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Das Archiv der Kreishandwerkerschaft

Presseinformation

Die Karlsruher Kreishandwerkerschaft wehrt sich gegen die Abschaffung des Meisterbriefes

Soll jetzt auch in Deutschland primitive Jobmentalität eingeführt werden?

Karlsruhe (mjo) Die Karlsruher Kreishandwerkerschaft wehrt sich gegen die Abschaffung des großen Befähigungsnachweises. Mehr als 100 000 Handwerksmeister seien als Mitarbeiter und Führungskräfte im Angestelltenverhältnis im Handwerk tätig. "Wenn die Selbständigkeit so attraktiv ist, wie die Bundesregierung glaubt, wieso haben diese hochqualifizierten Leute nicht längst ein Unternehmen gegründet oder übernommen?", fragt Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann.

Die Idee der Bundesregierung, ohne den großen Befähigungsnachweis einen Betrieb zu führen, hält er schlichtweg für kontraproduktiv. Der Selbständigkeit in Anlehnung an die Freiberuflichkeit kann er ebenfalls nichts abgewinnen: "Damit wird die Schwarzarbeit legalisiert."

FDP-Stadtrat Karl-Heinz Jooß, Vorstandsmitglied der Kreishandwerkerschaft, befürchtet, dass der Verlust das Qualitätsstandards "Meisterbrief" auf lange Sicht zu einer volkswirtschaftliche Verlustrechnung werden wird. Nach seiner Auffassung wird die Qualität der Dienstleistung sowie der produzierten Güter sinken. Zusammen mit Kreishandwerksmeister Hoffmann und dem stellvertretenden Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann vertritt er die Meinung, dass die "Ausbildung von Lehrlingen unbedingt mit dem Meisterbrief verknüpft bleiben muss".

Die Karlsruher Kreishandwerkerschaft verweist darauf, dass die Abschaffung des großen Befähigungsnachweises langfristig einer primitiven Jobmentalität Vorschub leisten wird. Das Ergebnis wären sogenannte Job-Hopper ohne ausreichende Qualifikation und Bildung. Dies gelte es, auf jeden Fall zu verhindern. Deutsche Handwerksarbeit sei weltweit als Wertarbeit angesehen worden, soll das nun wirklich anders werden? Das frage man sich in den Innungen, berichten die Vorstandsmitglieder der Kreishandwerkerschaft.

Unterdessen lasse sich auch die Behauptung der Bundesregierung, im Handwerk sei nur wenig Reformbewegung zu erkennen, nicht nachvollziehen. "Die zunehmende Zahl der Ausnahmegenehmigungen dokumentiert, dass das Handwerk flexibel und reformwillig ist", so der Vorstand der Karlsruher Kreishandwerkerschaft.

Hinweis an die Redaktion:
Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Kreishandwerkerschaft Karlsruhe
Geschäftsführer Engelbert Wangler
Tel. 0721-932 84-0
Fax. 0721-932 84-84
E-Mail: wangler@handwerk-region-karlsruhe.de