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Presse-Information 08.12.2008
Finanzkrise macht zu schaffen
Investitionen in öffentliche Gebäude sollen für mehr Beschäftigung sorgen / Meinungsaustausch mit Politikern
Karlsruhe (mjo). Auch Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann macht sich Sorgen, dass die Finanzkrise das Karlsruher Handwerk tangieren könnte. "Wenn Arbeitsplätze abgebaut werden, dann fehlt diesen Mitarbeitern das Geld für Aufträge an Handwerker", sagte er bei der Delegiertenversammlung. Er habe erfahren, dass Aufträge storniert worden seien.
Hoffmann kritisierte den Umgang der Parteien mit der Finanzkrise. Nach seiner Auffassung ist die Politik mitschuldig, weil die Mehrheit der politisch Handelnden auch in entscheidenden Gremien und Aufsichtsräten tätig sei. Zur steuerlichen Absetzbarkeit von Handwerksrechnung für Privatpersonen meinte er, dass ihm nicht bekannt sei, dass wegen dieser Absetzbarkeit Aufträge an Handwerksbetriebe vergeben worden seien. Einen höheren Effekt verspricht er sich von der Halbierung des geltenden Mehrwertsteuersatzes für personalintensive Dienstleistungen nach französischem Vorbild.
Der CDU-Bundestagsabgeordnete Ingo Wellenreuther dankte den Handwerksmeistern ausdrücklich für ihre Ausbildungsbereitschaft. "Sie geben den jungen Leuten eine Lebensperspektive", unterstrich er. Im Übrigen bezeichnete er die Bildung als "das" Thema Nummer eins, in das die Politik jetzt investieren werde. Kein Kind solle ohne Abschluss die Schule verlassen müssen, und auch Ausbildungsabbrüche sollten vermieden werden.
Wellenreuther zählte politische Erfolge der jüngsten Vergangenheit auf, darunter auch den Parkausweis, der den Handwerkern die Arbeit erleichtern solle. Für die nächste Legislaturperiode des Gemeinderates fordere die CDU ein umfassendes Sanierungsprogramm für die Karlsruher Schulgebäude. Davon würde in jedem Fall auch das regionale Handwerk profitieren, meinte er.
Der SPD-Landtagsabgeordnete Johannes Stober sieht Sanierungsbedarf auch an den Gebäuden der Uni, speziell um Energiekosten zu minimieren. Auf Vergaberegelungen und die wirtschaftliche Betätigung der Kommunen ging der CDU-Landtagsabgeordnete Manfred Groh ein. Ein Referat über die Hintergründe und Auswirkungen der Finanzkrise hielt Hubert Meier, Vorstandsvorsitzender der Karlsruher Volksbank.
Auch Ehrungen standen an: Der ehemalige Obermeister der Schreinerinnung, Gerhard Nagel, erhielt die silberne Ehrennadel der Handwerkskammer. Oskar Weber, ehemals Obermeister der Stukkateurinnung, bekam die große Ehrenurkunde der Handwerkkammer. Geehrt wurden auch die ehemaligen Obermeister Manfred Beimel (Zimmerer) und Josef Lehn (Maler).
Foto: Ehrung für besondere Verdienste. Von links: KH-Geschäftsführer Engelbert Wangler, Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Josef Lehn, Gerhard Nagel, Oskar Weber und Rolf Meinzer von der Handwerkskammer Karlsruhe. Foto: mjo
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