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Das Archiv der Kreishandwerkerschaft

Presse

Bericht der BNN, 19.11.2002

"Handwerk ist an Standort gebunden"
Massive Kritik des Kreishandwerksmeisters an der Politik/ Dienstleistung steht im Vordergrund


Karlsruhe. Die wirtschaftliche Lage bringt auch das Handwerk in der Region zunehmend in Bedrängnis. "Wir können nicht nach Hongkong ausweichen", sagte Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann in der Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft (KH) Karlsruhe, "wir sind an den Standort gebunden". Trotzdem hält er nichts davon, nur noch zu jammern oder etwa alle Initiative aufzugeben. "Damit wäre auch die unternehmerische Freiheit dem Untergang geweiht." Die politische Auseinandersetzung habe in den jüngsten Wochen eine neue Dimension erfahren. "Noch nie hat eine neu gewählte Regierung so schamlos gelogen", sagt er unter dem Applaus der Delegierten aus 44 Innungen in der Region.

Jahreshauptversammlung 2002

Nach seiner Auffassung ist es "der Politik wohl entgangen, dass nur gesunde wirtschaftliche Unternehmen stabile Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen können". Dagegen seien Zwangsversicherung und ein Versorgungsstaat gut geeignet, persönliche Initiative und Leistungsstreben zu lähmen. Hoffmann: "Die Menschen wollen Arbeit und keine staatlichen Almosen."

Jahreshauptversammlung 2002

Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft jedenfalls hat im vergangenen Jahr munter für seine Mitglieder gearbeitet und dabei eine ganze Menge erreicht, wie aus Hoffmanns Jahresbericht herauszulesen war. So die Inkassovereinbarung mit einer entsprechenden Servicefirma, Sonderrabatte für Neuwagen und Telekommunikationsdienstleistungen, das Projekt "Notinsel", die Beteiligung am Stadtgeburtstag und 50 Jahre Baden-Württemberg sowie die Erarbeitung von Umweltblättern für viele Handwerkssparten. Es sei gelungen, dem Arbeitskreis "Umwelt" neu zu aktivieren.

Jahreshauptversammlung 2002

Gute Erfolge bescheinigte der Kreishandwerksmeister außerdem dem Projekt "Handwerk stellt sich vor" mit der Pädagogischen Hochschule. Ferner sei eine Formulardatenbank auf den Internetseiten installiert worden und verschiedene Rechtsratgeber wie auch die Textsammlung "Arbeitsschutzgesetzt" seien aufgelegt worden, um nur einige Projekte zu nennen.

Jahreshauptversammlung 2002

Den Nutzen von "Brücken der Freundschaft und des Verständnisses" zwischen Handwerk und den Angehörigen des Ehrenrates" skizzierte Exoberbürgermeister und Ehrenmeister der KH, Prof. Dr. Gerhard Seiler, in seinem Grußwort. Holger Jagiella vom Stadtmarketing Karlsruhe machte erstens Appetit auf den nächsten Stadtgeburtstag und zweitens warb er um die Teilnah-me des Handwerks. Es gehe dabei weniger um die üblichen Festinhalte wie Essen und Trinken, vielmehr solle der Stadtgeburtstag als Instrument verstanden werden, um die Identifikation, das "Wir-Gefühl" zu steigern. In die Versammlung integriert war eine Besichtigung des Tagungsortes, der Gewerblichen Akademie für Glas-Fenster- und Fassadentechnik in Oberreut. Schulleiter Klaus Layer und Fachverbandsgeschäftsführer Dr. Siegfried Melcher erläuterten die großzügigen Werkstätten und Schulungsräume in dem Gebäude, das - logischerweise - mit viel Glas gebaut ist. mjo