Kritik an der Handwerksnovelle geübt
Kreishandwerkerschaft Karlsruhe: Strukturen sind intakt / Hoffmann bestätigt
mjo. Die Karlsruher Kreishandwerkerschaft befürchtet, dass der von
der Bundesregierung eingeschlagene Reformweg das Handwerk ins Aus führen wird. Dies machte
Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann in der von kommunalpolitischer Prominenz gute gut
besuchten Jahreshauptversammlung deutlich. Er befürchtet eine Aufweichung des Meisterbriefes
als Qualitätssiegel.
Kreishandwerksmeister Hoffmann begrüßte Gabriela Büssmaker, die neue Oberbürgermeisterin von
Ettlingen. Viel Applaus gab es auch für Paul Metzger, den Oberbürgermeister der Stadt Bretten,
der jüngst zum Ehrenmeister der Kreishandwerkerschaft ernannt worden war, und sich dafür
nochmals herzlich bedankte. Auch der Karlsruher Wirtschaftsdezernent Manfred Groh betonte
seine Verbundenheit mit dem örtlichen Handwerk.
"Was unserem Handwerk nützt, nützt auch dem Wirtschaftsstandort Karlsruhe", stellte er fest,
indem er auf verschiedene Förderprogramme hinwies. So werde das Programm "Renovieren und
Modernisieren" nun vom Aktionsprogramm "Heidenstückersiedlung" abgelöst. Beim Programm
"Renovieren und Sanieren" seien 61 Darlehensverträge abgeschlossen und 65 Aufträge an
Handwerksbetriebe vergeben worden.
Die Zusammenarbeit der Akteure bezeichnete Groh als "sehr positiv". Für das Programm
Heidenstückersiedlung habe er sich persönlich engagiert. Im Bürgerverein Grünwinkel und
im Siedlerverein seien gute Partner gefunden worden.
In Bretten seien jüngst fünf neue Baugebiete ausgewiesen und mehr als 120 Bauplätze
verkauft worden, berichtete Oberbürgermeister Paul Metzger. "Bei uns wird nach wie vor
kräftig investiert", stellte er fest. Doch ohne Handwerk sähe auch er seinen Standort
in Frage gestellt. Das neue Stadtoberhaupt von Ettlingen, Gabriela Büssmaker, zeigte
Unverständnis für die von Berlin geplante Ausbildungsabgabe für Betriebe, die nicht
ausbilden. Verständnis zeigte sie dagegen für die Sorge und Nöte der Selbstständigen.
Könne sie doch aus Erfahrung sprechen. Noch vor wenigen Wochen sei sie in der gleichen
Lage gewesen. "Sie finden bei mir ein offenes Ohr", sagte sie.
Das Bekenntnis von Karlsruhe, Ettlingen und Bretten zum örtlichen Handwerk und der
Kreishandwerkerschaft tat den Delegierten der 43 Innungen in der Region sichtlich wohl,
was auch ganz leicht am Applaus zu erkennen war. Probleme seien damit jedoch nicht aus
der Welt geschafft. "Was nützen Gewinne, von denen nach Abzügen kaum was übrig bleibt",
fragte Kreishandwerksmeister Hoffmann.
Selbstkritisch räumte er ein, dass das Handwerk in vergangenen guten Zeiten Überregulierungen
einfach hingenommen habe. Ande-rerseits seien die Strukturen im Handwerk intakt. Kein Grund
also, sie mittels der Handwerksnovelle zu zerstören. "Lasst uns Ziele formulieren und umsetzen",
appellierte er an die Delegierten. "Wir ha-ben keine Zeit zu verlieren."
So viel Engagement wurde erwartungsgemäß von den Delegierten honoriert: Bei den satzungsgemäßen
Neuwahlen wurden Kreishandwerksmeister Hoffmann (Waghäusel) sowie seine Stellvertretern Karl-Heinz
Jooß (Karlsruhe) und Gerhard Feldmann (Bruchsal) im Amt bestätigt. Auch die sieben
Vorstandsmitglieder wurden wieder gewählt.
Hinweis an die Redaktion:
Sollten Sie weitere Fragen haben, wenden Sie sich bitte an die Kreishandwerkerschaft Karlsruhe
Geschäftsführer Engelbert Wangler
Tel. 0721-932 84-0
Fax. 0721-932 84-84
E-Mail: wangler@handwerk-region-karlsruhe.de
-Bilder (groß) zum Downloaden anklicken
|

|
Mit dem Handwerk verbunden: Von links: Karlsruher Wirtschaftsdezernent Manfred Groh,
Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Ettlinger Oberbürgermeisterin Garbriela Büssmaker,
Ehrenkammerpräsident Harro Leverkus. -Foto: mjo-
|