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Das Archiv der Kreishandwerkerschaft

Presse

Bericht der BNN, Ausgabe Nr.275, vom 28. November 2000, von Monika John

Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe in Bruchsal / 226 Gesellen

"Für Leistungswillige gibt es viele Chancen"

   Bruchsal. Das Handwerk hält für leistungswillige junge Leute jede Menge Chancen parat. Diese Ansicht vertrat Dr. Erwin Vetter, Staatsminister im Ruhestand, bei der traditionellen Freisprechungsfeier der Karlsruher Kreishandwerkerschaft im Gewerblichen Bildungszentrum in Bruchsal. Denn: "In vielen Betrieben steht der Generationswechsel an." Exminister Vetter machte den 226 "frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen Mut: "Dienstleistungshandwerker sind unersätzlich. Sie werden immer gebraucht." An die Handwerksmeister appellierte er: "Bitte engagiert euch weiterhin in der Ausbildung junger Menschen."

   Vielen sprach er in seiner Festrede aus dem Herzen: "Das ist die Solidarität der Generationen." Sie zeige sich in dieser Feierstunde. Den jungen Leuten gratulierte er zur Leistungsbereitschaft, die sich auf dem "zukunftssicheren Weg vom Lehrling zum Meister" gezeigt hätten. Die "Aushöhlung des Großen Befähigungsnachweises auf kaltem Wege" kritisierte der stellvertretende Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann: "Wer, wenn nicht der Meister, hat die Befähigung, junge Menschen im Beruf auszubilden?", frage er. Zur Zukunft der Ausbildung forderte er "ganz klare Äußerungen von der Bundesregierung". Kritisch äußerte er sich auch zu schulischen Ausbildung: "Die Hauptschule darf nicht zur Restschule verkommen."

   Traditionell wurden bei der Freisprechungsfeier diejenigen mit den besten Leistungen gewürdigt. Es waren zwei Gruppen: Einmal die mit den besten Notenschnitten. Das waren insgesamt 18, an der Spitze der Tischler Patrick Streit, ausgebildet von der Firma Markstahler und Barth in Karlsruhe. Es folgte die Gruppe, die beim praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend zu Ruhm und Ehre gelangt ist. 36 junge Frauen und Männer erhielten Urkunden und Geschenke. Auf den ersten Platz gelangte die Fahrzeuglackiererin Andrea Berger, ausgebildet vom Volkswagen Zentrum Karlsruhe. Erst kürzlich ist sie zur Bundessiegerin gekürt worden. Spezielle Ehrungen gab es aus der Hand von Bruchsals Erstem Bürgermeister Werner Stark für die drei besten Prüflinge des Jahres 2000 im Bereich Bruchsal: Raumausstatter Markus Böser aus Forst, Zentralheizungs- und Lüftungsbauer Markus Lay aus Östringen und Zimmerer Stefan Herzog aus Graben Neudorf.

   Den "Werner-Stober-Preis" für besonders gute Leistung vergab der Präsident der Handwerkskammer, Joachim Wohlfeil, an Andrea Berger, Fahrzeuglackiererin, Eva Difflipp, Friseurin, Tina Klotz, Fleischerin, und René Rinderspacher, Metallbauer. Insgesamt bemerkenswert war, dass unter den Preisträgern und Geehrten sehr viele Frauen waren. Von den 226 Junggesellen sind 25 weiblich. Der beliebteste Beruf bei den Frauen: Friseurin (15). Bei den Männern: Kraftfahrzeugmechaniker (30), dicht gefolgt vom Tischler (26). Die musikalische Gestaltung der Feierstunde durch das Ensemble des Landkreis-Gospelchores Karlsruhe unter der Leitung von Dr. Johann Beichel erhielt viel Beifall.