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Presse zur Kreishandwerkerschaft
Für die Redaktion: Für Fragen wenden Sie sich bitte an die Kreishandwerkerschaft, Tel.: (0721) 932 84 -0

Presse-Information 30.11.2009
Mechatroniker und Friseurin
Freisprechungsfeier in Bruchsal mit 249 Absolventen
Klassiker sind bei der Berufswahl nach wie vor gefragt


Bruchsal (mjo). Zur Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft der Region Karlsruhe im Gewerblichen Bildungszentrum in Bruchsal finden sich traditionell alle ein, die rund ums Handwerk Rang und Namen haben. Neben hohen Repräsentanten des Handwerks wie Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil oder Ehrenkammerpräsident Harro Leverkus gratulierte in diesem Jahr auch der neugewählte KSC-Präsident und noch Oberbürgermeister von Bretten, Paul Metzger, den 249 Jung-Gesellen, darunter 43 jungen Frauen.

Der stellvertretende Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann stellte in der Begrüßung erfreut fest, dass die Zahl der weiblichen Absolventen gegenüber dem vergangenen Jahr um 21 Prozent gestiegen ist. Zugleich teilte er mit, dass aktuell im Handwerk noch 280 Lehrstellen nicht besetzt sind.

Der beliebteste Beruf bei jungen Männern ist Kfz-Mechatroniker mit 31 "frisch gebackenen" Gesellen. Auf Platz zwei liegen die Anlagenmechaniker für Sanitär-, Heizungs- und Klimatechnik mit 28 Absolventen. Platz drei der männlichen Berufsvorliebe teilen sich Metallbauer und Tischler mit je 25 Teilnehmern. Favorit bei den jungen Damen ist nach wie vor der Friseurberuf mit 17 Absolventinnen. Darauf folgen Tischlerinnen und Konditorinnen mit je acht Gesellinnen.

"Sie konnten keine bessere Berufswahl treffen", schrieb der Festredner, Bürgermeister von Waghäusel und Mitglied des Landtags, Walter Heiler, den jungen Leuten ins Stammbuch. Denn Handwerk werde immer gebraucht. Zugleich ermunterte er sie, sich in die Gesellschaft einzubringen und auch darin Befriedigung zu suchen. Grußworte sprachen auch Erster Landesbeamter Ralph Schlusche sowie der Bruchsaler Bürgermeister Ulli Hockenberger.

Eine besondere Ehrung gab es für die insgesamt 29 Kammer- und Landessieger des Praktischen Landeswettbewerb der Handwerksjugend 2009. Auf den ersten Platz kam Bäckereifachverkäuferin Sandra Fehrenbach als erste Landes- und Kammersiegerin. Ausgebildet wurde sie von der Bäckerei Brauss in Karlsruhe. Platz zwei eroberte sich Raumausstatterin Bianca Grassel als zweite Landes- und erste Kammersiegerin. Ausgebildet wurde sie von Daniela Wolf in Oberhausen.

Großes Lob und Geschenke bekamen auch die 16 Prüfungsbesten der Gesellenprüfung, an erster Stelle Tischler Christoph Tochtrop, ausgebildet von Martin Fuchs in Karlsruhe. Er zählt, wie die Bäckereifachverkäuferin Fehrenbach, zu den drei besten Prüflingen in der Region, der dritte im Bunde ist Zimmerer Michael Ratzel, ausgebildet von Herbert Leinweber in Karlsruhe. Die drei Besten hatten die Note 1,2 für sich verbucht.

Freisprechungsfeier Bruchsal 2009

Ein weiterer Schritt ins Arbeitsleben: Die Besten der 249 Jungegesellinnen und Junggesellen bei der Freisprechungsfeier in Bruchsal.


