Presse-Information 29.11.2007
Handwerk im Aufwind - Chancen für Dienstleister
Handwerker wollen von neuem Umweltbewusstsein profitieren / Monika John Ehrenmeisterin
Karlsruhe Im verstärkten Umweltbewusstsein der Bürger und in der Notwendigkeit, Energie und damit auch Geld zu sparen, liegt nach Ansicht von Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann eine große Chance für das Handwerk. In der jüngsten Jahreshauptversammlung der Kreishandwerkerschaft (KH) für den Stadt- und Landkreis Karlsruhe in der AOK verwies er auf den Altbausanierungs-Markt, der dem Bau- und Ausbauhandwerk gute Aufträge bescheren dürfte.
Das Kfz-Handwerk werde wohl von der Feinstaubverordnung profitieren, vermutete er. Überhaupt hätten Dienstleister recht gute Chancen am Markt. Aus diesem Grund ist für Hoffmann die Meisterausbildung nach wie vor ein besonderes Anliegen. Dass dies von der EU nicht unterstützt werde, sei enttäuschend. Immerhin seien es im Bundesdurchschnitt vor allem die Betriebe in den Branchen, in denen der Meisterbrief vorgeschrieben ist, die am stabilsten in Ausbildung und sichere Arbeitsplätze investierten. Im bundesdeutschen Handwerk seien 40 Prozent aller Facharbeiter beschäftigt, in der Industrie dagegen nur 20 Prozent.
"Wir beschäftigen 100 Prozent mehr Facharbeiter als die Industrie", rechnete Hoffmann den Delegierten und Ehrengästen aus Politik, Wirtschaft und Verwaltung vor. "Doch die Qualifikation muss stimmen", sagte er. Diese werde letztendlich von den Kunden eingefordert. "Das ist kein Jux und keine Tollerei", so Hoffmann.
Die Delegiertenversammlung des regionalen Handwerks war für den neuen Landrat, Christoph Schnaudigel, eine gute Gelegenheiten, Ziele und Schwerpunkte seiner Arbeit vorzustellen. Zunächst jedoch räumte er mit dem Irrtum auf, er könne ein Schwabe sein. "Ich wurde in Südbaden geboten", betonte er, seine letzte Wirkungsstätte sei indes Ludwigsburg gewesen.
Schnaudigel sprach über Wirtschaftsförderung ("Unser Beitrag sind schnelle und unbürokratische Entscheidungen."), über bauliche Investitionen ("Wir müssen die beruflichen Schulen im Landkreis sanieren."), über Abfallentsorgung ("Die Gebühren werden steigen, denn Verbrennen ist teurer als die früheren Entsorgungsmöglichkeiten."), den Mautausweichverkehr ("Der überregionale Durchgangsverkehr soll die Autobahn benutzen.") und über die geplante Energieagentur ("Sie soll nur beratend tätig werden."). Zugleich versicherte er der Versammlung, den Dialog mit dem Handwerk zu suchen.
Die CDU-Landtagsabgeordnete Katrin Schütz bat ausdrücklich darum, sie auf Probleme und Sorgen aufmerksam zu machen. Kurz vor der Gesetzesvorlage könne nichts mehr unternommen werden. "Bitte geben Sie rechtzeitig Bescheid", schrieb sie den Handwerkern ins Stammbuch.
Im Anschluss gab es eine Ehrung: "In Würdigung ihrer besonderen Verdienste und der engen Verbundenheit zum Handwerk" ernannte Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann die Journalistin Monika John zur "Ehrenmeisterin des Handwerks".
Sie gehört jetzt einem honorigen Kreis an, zudem unter anderem Alt-Bundespräsident Roman Herzog, Ex-Außenminister Klaus Kinkel oder Ex-Oberbürgermeister Gerhard Seiler zählen. Geehrt wurde Monika John für ihre "kompetente und sachliche Berichterstattung". Damit habe sie sehr viel für die Öffentlichkeitsarbeit des Karlsruher Handwerks getan.
Bild: Monika John wurde für ihre "kompetente und sachliche Berichterstattung" geehrt und zur "Ehrenmeisterin des Handwerks" ernannt. Rechts: Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann.