|
mjo.
"Der Ausbildungsstellenmarkt gestaltet sich zunehmend schwieriger. Die Zahl der Bewerber
und Bewerberinnen beim Arbeitsamt Karlsruhe stieg auf 3 622, das sind 8,4 Prozent mehr als Vorjahr."
Ein deutlicher Einbruch zeichne sich dagegen bei den Ausbildungsstellen ab, berichtete Wolfram Leibe
vom Arbeitsamt bei der Pressekonferenz im Vorfeld zum "Tag der Berufsinformation des Handwerks",
der am Mittwoch, 19. März, an der Heinrich-Hübsch-, Carl-Hofer- und an der Gewerbeschule Durlach
angeboten wird. Bis jetzt seien 3 029 Ausbildungsstellen gemeldet. "Das sind 639 weniger als im
Dezember 2002, was ein Minus von 17,5 Prozent bedeutet." Die Rückgänge beträfen alle Branchen,
sagte Leibe.
"Das Handwerk braucht Fachkräfte", stellte Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann fest. An diesem
Motto habe sich nichts geändert. Und die besten Mitarbeiter seien immer noch diejenigen, die das
Handwerk selbst ausgebildet hat. Gleichwohl seien die Schüler zunehmend daran interessiert, länger
in der Schule zu bleiben, ein Berufsvorbereitungsjahr anzuhängen, auf em Berufskolleg oder ähnliches
zu wechseln, teilte Gerold Greiff, Leiter der Carl-Hofer-Schule, mit. Vielfach seien es Jugendliche,
deren Ausbildungsreife zu wünschen übrig lasse. Er forderte staatliche Hilfe, damit diese jungen
Menschen auch einen Ausbildungsplatz bekommen.
"Das Handwerk ist nicht Ansprechpartner für Leistungsschwache", betonte Walter Schäfer von der
Handwerkskammer. Kreishandwerksmeister Hoffmann verwies in diesem Zusammenhang auf die Kunden der
Handwerksbetriebe, die stets eine Topleistung verlangten. "Das geht nur mit Topfachkräften", sagte er.
"Wir lassen uns die Ausbildung des Nachwuchses etwas kosten", unterstrich Sozialbürgermeister Harald
Denecken. Immerhin sei in diesem Doppelhaushalt der knappen Finanzmittel für die Schulen ein Budget
von 172 Millionen Euro veranschlagt worden. Er regte an, die Elternvertreter zum Tag der
Berufsinformation einzuladen. Dass ein Auszubildender im Elektrohandwerk den Betrieb monatlich rund
2 500 Euro koste, darauf verwies Ursula Weber, Vorsitzende der Unternehmerfrauen im Handwerk.
Der "Tag der Berufsinformation des Handwerks", eine Aktion des Staatlichen Schulamtes, der
Kreishandwerkerschaft sowie des Arbeitsamtes Karlsruhe, soll das Interesse der Jugend für die
berufliche Ausbildung im Handwerk wecken. In diesem Jahr werden 1600 Schüler aus 50 Schulen im Stadt-
und Landkreis erwartet.
Zur Erkundung stehen 22 Innungen mit 30 Berufsfeldern an den Gewerbeschulen bereit. Vom Bau- und
Ausbauhandwerk über Schneider, Friseure, Fotografen, Bäcker, Metzger und Konditoren bis zu technisch
hochgerüsteten Metallbauern. Viele haben "lebende Werkstätten" aufgebaut, wo die Jugendlichen selbst
Hand anlegen dürfen. Als Ansprechpartner wurden Lehrlinge ausgewählt, berichtete Engelbert Wangler,
Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft.
|