Freisprechungsfeier Bruchsal 2009 Freisprechungsfeier Bruchsal 2009 Freisprechungsfeier Bruchsal 2009 Freisprechungsfeier Bruchsal 2009 Freisprechungsfeier Bruchsal 2009       Fotos: mjo

Rede von MdL Walter Heiler zur Freisprechungsfeier:

Bevor ich meine eigentliche Festansprache halte -ich betrachte dies als große Ehre für mich- nehme ich natürlich gerne den Ball auf, den mir Herr Feldmann zugespielt hat. In der Fußballersprache sagt man Traumpass dazu. Herr Feldmann, ich gebe Ihnen recht. Und mich ärgert mindestens genauso wie Sie, dass man bald jeden Tag eine neue Baustelle in der Bildungspolitik aufmacht. Wir wissen vor Ort bald nicht mehr, welche neue Reform man gerade mal wieder über den Acker treibt. Werkrealschule neuen Typs heißt das neueste Zauberwort, und fast kein Mensch, der mit der Praxis zu tun hat, glaubt ernsthaft daran, dass dies zu einer Verbesserung der Bildungsqualität führen wird. Und deshalb ist es in der Tat richtig, dass man das Grundübel an der Wurzel packt: Es kann nicht sein, dass man Kinder nach der vierten Klasse in die Kategorie A,B und C trennt. Gscheit, halbgscheit und bissl gscheit. Gymnasium, Realschule, und diejenigen, die keine dieser Empfehlungen haben, in die Hauptschule. Es kann nicht sein, dass Kinder im Alter von 10 Jahren schon wesentlich vorgezeichnet bekommen, wohin der Ausbildungsweg führt. Und deshalb kann ich Ihre Forderung nur voll und ganz unterstützen, unsere Kinder länger gemeinsam lernen zu lassen. Sie auch voneinander lernen zu lassen. Die Entwicklung des einzelnen Kindes in diesem Alter ist nun mal unterschiedlich, dass kann sich aber sehr schnell schlagartig ändern. Und deshalb bin ich absolut überzeugt, dass am längeren gemeinsamen Lernen kein Weg vorbei führt und bin Ihnen, Herr Feldmann, für Ihre klaren Worte sehr dankbar.

Nun aber zum eigentlichen Anlass:
Ich darf Ihnen, liebe Junggesellinnen und Junggesellen, ganz herzlich zu Ihrem erfolgreichen Abschluss in Ihren jeweiligen Ausbildungsberufen gratulieren. Sie haben damit eine wichtige Etappe Ihres Lebensweges abgeschlossen und somit ein solides Fundament für Ihre persönliche Zukunft gelegt.
Gemeinsam mit Ihren Ausbildungsbetrieben haben Sie viel Zeit, Geduld und nicht zuletzt auch Phantasie investiert, um heute Ihre abgeschlossene Ausbildung zu feiern. Sie haben damit beherzigt, was im 18. Jahrhundert bereits der amerikanische Politiker Benjamin Franklin wusste: "Eine Investition in Wissen bringt immer noch die besten Zinsen."

Sie haben heute - wie man so umgangssprachlich sagt - ausgelernt. Das heißt aber mit Sicherheit nicht, dass Sie mit dem heutigen Tag für den Rest Ihres Lebens alles Notwendige bereits wissen und können. In der Wissens- und Informationsgesellschaft muss man sich immer wieder mit neuen Erkenntnissen auseinandersetzen und auch bereit sein, sie für den eigenen Berufsalltag umzusetzen. Die Redensart vom "lebenslangen Lernen", die wir Politiker gelegentlich im Munde führen, mag da eher nach einer Verurteilung zu "lebenslänglich" klingen. Sie sollten diese Redensart aber eher als Aufmunterung für Ihre Zukunft verstehen. Mit einer soliden Ausbildung haben Sie sich beste Voraussetzungen dafür, auch die weiteren Herausforderungen in Ihrem beruflichen Werdegang zu bestehen.

Neben Ihren beruflichen Herausforderungen möchte ich am heutigen Tag aber auch auf Ihre Rolle als junge Frauen und Männer in unserer Gesellschaft eingehen.
Im Jahr 2006 erschien eine Jugendstudie, die von einem großen Konzern in Auftrag gegeben wurde. Der eine oder andere hat vielleicht schon einmal etwas von der Shell-Studie gehört. Darin wurden Ihre Altersgenossen zu allem befragt, was sie persönlich bewegt, wie sie die gesellschaftliche Lage einschätzen und welche Werte ihnen wichtig sind. Darin habe ich manch Erfreuliches entdeckt, aber auch Dinge, über die wir nachdenken sollten.

Ich habe natürlich gelesen, dass Ihr Interesse an politischen Parteien und an der Politik noch stark ausbaufähig ist. Dafür habe ich Verständnis. Als ich so jung war wie Sie, hatte ich auch nicht den Berufswunsch, Politiker zu werden.
Aber es gibt sehr wichtige positive Erkenntnisse, die im allgemeinen Lamentieren über "die Jugend" teilweise untergehen. Für drei Viertel der Jugendlichen gehört es nämlich heute dazu, sich gesellschaftlich zu engagieren. Sei es in Sportvereinen, bei kirchlichen Organisationen oder im Umweltbereich. Diese Bereitschaft, sich in die Gesellschaft einzubringen, ist das Fundament für ein funktionierendes Gemeinwesen und Sie alle können dazu Ihren Beitrag leisten.

Der Blick in die Nachrichten zeigt fast täglich, dass gegenseitige Unterstützung, Einsatz für die Allgemeinheit und Rücksichtnahme auf unsere Mitmenschen allerdings keine reine Selbstverständlichkeit sind. Wobei ich schon darauf hinweisen möchte, dass die Medien ja vornehmlich von schlechten Nachrichten leben. Unsere Jugend ist wesentlich besser als das, was uns täglich im Fernsehen und in den Zeitungen vermittelt wird.
Aber: Was mangelnde Solidarität und Zivilcourage bedeuten können, hat ein sehr trauriges Ereignis vor etwas mehr als zwei Monaten gezeigt.
Dominik Brunner. Jeder von Ihnen kennt ihn als denjenigen, der sich auf einem Münchner S-Bahnhof schützend vor vier bedrohte Kinder stellte. Der 50-jährige Geschäftsführer wurde dabei von zwei Teenagern, 17 und 18 Jahre alt, zu Tode geprügelt. Weitere umstehende Personen haben sich, wie es aussieht, leider nicht rechtzeitig eingemischt, sondern sich auf Zusehen, oder eher auf das Wegsehen beschränkt.
Mit Sicherheit ist Dominik Brunner an diesem Morgen nicht mit dem festen Vorsatz aus dem Haus gegangen, dass er zum Helden werden will. Sondern er hat das getan, was in einer menschlichen Gesellschaft eine Selbstverständlichkeit sein sollte, es aber ganz offensichtlich bei weitem nicht ist: der Einsatz der Stärkeren für die Schwächeren! Hätte sich nicht nur Einer eingemischt, sondern Viele, wäre uns diese Tragödie vielleicht erspart geblieben. Eine Gesellschaft der Schaulustigen, ein reiner Rückzug auf das eigene Ich, eine Scheuklappen-Mentalität für das nächste Umfeld machen unser Zusammenleben ärmer.

Robert Enke. Ein erfolgreicher Sportler hat sich das Leben genommen. Was ist eigentlich der Grund, dass Millionen Menschen getrauert haben? Was ist der Grund, dass das Mitgefühl der Fußballfans und fast der ganzen Nation schier kein Ende nahm? Natürlich war er ein unheimlich sympathischer Sportler. Das kann aber nicht der alleinige Grund dafür sein, dass die Trauer und das Mitleid solche Dimensionen annahm. Ich glaube, in der Zeitschrift " Stern" war die richtige Antwort zu lesen. Es war unsere unausgesprochene Scham. Unsere Scham deshalb, weil wir uns vorstellen, was wäre eigentlich gewesen, wenn sich Robert Enke öffentlich zu seiner Krankheit bekannt hätte? Robert Enkes Karriere wäre zu Ende gewesen. Ich sehe die Überschriften, die in den Zeitungen gestanden hätten: "Wir brauchen keinen depressiven Torhüter bei der WM". In unserer leistungsorientierten Gesellschaft werden Schwächen oftmals nicht verziehen, ganz im Gegenteil.

Liebe Junggesellen und Junggesellinnen, Sie verstehen, was ich damit meine: Warum kracht denn ein gemauerter Torbogen nicht zusammen? Doch nur deshalb, weil die Steine sich gegenseitig stützen - und genauso muss es in unserer Gesellschaft sein. Jeder muss für den anderen da sein, sich stützen, zusammen halten. Seine Stärken auch dem anderen zugute kommen lassen und die Schwächen des anderen nicht ausnutzen, sondern helfen. Und Sie alle, die jungen Menschen, sind unsere Zukunft und nur wenn Sie das beherzigen, können wir auf eine gute Zukunft in einer gerechten und solidarischen Gesellschaft hoffen.

Ich will aber am heutigen Abend nicht nur den ermahnenden Zeigefinger heben, sondern vor allem auf positive Dinge verweisen. Die Kraft des gemeinsamen Engagements kann in manchen Situationen wahrlich Berge versetzen. Ein weiteres Beispiel außerordentlicher Zivilcourage - wenn auch völlig anders gelagert als das mit Dominik Brunner - hatte in diesen Tagen sein 20-jähriges Jubiläum, der Fall der Berliner Mauer.
Warum kam die kommunistische Diktatur zum Einsturz? Doch nur, weil viele Menschen sich zu den Montagsdemonstrationen in Leipzig, Ost-Berlin und anderswo einfanden. Die sich trotz Überwachungsstaat und Volkspolizei nicht mehr ihre abweichende Meinung verbieten lassen wollten. Freie Meinungsäußerung, Pressefreiheit und Reisefreiheit hatten eine so große Anziehungskraft auf die Menschen, dass sie bereit waren, sich für eine bessere Zukunft zu engagieren. Für ein Leben in Freiheit und Selbstbestimmung, das nicht vom Staat und der alleine beherrschenden Partei bestimmt wird. Wir stützen uns gegenseitig, und gemeinsam können wir was erreichen.
Niemand erwartet von uns und von Ihnen als Einzelnem, dass er sich sehenden Auges in Gefahrensituationen begibt. Es ergibt sich im Alltag auch sicher selten die Möglichkeit, einen ganzen Staat zum Einsturz zu bringen und den Lauf der Geschichte zu verändern.
Es gibt im Alltag aber viele Situationen, in denen man anderen helfen kann oder ein Projekt initiieren oder unterstützen kann. Oder in der man sich einmischen kann. Und in dem man andere Menschen verstehen kann, auch dessen Schwächen akzeptiert, ehe es zu spät ist.

Und dafür brauchen wir gerade Ihre Generation. Wir brauchen Sie als mündige Bürger. Das Bild unserer Jugend, ich habe es vorhin schon gesagt, wird oft verzerrt dargestellt. Natürlich gibt es Dummköpfe, die mit extremistischem Gedankengut pöbelnd durch unsere Straßen ziehen, zumeist aus der rechten Szene. Natürlich gibt es Gewaltbereitschaft und schlimme Ereignisse. Erpressungen auf Schulhöfen. Jugendliche Hooligans. Diese Betonköpfe dürfen aber nicht das Bild unserer Jugend prägen, denn sie sind absolut in der Minderheit. Deshalb ist übrigens eine Veranstaltung wie die heutige Freisprechungsfeier auch in der Außenwirkung sehr wichtig: Hier sitzt unsere Jugend, die etwas geleistet hat. Die auf ein Ziel hingearbeitet hat. Und die dieses Ziel erfolgreich erreicht hat.

Mit der Freisprechung stehen Ihnen nun künftig weitere Türen offen. Meisterausbildung oder eine sonstige Weiterbildung können Sie in Angriff nehmen. Hervorragend qualifizierte Facharbeiter werden auch dringend gebraucht. Darüber hinaus wissen Sie wahrscheinlich aus eigener Erfahrung, dass es gerade im Handwerksbereich zahlreiche Betriebe gibt, in denen der Meister einen Nachfolger sucht und vielleicht in der eigenen Familie nicht fündig wird. Ergreifen Sie Ihre Chancen!

