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Das Archiv der Kreishandwerkerschaft

Presseinformation 30.10.03

Schreinerinnung Karlsruhe

52 Lehrlinge freigesprochen

Ausstellung "Gute Form" im LGA zeigte Viel-seitigkeit und Kreativität der Schreiner

Karlsruhe (mjo). Wenn so viele junge Leute glücklich strahlen, dann ist die Stimmung automatisch gut. So war es auch in diesen Tagen bei der Freisprechungsfeier der Schreinerinnung Karlsruhe im Landesgewerbeamt. Den 52 Jugendlichen war ganz offensichtlich ein Fels von der Seele gefallen. Die Prüfung bestanden, das Gesellenstück von der Prüfungskommission angenommen, der Gesellenbrief in greifbarer Nähe. Was will man mehr? Höchstens vielleicht noch einen Preis für besonders gute Leistung. Tatsächlich, auch davon wurden einige vergeben.

Freisprechung Schreiner-Innung 2003

Eine Urkunde für hervorragende Leistungen bei der Gesellenprüfung erhielten: Von links: Ulrike Bühner, Christian Braun und Rüdiger Drescher. Ganz links Obermeister Gerhard Nagel.

Freisprechung Schreiner-Innung 2003

Strahlende Kammersieger: Von links: Maximilian Geiger, Dominik Rihm. Ganz links: Obermeister Gerhard Nagel

Obermeister Gerhard Nagel ehrte den zweiten Kammersieger Dominik Rihm, ausgebildet von der Firma GHW-Holz-Team Malsch, und den dritten Kammersieger, Maximilian Geiger, ausgebildet von der Firma Georg Müller in Linkenheim-Hochstetten. Eine Urkunde für hervorragende Leistung bei der Prüfung überreichte er an: Ulrike Bühner, aus-gebildet von der Firma Ralf Hausmann, Karlsruhe, an Christian Braun, ausbildet von Möbel Freiburger in Karlsruhe, sowie an Rüdiger Drescher, ausgebildet von der Firma Neymayer + Feller in Ettlingen.

Die Freisprechungsfeier im Rahmen der Ausstellung "Gurte Form" im Landesgewerbeamt war darüber hinaus eine gute Gelegenheit, den Publikumspreis an die jungen Künstler zu vergeben. Denn wie in all den Jahren zuvor, hatte das Publikum die Gesellen- und Meisterstücke mit sehr viel Sachverstand begutachtet und seine Favoriten genannt. Die Preise hatte - ebenfalls wie in den Jahren zuvor - die Firma Holzhirsch in Rheinstetten gestiftet. Auf Platz eins in der Publikumsgunst landete bei den Meisterstücken Tobias Uibnow aus Gemmingen mit seinem Schreibtisch aus Kirschbaummöbel. Platz zwei ging an Markus Doldt aus Karlsbald für seine Standuhr in Eibe und Ahorn. An beide Preisträger überreichte Werner Hirsch Reisegutscheine.

Bei den Gesellenstücken gingen die Publikumspreise an: Christian Braun, ausgebildet von der Firma Möbel Freiburger, für seinen Schreibtisch aus Nussbaum. Er wurde für seine Leistung von Werner Hirsch mit einem Gutschein für ein Verwöhnwochenende belohnt. Platz zwei sicherte sich Dominik Rihm, ausgebildet von der Firma GHW Holz Malsch, für seine Kochinsel in Robinie und Zwetschge. Er freute sich über einen Gutschein für ein Verwöhnessen für zwei Personen.

Werner Hirsch betonte denn auch, dass sein Handwerk dringend auf Fachkräfte angewiesen sei. An Hand der Gesellen- und Meisterstücken, die auf der Ausstellung gezeigt wurden, lasse sich das hohe Niveau der Ausbildung beweisen. Für den Besucherpreis machte er sich stark, denn Besucher seien Kunden und deren Beurteilungskriterien seien andere als die der Prüfungskommission. "Wir arbeiten für die Kunden", stellte Hirsch fest.

Die guten Wünsche der Innung überbrachte Obermeister Gerhard Nagel den jungen Leuten. Er gratulierte zur bestandenen Prüfung ebenso wie zum Durchhalten der Lehrzeit. Dies sei heute keine Selbstverständlichkeit mehr. Kopfzerbrechen bereite im, dass die Zahl der Lehrlinge rückläufig sei. Dies hänge zum einen mit der wirtschaftlichen Lage zusammen, die nicht mehr jedem Betrieb eine Ausbildung möglich mache. Häufig fehle es an Arbeit . "Die Auftragslage ist bescheiden", teilte Nagel mit. Die Politik stehle sich aus der Verantwortung. Zum anderen hätten die Schulabgänger nicht mehr notwendige Ausbildungsreife. "Leider müssen wir bestimmte Grundkenntnisse voraussetzen, damit eine Ausbildung überhaupt zum gewünschten Ergebnis kommt", sagte Nagel.

Freisprechung Schreiner-Innung 2003
Freisprechung Schreiner-Innung 2003

Ihre Werke wurden mit dem Besucherpreis ausgezeichnet:
In der ersten Reihe. Von links: die Schreinermeister Markus Doldt, Tobias Libnow.
Zweite Reihe: Von links: die Schreinergesellen Christian Braun, Dominik Rihm.
Ganz links: Werner Hirsch, der Stifter der Besucherpreise. Ganz rechts: Obermeister Gerhard Nagel

"Es ist eine Freude, die Ausstellung zu sehen, und sich die Leistung, die dahinter steckt, vor Augen zu führen", lobte Hartmut Pleier, Direktor des Arbeitsamtes Karlsruhe, die Exponate, die mehr als vier Wochen lang im Landesgewerbeamt zu sehen waren. Mehr als 10 000 Menschen hatten sie besichtigt und waren begeistert gewesen. Das Arbeitsamt gebe sich alle Mühe, Ausbildungsplätze zu vermitteln. Schon jetzt sei man für das nächste Jahr aktiv geworden.
Aktuell seien in diesem Jahr im Stadt- und Landkreis 4000 Ausbildungsstellen besetzt worden. "Wir stehen gar nicht so schlecht dar", teilte er mit. Zum Thema Ausbildungsumlage vertrat er die Ansicht, dass eine Belohnung in Form eines Zuschusses für die Betriebe, die ausbilden, allemal besser sei. Damit könne ein Anreiz zum Ausbilden geschaffen werden.

Einen Blick über den großen Teich, nach USA empfahl der stellvertretende Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann im Festvortrag. Dort sei mit einer Kürzung aller Steuern und Abgaben von zehn Prozent schon vor Jahren ein Wirtschaftsboom ausgebrochen. Die angespannte wirtschaftliche Lage sei indes nur eine Seite der Medaille. Die andere ist nach seiner Ansicht das Schul- und Ausbildungssystem. Er schlug vor, die Hauptschule zu stärken und danach eine zweijährige Grundausbildung für jeden Beruf im Handwerk mit einem Abschluss einzuführen. Darauf aufbauend riet er zu Ausbildungsmodulen von ein bis eineinhalb Jahren, die mit einem Gesellenbrief abschließen könnten. So hätten Leute, die sonst wegen ihrer schulischen Leistungen keine Chance auf eine Lehrstelle hätten, doch noch die Möglichkeit, etwas zu lernen.

Hinweis an die Redaktion:
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(Fotos: Monika John )
Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die
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Geschäftsführer Engelbert Wangler
Tel. 0721-932 84-0
Fax. 0721-932 84-84
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