, erreichen. "Wir müssen die Mittelschicht stärken", betonte er. Nach Ansicht von Johannes Jung, Bundestagsabgeordneter der SPD Karlsruhe, ist Schwarzarbeit "nicht aus der Not geboren". Durch verbesserte Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen könne dem entgegengewirkt werden. Dies sei zugleich ein Anreiz für Renovierung und energetische Sanierung.
Jörg Rupp, Bundestagskandidat der Grünen Karlsruhe-Land, forderte eine bessere Betreuung von Jugendlichen mit schlechtem Schulabschluss. Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann forderte, Staatseinfluss abzubauen und vor allem Klein- und Mittelbetriebe zu entlasten. "Viele Fragen bleiben offen", kommentierte Matthias Kuld die Diskussion.

Sechs Bundestagskandidaten aller Parteien standen den Handwerkern bei der Podiumsdiskussion der Kreishandwerkerschaft Rede und Antwort. Foto: mjo
Frühjahreshauptversammlung / Obermeistersitzung 14.05.2009
Bei der Frühjahreshauptversammlung / Obermeistersitzung der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe am 14.05.2009 um 19.00 Uhr im Gesundheitszentrum der Innungskrankenkasse Karlsruhe ging Herr Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann neben den üblichen Regularien in einem ausführlichen Bericht stichpunktartig auf die vielfältigen Aktivitäten der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe ein. Die Jahresrechnung 2008 wurde den Anwesenden ausführlich erläutert und Herr Kunzmann gab den Bericht des Rechnungs- und Kassenprüfungsausschusses. Die anwesenden stimmberechtigten Obermeister und Delegierten stimmten hinterher einstimmig für die Annahme der Jahresrechnung und die Entlastung des Vorstandes.
Herr Hubert Meier, Vorstandsvorsitzender der Volksbank Karlsruhe hielt einen Kurzvortrag zum Thema "Auswirkungen der Finanzkrise auf die regionale Wirtschaft und die Zusammenarbeit mit regionalen Banken aus heutiger Sicht". Den zweiten Kurzvortrag hielt Herr Direktor Hartmut Pleier von der Agentur für Arbeit Karlsruhe über das Thema "Kurzarbeit und Weiterbildung in der heutigen Zeit. Beide Vorträge fanden bei den Anwesenden großen Anklang.
Befristete Anhebung der Wertgrenzen bei öffentlichen Ausschreibungen - Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe schreibt alle Gemeinden im Stadt- und Landkreis Karlsruhe an
Im Rahmen des von der Bundesregierung und Landesregierung beschlossenen Konjunkturprogramms können jetzt bis zu einer Höhe von € 100.000,-- freihändig vergeben und bis zur Höhe von € 1.000.000,-- beschränkt ausgeschrieben werden. Die neue Regelung ist für die Vergabe von öffentlichen Aufträgen zunächst auf 2 Jahre befristet.
Da es nun an den Kommunen liegt zu entscheiden, ob sie die höheren Wertgrenzen ausschöpfen, haben wir alle Gemeinden im Stadt- und Landkreis Karlsruhe angeschrieben und um entsprechende Umsetzung gebeten.
Wir haben die Gemeinden außerdem aufgefordert, die Projekte frühzeitig und bewusst handwerks- und mittelstandsfreundlich auszuschreiben. Die Vergabe an Generalunternehmen sollten soweit als möglich unterbleiben und die einzelnen Projekte je nach Größe in Fach- und Teillose unterteilt werden.
Wir haben die Gemeinden auch gebeten, uns mitzuteilen, ob die befristete Anhebung der Wertgrenzen analog der Empfehlung der Bundesregierung und der Landesregierung umgesetzt werden.
Lebende Werkstätten begeisterten
Rund 2000 Schüler aus dem Stadt- und Landkreis interessierten sich beim 20. Tag der Berufsinformation für Handwerksberufe
Karlsruhe (mjo). Der Andrang an Acht- und Neuntklässlern an der Heinrich-Hübsch-Schule, der Carl-Hofer- und Heinrich-Meidinger-Schule sowie an der Gewerbeschule Durlach war gewaltig: Rund 2000 Schüler drängelten einen ganzen Vormittag zusammen mit ihren Lehrern und auch so manchen Elternteilen durch die Gänge der Schulen, von einer "lebenden Werkstätte" zur anderen. Denn das Besondere am Tag der Berufsinformation, den die Kreishandwerkerschaft (KH) Karlsruhe alljährlich organisiert, ist der praktische Bezug. Hier darf gehämmert, genagelt, gehobelt und gelötet werden. Man darf probieren, wie eine Kelle in der Hand liegt und was man alles mit einem Schieferhammer anfangen kann. Zum Beispiel Schieferherzen formen und diese dann mit nach Hause nehmen.
Auszubildende der jeweiligen Berufe gaben den Schülern nicht nur die Eindrücke von ihrem Alltag wider, sie zeigten auch, was wichtig ist, was man können muss und welches die Voraussetzungen für die Ausbildung sind. Dazu zählt, dass man in Deutsch und in Mathe ein brauchbare Note vorzeigen kann. Darüber wurde in der Schmiede gesprochen, bei den Schreinern, bei den Dachdeckern, den Elektrikern, den Konditoren, den Metzgern, den Friseuren, den Fotografen, und, und, und...
Die Schülerinnen und Schüler aus den Haupt-, Real- und Sonderschulen hatten Gelegenheit, sich insgesamt 30 verschiedene Berufe ganz aus der Nähe anzuschauen. Insgesamt hatten sich 14 Innungen am Tag der Berufsinformation beteiligt. Es gab auch bereits viele Anfragen für Praktika, berichtete KH-Geschäftsführer Engelbert Wangler.
Anlässlich des Jubiläums - 20 Jahre Tag der Berufsinformation - hatte die Kreishandwerkerschaft gleichzeitig zu einem kleinen Festakt in die Werkstätten der Heinrich-Hübsch-Schule geladen. Kultusminister Helmut Rau hatte seine Anwesenheit zugesagt, musste jedoch wegen des Amoklaufs in Winnenden seine Teilnahme absagen. Schulpräsident Werner Schnatterbeck lobte als sein Vertreter das Duale Schulsystem, dessen Vorbildcharakter in ganz Europa anerkannt sei. Dem Handwerk und den Schulen dankte er für ihr Engagement bei der Berufsinformation. Diese sei für die jungen Menschen eine große Hilfe beim Start ins Berufsleben.
Auch Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann hob vor zahlreichen Politikern und Vertretern von Handwerk, Wirtschaft und Verwaltung den Erfolg des Dualen Ausbildungssystems hervor. Der Info-Tag sei im Laufe der Jahre zu einer festen Institution geworden, betonte er. Wirtschaftbürgermeisterin Margret Mergen hoffte, dass sich viele junge Menschen für das Handwerk begeistern, nachdem sie in den "lebenden Werkstätten" einen ersten Eindruck davon bekommen haben, was auf sie zukommen könnte.
Briefe in Gold für 49 Meister
Erwin Vetter: Handwerker schaffen Werte und übernehmen Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft
Karlsruhe (mjo). In einer Feierstunde der Karlsruher Kreishandwerkerschaft freuten sich 49 Handwerksmeister über ihren "Goldenen Meisterbrief." Erwin Vetter, ehemaliger baden-württembergische Sozialminister und Ehrenmeister der Karlsruher Kreishandwerkerschaft betonte in seiner Festrede im Atrium der Karlsruher Sparkasse: "Handwerk ist das Gegenmodell zu den Luftmodellen, die uns die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise beschert haben. Denn Handwerker schaffen Werte, Produkte und Dienstleistung, und sie übernehmen Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft."
Vor rund 200 Gästen aus Handwerk, Politik, Wirtschaft und Verwaltung überreichten Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil sowie Erwin Vetter die gerahmten "Goldene Meisterbriefe" an Handwerker, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Spitzenreiter war das Elektroinstallateur- und Elektromechanikerhandwerk mit 15 rüstigen Herren, die strahlend ihre Urkunde in Empfang nahmen. Auf Platz zwei dieser Jubiläumsliste kamen die Bäcker mit elf Meister. Zwei Herren durften sich über je zwei "Goldene Meisterbriefe" freuen: Friedrich Filsinger und Helmuth Leinweber, beide Blechner- und Installateurmeister.
Sparkassendirektor Ralph Ganz bezeichnete das Handwerk als "Motor der deutschen Wirtschaft". In den inhabergeführten Betrieben würden die Chefs ihr Schicksal eng mit dem des Betriebes verbinden. Zu Mitarbeitern und Kunden unterhielten sie ganz andere Beziehungen als Großbetriebe. Die Sparkasse sei gerne Finanzierungspartner des Handwerks.
Kammerpräsident Wohlfeil appellierte an die Betriebsinhaber, in die Ausbildung ihrer Lehrlinge zu investieren. Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann zeigte sich überzeugt, dass es im Handwerk trotz Wirtschaftskrise weitergehen werde.
1) Gruppenbild "Goldene Meister"
2) Gruppenbild Elektroinstallateur- und Elektromechanikermeister
3) Gruppenbild Bäckerhandwerksmeister
4) Gruppenbild Maler- und Lackierer mit Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann (l.) und
Kammerpräsident Joachim Wohlfeil (2.v.r.). Fotos: mjo
Gespräch der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe mit dem Amt für Umwelt- und Arbeitsschutz der Stadt Karlsruhe
Am Montag, den 26.01.2009 sind die Vertreterinnen und Vertreter der Stadt Karlsruhe - Umwelt- und Arbeitsschutz und der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe zu einem Informationsgespräch zusammengekommen.
Bei dieser Unterredung wurden unter anderem auch die Kontrollen der Stadt Karlsruhe "Umwelt- und Arbeitsschutz" bei den Handwerksbetrieben erörtert. Im Einzelnen wurden die gesetzlichen Grundlagen, Art und Umfang der Kontrollen, Vorankündigung usw. besprochen.
Beide Seiten sind bei dieser Unterredung zu der Auffassung gekommen, dass solche Gespräche nützlich und sinnvoll sind. Weitere Unterredungen sollen je nach Bedarf durchgeführt werden.
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