Das Handwerk hat eine hervorragende Vergangenheit, und ich bin überzeugt, dass es auch eine positive Zukunft hat. Deshalb können Sie stolz sein auf das, was Sie bis jetzt geleistet haben. Und optimistisch können Sie dem entgegensehen, was Sie noch leisten werden. Ganz aktuell: In Spiegel-online erschien am 16, November 2009 ein Bericht, wonach in der Industrie -vor allem im Maschinenbau, Autoindustrie- viele Arbeitsplätze weggefallen sind. Und vielleicht auch noch wegfallen. "Deutsche Industrie baut massiv Stellen ab" hieß es da.
Die Handwerkskammer Karlsruhe hat über die Wirtschaftskrise und ihre Auswirkungen in einer Pressemitteilung vom 8.10.2009 ganz anders berichtet. Optimistischer, erwartungsvoller. "Binnennachfrage stabilisiert Handwerkskonjunktur. Kurve zeigt nach oben", lautete die Überschrift. Im Bezirk der Handwerkskammer Karlruhe erwarten 46,4 % der befragten Betrieb auch im 4. Quartal eine gute Geschäftslage, 41,6 % zumindest eine durchschnittliche Entwicklung und nur 12 % gehen von einer Verschlechterung aus. Und das in der angeblich größten Wirtschafts- und Finanzkrise, die Deutschland seit 60 Jahren erlebt.

Das Handwerk erweist sich wieder einmal als ein Fels in der Brandung. Ich behaupte daher: alle, die Sie heute Ihren Gesellenbrief erhalten, hätten gar keine bessere Berufswahl ergreifen können.
Wer es nicht glauben will: Handwerk wird immer gebraucht. Stellen Sie sich mitten in Ihre Stadt oder in Ihre Gemeinde, drehen Sie sich langsam um und was werden Sie sehen? Überall Handwerk. Von den Wasserleitungen unterm Boden, von den Bordsteinen über die Gebäude bis zur Solaranlage auf dem Dach. Überall Handwerk.
Wir brauchen unsere Handwerker. Wir brauchen bodenständige Unternehmer, die nicht um jeden Preis möglichst schnell Geld verdienen wollen und das auch noch auf Kosten anderer. Wir brauchen Unternehmer, die sich ihrer gesellschaftspolitischen Verantwortung bewusst sind. Das sieht man auch daran, wie mit vorhandenen Arbeitsplätzen und Ausbildungsplätzen umgegangen wird. Wirtschaft braucht soziale Verantwortung, und die Handwerksbetriebe waren und sind dafür ein Vorbild.
Die Finanzkrise zeigt, dass mit heißer Luft, dass mit Spekulationen mit irgendwelchen Shit-Papieren auf Dauer kein Geld verdient werden kann. Die schaffen höchstens Wohlstand für Einzelne - auf Kosten vieler Anderer. Das wollen wir nicht! Beim Handwerk ist das anders: In keinem anderen Wirtschaftszweig stehen Berufsethos und Berufsehre so hoch im Vordergrund wie im Handwerk. Das deutsche Handwerk genießt weltweit einen hervorragenden Ruf, völlig zurecht, auch und gerade immer wieder in Krisenzeiten.

Liebe Junggesellen und Junggesellinnen, Sie gehören dieser Zunft an, und das bedeutet auch, dass Sie Verantwortung tragen, dieses Bild vieler Handwerkergenerationen auch in Zukunft positiv zu beleben und zu besetzen.

Für Ihren weiteren Lebens- und Berufsweg wünsche ich Ihnen von Herzen alles Gute und viel Erfolg.


Presse-Information 13.10.2009
Veranstaltung des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft Karlsruhe" am 13.10.2009 - Metzgerei Heinz Kunzmann, Pfinztal-Berghausen stellt die Berufe des Fleischers und der Fachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk "Fleischerei" vor

In diesem Jahr hat sich mit der Metzgerei Heinz Kunzmann in Pfinztal-Berghausen wieder ein mittelständischer Handwerksbetrieb den Vertreterinnen und Vertretern des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" geöffnet. Die Firma Kunzmann stellt nach handwerklicher Tradition hochwertige Qualitätswaren, z.B. hausmacher Wurstwaren, wie Griebenwurst, Leberwurst, Schwartenmagen, Wienerle, Bierwurst, Feinkostsalate usw. her. Der eingegliederte Partyservice und das Catering erfüllen kleine und große Wünsche.

Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft Karlsruhe" haben bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit gehabt, hinter die Kulissen des modernen Fachbetriebes Heinz Kunzmann und seiner Produktionsräume zu schauen. Herr Obermeister Kunzmann hat eindrucksvoll die Berufe des Fleischers und der Fleischerfachverkäufer/in im Nahrungsmittelhandwerk - Fleischerei vorgestellt. Herr Kunzmann erläuterte dabei den Anwesenden, welche Eigenschaften und Vorbildung für diese Berufe mitgebracht werden sollten.

Aber nicht nur Theorie und Besichtigung, sondern auch Selbstmitmachen war angesagt. So hatten die Teilnehmerinnen und Teilnehmer bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit, bei der Wurstherstellung selbst mitzuwirken. Zum Abschluss konnte bei einem kleinen Vesper die gerade vorher hergestellte Wurst verköstigt werden.

Die beteiligten Lehrerinnen und Lehrer des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" haben bei dieser Veranstaltung die Möglichkeit gehabt, einen Einblick in die Leistungsfähigkeit und Vielfalt des Unternehmens Heinz Kunzmann zu erhalten.

Herr Kreishandwerksmeister Hoffmann hat bei seinem Dank an Herrn Obermeister Kunzmann darauf abgehoben, dass es nach Auffassung der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe sehr wichtig ist, dass den Mitgliedern des Arbeitskreises "Schule/Wirtschaft" auch im Bereich des Handwerks Einblick in die Berufswelt und in die Chancen und Möglichkeiten des Handwerks gegeben wird. So haben die Teilnehmerinnen und Teilnehmer auch in diesem Jahr bleibende Eindrücke über ein wie wir meinen "Vorzeigeunternehmen" des Handwerks mitnehmen dürfen.

Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2009 Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2009 Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2009 Arbeitskreis Schule/Wirtschaft 2009

Fotos: wa / khs


Presse-Information 02.10.2009
Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe und die angeschlossenen Innungen spenden für die Stiftung "Hänsel + Gretel"

Am 04.07.2009 wurden auf dem Marktplatz in Karlsruhe die "Handwerkswelten" unter dem Thema "Lebensspender Energie - Fair, Modern, Verantwortungsvoll" durchgeführt. An dieser Veranstaltung waren die Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe, die Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe, 13 Handwerksinnungen und die Handwerkskammer Karlsruhe beteiligt.

Bei der Nachbesprechung am Donnerstag, den 01.10.2009 wurde in den Räumen der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe eine Spende aus dieser Veranstaltung in Höhe von € 750,-- an die Stiftung "Hänsel + Gretel" übergeben. Der stellvertretende Kreishandwerksmeister und Stadtrat Karl-Heinz Jooß betonte bei seiner Eröffnung, dass alle an der Veranstaltung beteiligten Innungen und Organisationen bereits durch ihre Mitwirkung ihr großes Engagement gezeigt haben. Er erinnerte daran, dass z.B. die Innung des Kraftfahrzeuggewerbes Karlsruhe an mehrere Kindergärten Safety Car-Kids übergeben hat. Die Zimmerer-Innung Karlsruhe spendete 3 große Holzspielhäuser ebenfalls an verschiedene Kindergärten.

Herr Jerome Braun als Geschäftsführer der Stiftung "Hänsel + Gretel" gab einen kurzen Überblick über die vielfältigen Aktivitäten der Stiftung. Er bedankte sich bei der Kreishandwerkerschaft und den beteiligten Innungen dafür, dass auch bei dieser Veranstaltung an "Hänsel + Gretel" gedacht wurde.

Herr Geschäftsführer Wangler von der Kreishandwerkerschaft Region Karlsruhe bedankte sich bei der Wirtschafsförderung der Stadt Karlsruhe für die breite Unterstützung anlässlich der 3. Auflage der Handwerkswelten auf dem Marktplatz der Stadt Karlsruhe.

