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Bruchsal. Für 260 junge Frauen und Männer war der Freitagabend der Höhepunkt ihrer bisherigen
beruflichen Laufbahn. Sie wurden im Rahmen einer Freisprechungsfeier im Gewerblichen Bildungszentrum
in Bruchsal von ihren Pflichten als Lehrling freigesprochen. "Nehmt Eure Zukunft in die Hand, verzagt
nicht, der Erfolg wird Euch Recht geben", mit diesen Worten gratulierte der stellvertretende
Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann den Jugendlichen zum Eintritt ins Gesellenleben und ermunterte
sie zu weiteren Leistungen.

Unter den 260 Jugendlichen (darunter 41 Frauen) waren zehn, die ihre Gesellenprüfung mit der Note eins
vor dem Komma geschafft haben. Eindeutig Bester war der Maurer Josip Marijanovic, ausgebildet von Andreas
Tritschler in Sulzfeld, mit der Note 1,2. Insgesamt 38 Prüflinge haben die Note "gut" erreicht, 144 die
Note "befriedigend" und 77 waren es mit der Note "ausreichend". Insgesamt 24 junge Frauen und Männer
haben sich beim "Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend" einen Platz auf dem Siegertreppchen
erkämpft. Die erfolgreichsten sind der Brauer und Mälzer Jerome Penzler, ausgebildet von Michelbräu
Karlsbad, und die Bäckereifachverkäuferin Nicole Rieder, ausgebildet von der Badischen Backstub in
Karlsruhe. Beide wurden erste Bundes-, Landes- und Kam-mersieger in ihrem Fach. Diese herausragenden
Leistungen in Theorie und Praxis waren der Kreishandwerkerschaft wie der Politik ein dickes Lob wert.
Gerhard Feldmann übergab zusammen mit dem Bruchsaler Oberbürgermeister Bernd Doll und Landrat Claus Kretz
die Urkunden und Preise. Eine spezielle Ehrung erhielten außerdem die vier besten Prüflinge des Jahres aus
dem Bereich Bruchsal.

Feldmann nahm die Freisprechung zum Anlass an die Pisa-Studie zu erinnern. Diese habe die Mängel, die das
Handwerk schon vor zehn Jahren in der Schulausbildung festgestellt und angemahnt habe, nur bestätigt.
Er forderte einen Umbau des Bildungssystems und vor allem auch, dass die Eltern sich wieder mehr um ihre
Kinder kümmern sollten. Landrat Claus Kretz ermunterte die Jugendlichen einen beruflichen Umstieg zu wagen,
falls sie feststellen sollten, dass der gewählte Beruf doch nicht der Richtige sein sollte. Olav Gutting,
CDU-Mitglied des Bundestages, forderte für alle junge Menschen die Chance, einen Beruf erlernen zu können.
Er wünschte den Gesellinnen und Gesellen, dass sie an den Herausforderungen wachsen mögen. Die Feier wurde
von den mitreißenden Darbietungen der Gruppe "Chorlecithin" unter der Leitung von Julia Seitz musikalisch
umrahmt.

Die Statistik der Kreishandwerkerschaft zeigt, dass der beliebteste Beruf bei den jungen Männern nach wie
vor der Kraftfahrzeugmechaniker (31) ist, dicht gefolgt vom Metallbauer (29). Platz drei belegt der
Tischlerberuf (22). Die jungen Frauen lieben den Friseurberuf (22). Auf Rang zwei kam die Feinmechanikerin,
Fachrichtung Feingerätebau (7) und auf Platz drei die Bürokauffrau im Handwerk (3). -mjo-
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