Regionale Wirtschaftsförderung Bruchsal
startet neues Projekt
Günstige Kredite und Fachberatung für Modernisierer
"Modernisieren leicht gemacht" wird von Kreishandwerkerschaft, Banken und Energieversorgern
unterstützt
Freitag, 13. Juni 2003, BNN Bruchsal Von unserem Redaktionsmitglied Hansjörg Ebert
Bruchsal. "Modernisieren leicht gemacht", heißt ein neues Projekt, mit dem die Regionale
Wirtschaftsförderung Bruchsal zwei Fliegen mit einer Klappe schlagen will. Zum einen bietet das Programm
Hausbesitzern die Möglichkeit, längst fällige Renovierungen oder Umbauvorhaben kostengünstig zu
realisieren, zum anderen soll das Projekt die schwache Konjunktur des örtlichen Handwerks ankurbeln.
Ralf Broß, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, hat das Programm gestern vorgestellt, das auf eine
Initiative der Kreishandwerkerschaft zurückgeht.
Der Grundgedanke ist einfach: Da geht ein Hausbesitzer schon geraume Zeit mit dem Gedanken schwanger,
die alte Heizungsanlage auszutauschen. Das Dach sollte neu gedeckt werden, das Bad gefällt der Ehefrau
schon lange nicht. Doch bislang fehlte dafür das Geld oder zumindest der finanzielle Anreiz. Den bieten
jetzt die vier Banken, die Sparkasse Kraichgau, die Volksbank Bruchsal, die Bruhrainer Volksbank und
die Raiffeisenbank Kraich-Hardt, die sich Wirtschaftsförderer Broß mit ins Boot geholt hat. Die
Geldinstitute bieten nämlich für solche Modernisierungsmaßnahmen günstige Kredite mit einem Nominalzins
von 2,6 Prozent bei Laufzeiten bis zu 20 Jahren. Die Höhe der Kreditsumme hängt allein am geplanten
Renovierungsumfang, der zu 100 Prozent finanziert wird - mit den üblichen Sicherheiten, versteht sich.
"Die Arbeiten muss allerdings ein Innungsfachbetrieb ausführen", erklärt Helmut Vollmer von der
Kreishandwerkerschaft. Damit sei einerseits für eine gute Qualität der Ausführung gesorgt, zum anderen
würden dadurch die Innungsbetriebe gefördert, die ja auch die ganze Last der Ausbildung tragen. Vollmer
ver wies auch auf ein vergleichbares Projekt im vergangenen Jahr in Karlsruhe. Dort wurden innerhalb
von vier Monaten Aufträge im Wert von über einer Million Euro vergeben.
Das Spektrum der Möglichkeiten ist breit: Es reicht vom Modernisieren und Instandsetzen, über die
Beseitigung von Baumängeln bis zu Schallschutz und Wärmedämmung oder Dach-. und Fassadengestaltung.
An- und Ausbauten sind genauso möglich wie eine Aufstockung oder neue Sanitär- und Elektroinstallationen.
Das Ganze ist übrigens auch mit anderen Zuschussprogrammen - Solar oder 100 000 Dächer - kombinierbar.
Mit dabei sind auch die ,regionalen Energieversorger, die beim Umsteigen von Heizöl auf Gas mit
Zuschüssen bis zu 1500 Euro locken, die nicht zurückgezahlt werden müssen.
Infos über das Förderprogramm "Modernisieren leicht gemacht" liegen ab kommender Woche bei den
beteiligten Kommunen, den Banken, den Energieversorgern und den Handwerksbetrieben aus. Alle Partner
sind für potenzielle Modernisierer Ansprechpartner. Zuerst muss allerdings ein Innungsfachbetrieb eine
Planung und einen Kostenvoranschlag erstellen. Der ist dann für die Geldinstitute die Grundlage für den
zinsgünstigen Kredit.
- Wer Interesse am Renovieren hat - und das sind laut einer Umfrage unter Immobilieneigentümern immerhin
70 Prozent - muss sich allerdings sputen: "Das Programm ist zunächst bis September befristet", erklärt
Ralf Broß. Denn schließlich wolle man für das gebeutelte Handwerk jetzt einen Impuls geben. Der
Wirtschaftsförderer hofft darauf, dass der finanzielle Anreiz latente Renovierungswünsche zu Tage
fördert und verweist auch auf die Einsparpotenziale etwa bei, der Heizkostenrechnung, die bei einer
Modernisierung ausgeschöpft werden können. Weitere Infos bei der Wirtschaftsförderung oder der
Kreishandwerkerschaft Karlsruhe , Telefon (0 72 51 / 932560).
Bilder von links: Zweiter von links Herr Bross; Herr Vollmer, Mitarbeiter
der Stadtwerke Bruchsal und ENBW
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