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Das Archiv der Kreishandwerkerschaft

Presse

Bericht der BNN, 09.11.2001

Zusammenarbeit zwischen Kreishandwerkerschaft und PH

Die Ausbildungsreife im Blick

Künftige Lehrer lernen Anforderungen des Handwerks kennen

Die mangelnde Ausbildungsreife von Abschlussschülern der Hauptschule wird seit Jahren von Handwerksmeistern in verschiedenen Branchen kritisiert. Mit Hilfe der kürzlich vereinbarten Zusammenarbeit zwischen der Kreishandwerkerschaft (KH) und der Pädagogischen Hochschule (PH) soll nun ein Weg gefunden werden, der bereits Lehramtsstudierende für das Problem sensibilisiert. Schließlich betreffe das Thema nicht nur den Nachwuchs im Handwerk, sondern sei zugleich für die Berufsfindung der Abschlussschüler von existenzieller Bedeutung, betonte Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann.
Mit der Eröffnungsfeier des akademischen Jahres 2001/2002 startete an der PH die Umsetzung der Kooperation. Ziel sei, den Lehramtsstudierenden die Kompetenzen des Handwerks und dessen spezielle Anforderungen an potenzielle Lehrlinge nahe zu bringen. Demnach erhalten die Innungsobermeister Gelegenheit, ihr Handwerk in einer Vorlesung vorzustellen. Dies wird jeden Mittwoch der Fall sein. In der Feierstunde forderte der Rektor der PH, Professor Dr. Jürgen Nebel, seine Kolleginnen und Kollegen auf, zusammen mit den Handwerksmeistern Projekte zu konzipieren. Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmannstellte fest: "Der mittelmäßige Hauptschüler wird den Anforderungen, denen er als Lehrling eines anspruchsvollen Handwerks gegenüber steht, nicht mehr gerecht." Dies sei die am meisten geäußerte Kritik. In seinem Statement brach er eine Lanze für die "Lust auf Leistung". Nach seiner Auffassung hat sich die Hauptschule in der Vergangenheit stark verändert. Die Qualität der Bildung reiche nicht mehr aus. Lehre und Lernen müsse sich an der Berufsfindung orientieren, sie sei kein luftleerer Raum. Angesichts von 500 000 Betrieben, die in den nächsten Jahren zur Nachfolge anstehen, sei abzusehen, dass das Handwerk sich auch in weiterfuhrenden Schulen umsehen müsse, um Nachwuchs heranzubilden.