Presse-Information 12.07.2007
"Meister zeigen wie es geht"
Handwerkswelten auf dem Marktplatz lockte die Massen / 15 Innungen präsentierten sich
Karlsruhe (mjo). Wo Handwerk ist, ist Aktion angesagt. Der Wahrheitsgehalt dieser Aussage wurde am vergangenen Samstag auf dem Karlsruher Marktplatz eindrucksvoll bestätigt. Direkt vor dem Rathaus hatten 15 Innungen ein Schaufenster ihrer Branche aufgebaut: "Handwerkswelten", hieß die interaktive Ausstellung, bei der nicht nur diskutiert, gefragt und geantwortet wurde, sondern wo es auch echt zur Sache ging. Die Kreishandwerkerschaft für die Region Karlsruhe hatte die "Handwerkswelten" zusammen mit der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe zum zweiten Mal organisiert.
Bei den Metallbauern wurden heiße Eisen geschmiedet, bei den Dachdeckern ging es via Kran ganz hoch in die Lüfte, bei der Sanitärinnung plätscherte ein Whirlpool, bei den Malern gab es Bodypainting an einer hübschen jungen Frau zu bewundern, bei den Schornsteinfegern konnte man etwas über Immissionen lernen und bei den Zimmerern wurde der Gebrauch von Hammer und Säge demonstriert. Hier durfte man auch selbst anfassen, was Wirtschaftsbürgermeisterin Margret Mergen auf Anhieb gefiel. Schließlich müssen Politiker oft dicke Brettern sägen, doch wie sich das im wahren Leben anfühlt, ist sicher nicht vielen geläufig. Margret Mergen jedenfalls griff beherzt zu und sägte kräftig, angefeuert vom Applaus der vielen Zuschauer.
Die Vielfalt der handwerklichen Produkte erstaunte die Besucher. So umstanden Grüppchen von Leuten am Stand der Kraftfahrzeuginnung das behindertengerecht umgebaute Fahrzeug, dessen Beifahrersitz sich in einen Rollstuhl verwandelt ließ. Reißenden Absatz fanden bei den Bäckern köstlichen Berches und süße Stückchen und bei der Fleischerinnung gingen Festtagsgrillwürste und Marktplatzknacker weg wie warme Semmeln. Die Veranstaltung stand unter dem Motto "Fair, modern, verantwortungsvoll: Meister zeigen wie es geht."
Kreishandwerkmeister Friedrich Hoffmann verwies darauf, dass die Besucher hier beste Möglichkeit haben, sich über modernste Techniken und neueste Entwicklungen zu informieren. Gerd Lutz, Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer ergänzte: "Hier ist Handwerk zum Anfassen, Bürger und Kunden können einen direkten Kontakt zu den Handwerkern herstellen." Wirtschaftsbürgermeistern Margret Mergen begrüßte die Gelegenheit für die Menschen, ohne Stress und Zeitdruck mit Handwerkern ins Gespräch zu kommen und sich davon zu überzeugen, was sie können und leisten. "Wir sind auch Ausbilder Nummer eins", ließ Gerd Lutz wissen.
Weit mehr als 30 000 Menschen pilgerten am Samstag über den Marktplatz, informierten sich, forderten Innungslisten an, fragen nach Ausbildungs- und Praktikumstellen oder ließen sich ganz einfach neugierig von Stand zu Stand treiben. Meister, Gesellen und auch Lehrlinge waren mit Begeisterung dabei, endlich einmal ihre Handwerkskunst öffentlich zu präsentieren. So gab es jede Menge Glückwünsche für Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann wie auch für Erich Geißler von der Wirtschaftsförderung für die gelungene Veranstaltung, der gewiss in zwei Jahren eine Neuauflage folgen wird.
1) Dicke Stämme sägen war für Wirtschaftbürgermeisterin Margret Mergen eine neue Erfahrung. Und offensichtlich machte es ihr Spaß.
2) Maler wissen, wie es geht: Hier war Bodypainting angesagt.
3) Zimmerer zeigten hier, wie eine standfeste Holz-konstruktion entsteht.
Fotos: mjo