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Karlsruhe. Die wirtschaftliche Lage bringt auch das Handwerk in der Region zunehmend in Bedrängnis.
"Wir können nicht nach Hongkong ausweichen", sagte Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann in der
Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft (KH) Karlsruhe, "wir sind an den Standort gebunden".
Trotzdem hält er nichts davon, nur noch zu jammern oder etwa alle Initiative aufzugeben. "Damit wäre
auch die unternehmerische Freiheit dem Untergang geweiht." Die politische Auseinandersetzung habe in
den jüngsten Wochen eine neue Dimension erfahren. "Noch nie hat eine neu gewählte Regierung so schamlos
gelogen", sagt er unter dem Applaus der Delegierten aus 44 Innungen in der Region.

Nach seiner Auffassung ist es "der Politik wohl entgangen, dass nur gesunde wirtschaftliche Unternehmen
stabile Arbeits- und Ausbildungsplätze zur Verfügung stellen können". Dagegen seien Zwangsversicherung
und ein Versorgungsstaat gut geeignet, persönliche Initiative und Leistungsstreben zu lähmen. Hoffmann:
"Die Menschen wollen Arbeit und keine staatlichen Almosen."
Der Vorstand der Kreishandwerkerschaft jedenfalls hat im vergangenen Jahr munter für seine Mitglieder
gearbeitet und dabei eine ganze Menge erreicht, wie aus Hoffmanns Jahresbericht herauszulesen war. So
die Inkassovereinbarung mit einer entsprechenden Servicefirma, Sonderrabatte für Neuwagen und
Telekommunikationsdienstleistungen, das Projekt "Notinsel", die Beteiligung am Stadtgeburtstag und 50
Jahre Baden-Württemberg sowie die Erarbeitung von Umweltblättern für viele Handwerkssparten. Es sei
gelungen, dem Arbeitskreis "Umwelt" neu zu aktivieren.
Gute Erfolge bescheinigte der Kreishandwerksmeister außerdem dem Projekt "Handwerk stellt sich vor" mit
der Pädagogischen Hochschule. Ferner sei eine Formulardatenbank auf den Internetseiten installiert
worden und verschiedene Rechtsratgeber wie auch die Textsammlung "Arbeitsschutzgesetzt" seien aufgelegt
worden, um nur einige Projekte zu nennen.

Den Nutzen von "Brücken der Freundschaft und des Verständnisses" zwischen Handwerk und den Angehörigen
des Ehrenrates" skizzierte Exoberbürgermeister und Ehrenmeister der KH, Prof. Dr. Gerhard Seiler, in
seinem Grußwort. Holger Jagiella vom Stadtmarketing Karlsruhe machte erstens Appetit auf den nächsten
Stadtgeburtstag und zweitens warb er um die Teilnah-me des Handwerks. Es gehe dabei weniger um die
üblichen Festinhalte wie Essen und Trinken, vielmehr solle der Stadtgeburtstag als Instrument verstanden
werden, um die Identifikation, das "Wir-Gefühl" zu steigern. In die Versammlung integriert war eine
Besichtigung des Tagungsortes, der Gewerblichen Akademie für Glas-Fenster- und Fassadentechnik in
Oberreut. Schulleiter Klaus Layer und Fachverbandsgeschäftsführer Dr. Siegfried Melcher erläuterten die
großzügigen Werkstätten und Schulungsräume in dem Gebäude, das - logischerweise - mit viel Glas gebaut ist. mjo
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