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Das Archiv der Kreishandwerkerschaft

Gegen Abschaffung des Meisterbriefs

REGION: Die Kreishandwerkerschaf spricht sich gegen Änderung der Handwerksordnung aus

Wochenblatt, 11.06.2003
Nach Vorstellungen der Bundesregierung soll die klassische Meisterprüfung im Handwerk zukünftig nur noch für solche Berufe beibehalten werden, die "Gefahr für Gesundheit und Leben Dritter" bergen. In allen anderen Handwerksberufen soll bald eine selbständige Tätigkeit ohne Meisterbrief möglich werden. Zudem soll es in den verbleibenden Berufen mit Meisterpflicht möglich werden, das Gesellen nach zehn Jahren, davon fünf Jahre in "herausgehobener, verantwortungsvoller oder leitender Stellung", ebenfalls, ohne Nachweis ihres Könnens, selbständig arbeiten können.

Das Handwerk fürchtet nun einen drastischen Rückgang der Ausbildung, sowohl qualitativ als auch quantitativ - und spricht sich daher in einer Resolution vehement gegen eine Änderung der Handwerksordnung aus. Zudem gehen die Kreishandwerkersthaften davon aus, dass durch den Wegfall des Meisterbriefs, keine Steigerung der Selbständigkeitsrate zu verzeichnen sei. Denn auch bisher gebe es in Deutschland eine "Meisterreserve" von etwa 140.000, die den Schritt in die Selbständigkeit aus den verschiedensten Gründen nicht wagt. Angst vor den Risiken und der Bürokratie schreckten sie oftmals ab. Daher sollten, so die Handwerker, erst die Rahmenbedingungen verbessert werden, bevor solch gefährliche Eingriffe in die Handwerksordnung vorgenommenn werden.

Das Handwerk selbst, so die Resolution, habe bereits ein umfassendes Konzept zur sinnvollen Änderung und Modernisierung der Handwerksordnung vorgelegt. Darin sei es vor allem Ziel, zusätzliche Ausbildungsplätze und mehr Qualifizierung zu erreichen. Die Kreishandwerkerschaft wirft der Bundesregierung jedoch vor, diese Vorschläge weitgehend ignoriert zu haben und fordert weiterhin strikt die Beibehaltung des Meisterbriefs als Zugang zur Selbständigkeit im Handwerk. Nur so könne der Verbraucher dem Handwerk auch weiterhin vertrauen, nur so könnten Jugendliche auch weiterhin auf eine qualifizierte Ausbildung zählen und nur so haben die Existenzgründer im Handwerk eine echte Chance, sich auf dem Markt zu behaupten, so die Resolution. (red)