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Presse
Bericht des Kurier, 05.10.2001
Klagen über die öffentlichen Auftragsvergaben
Mit Handwerkern reden
Das Baudezernat lädt Vertreter der Kreishandwerkerschaft zu einem Gespräch ein. Diesen Vorschlag
akzeptierten alle Fraktionen des Gemeinderats. Vorangegangen war ein SPD-Antrag. Darin hatten die
Sozialdemokraten ein Hearing verlangt, um den Klagen über die Vergabepraxis bei öffentlichen
Aufträgen nachzugehen.
Michael Zeh (SPD) forderte von der Kreishandwerkerschaft konkrete Beispiele, bei welchen Vergaben Karlsruher
Firmen nicht berücksichtigt worden seien. Der Bauausschuss sei hier nicht untätig, stellte Bernhard
Weick (CDU) klar. Zusammen mit der Verwaltung kämpfe man darum, Wege zu finden, um Arbeits- und
Ausbildungsplatze zu erhalten. Er schlug vor, die hiesige mit der Vergabepraxis anderer Städte zu
vergleichen. Außerdem solle die Verwaltung den Umfang ihrer Vergaben auflisten. Bei Angeboten gelte es
zu prüfen, ob keine Dumpingpreise vorlägen. Aufträge für Bauunterhaltungsmaßnahmen
könnten so vergeben werden, dass kontinuierlich Arbeit für lokale Firmen herausspringe. Für
Ausschreibungen in kleineren Losen sprachen sich Karl-Heinz Jooß (FDP/A), und Hans Pfalzgraf (SPD) aus.
Die Stadt habe zudem, so Jooß, die Möglichkeit die annehmbarsten Leistungen auszuwählen. Auch
sei bei örtlichen Firmen der Kundendienst billiger. Lüppo Cramer (KAL) mahnte, keine Gegensätze
zwischen Rathaus und Handwerk aufzubauen. Als "weiche" Kriterien könnten Tariftreue und
Ausbildungsbereitschaft gelten. Klaus Stapf (GRÜNE) und Pfalzgraf hielten den kritischen Blick auf die
Vorgehensweise von Generalunternehmern für angebracht. Die "prekäre Bausituation" beklagte Christa
Caspari (GRÜNE). Per Gesetz sei die Stadt verpflichtet, den günstigsten Bieter zu nehmen.
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