Presse-Information 20.03.2006
"Mitmachen und Fragen standen im Mittelpunkt"
Beim Tag der Berufsinformation des Handwerks wollten fast 1200 Schüler 30 verschiedene Berufe kennen lernen
Karlsruhe (mjo). Gehört die Überwachung der Handwerkertermine auch zu den Tätigkeiten eines Bürokaufmanns im Handwerk? Dominik und Christian aus der neunten Klasse der Realschule Schönborn fragen dem Ausbilder, Steuerberater Harald Günther, schier Löcher in den Bauch. Der freut sich über das Interesse der Halbwüchsigen und erklärt bereitwillig, dass auch Betriebseinnahmen und -ausgaben, Produktionskosten, Löhne, Gehälter, Kalkulation und vieles mehr dazu gehören.
Die beiden Jungs gehörten zu den fast 1200 Schülerinnen und Schülen aus 45 Haupt-, Real- und Sonderschulen, die beim Tag der Berufsinformation des Handwerks - den die Kreishandwerkerschaft Karlsruhe mit den angeschlossenen Innungen und die Handwerkskammer organisiert hatten - die Ausbildungsräume und Werkstätten der Bildungsakademie der Handwerkskammer in der Hertzstraße stürmten.
Samra, Amra und Betül aus der siebten Klasse der Tullaschule beobachteten fasziniert, wie eine Zahnspange geformt wird. Die angehenden Zahntechnikerinnen Junita und Elisabeth, bogen und löteten den Spezialdraht mit Engelsgeduld und beantworteten viele Fragen. Was man am meisten in dem Job braucht? "Gute Nerven und feines Fingerspitzengefühl", bestätigte Zahntechnikermeisterin Anette Freund.
Galt es doch an die 30 verschiedene Berufsfelder in Augenschein zu nehmen. Von A wie Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik, über Dachdecker, Glaser, Konditoren und Raumausstatter bis zu Z wie Zahntechniker spannte sich der Bogen, dem viele Schüler mit echtem Interesse folgten.
Die Innungen hatten ihre Lehrlinge als Ansprechpartner in die Werkstätten geschickt, da die Erfahrung gelehrt hat, dass Schüler sich eher trauen, Jugendliche zu fragen. Die Ausbilder hielten sich mehr im Hintergrund, waren jedoch aufs Stichwort da.
"Im Bezirk der Handwerkskammer Karlsruhe haben wir trotz der schwierigen wirtschaftlichen Lage den Ausbildungsstand der Vorjahre fast gehalten", betonte Kammerpräsident Joachim Wohlfeil. "Mit 2834 Beginnern haben wir nur 33 Lehrlinge weniger als vor einem Jahr", sagte er.
Tim, Karosseriebaulehrling im dritten Lehrjahr, zeigte den Jungs und Mädchen, was es mit dem Schweißen auf sich hat, für den Malerberuf interessierten sich viele Mädchen, bei den Bäckern duftete es so verlockend, dass alle am liebsten zugegriffen hätten, bei den Dachdeckern durften die Schüler Herzen aus Schieferplatten herausschlagen und 55 Schüler trafen bei den Schreinern ein, um einen Eignungstest abzulegen, um nur einige Aktivitäten zu nennen. Laut Engelbert Wangler, Geschäftsführer der Kreishandwerkerschaft, waren auch wieder viele Schüler an einem Praktikum im Handwerk interessiert.