Spende für Hänsel und Gretel Bild links (v.l.n.r.):
Herr Erich Geißler von der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe, Herr Jerome Braun von der Stiftung Hänsel + Gretel, Frau Sabine Sussmann - Vorsitzende des Arbeitskreises der Unternehmerfrauen im Handwerk und der stellvertretende Kreishandwerks-meister und Stadtrat Karl-Heinz Jooß

Spende für Hänsel und Gretel




Bild rechts(v.l.n.r.):
Herr Erich Geißler von der Wirtschaftsförderung der Stadt Karlsruhe, Frau Eva Nirk vom Arbeitskreis der Unternehmer-frauen im Handwerk, und stellvertretender Kreishandwerks-meister und Stadtrat Karl-Heinz Jooß bei der Übergabe des Gutscheins für die bei den "Handwerkswelten" gewonnene Reise.

Spende für Hänsel und Gretel




Bild links:
Alle Beteiligten bei der Spendenübergabe des Handwerks zu Gunsten der Stiftung "Hänsel + Gretel.




Presse-Information 19.08.2009
Handwerkswelten im Herzen der City
Kreishandwerkerschaft präsentierte Kompetenz und Ideen auf dem Marktplatz

Handwerkswelten 2009"Handwerk gehört auf den Marktplatz", verkündete Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil bei der Eröffnung der "Handwerkswelten" auf dem Marktplatz. Die Veranstaltung findet statt "damit die Leute sehen, was Handwerk kann und Lust bekommen auf handwerkliche Leistung. Beispielsweise um ihr Haus zu verschönern."

Handwerkswelten 2009Die Präsentation von 13 verschiedenen Innungen unter der Federführung der Kreishandwerkerschaft für die Region Karlsruhe, war sehenswert, weil pfiffig aufgemacht, und interessant, weil Besucher umfassend über Tätigkeiten und Spezialgebiete informiert wurden. "Innungen sind kein Auslaufmodell, sondern eine aktive Gemeinschaft", unterstrich Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffman bei der Begrüßung.

Handwerkswelten 2009Der Meinung war auch Bürgermeisterin Margret Mergen. "Sie zeigen hier unter dem Motto "Lebensspender Energie" auf spielerische Art, was Handwerk kann, und dass sich Qualität immer wieder durchsetzt." So ließen sich durch clevere Sanierungskonzepte die Energiekosten senken, der Wert der Immobilie steigern und gleichzeitig Umwelt und Klima schonen. Beim Rundgang informierte sich die Bürgermeisterin ausführlich über die verschiedenen Möglichkeiten.

Am Stand der Dachdeckerinnung war eine Hebebühne geparkt, die neugierigen Besuchern in bis zu 30 Meter Höhe einen Blick über die Fächerstadt schenkte. Der Bürgermeisterin reichten ihr 17 Meter, um einen guten Überblick über das Rathaus zu erhalten.

Handwerkswelten 2009Die meisten Innungen hatten nicht nur in Sachen Stand Bemerkenswertes organisiert, sondern auch noch verschiedene Programmpunkte zu bieten. Die spektakulärsten Ideen hatten sich die Zimmererinnung und die Kfz-Innung einfallen lassen. Die Zimmerer hatten im Vorgeld einen Kindergarten-Wettbewerb organisiert. Die drei Gewinner, die katholischen Kindergärten Arche Kunterbunt, Oberreut, St Peter und Paul, Mühlburg, und St. Michael, Bruchhausen, erhielten als Preis je ein großes Holzspielhaus für ihr Freigelände.

Handwerkswelten 2009
Die Kfz-Innung hatte Bernd Mayländer, den bekannten Safety-Car-Fahrer der Formel I zu Gast . Sie überraschte die drei Kindergarten zusätzlich mit je einem Safety-Car für Kids mit Mini-Verkehrschildern und Kinder-Warnwesten für die Verkehrsfrüherziehung. Es gab ein großes Hallo, als die Kleinen mit ihren Erziehern die Bühne stürmten. "Das war jetzt wie Weihnachten", strahlte Erzieherin Isolde Haller aus Oberreut.

Handwerkswelten 2009
Riesigen Applaus erhielt auch die Samba-Show "I Panema" aus Salvador Bahia, die als "brasilianisches Feuerwerk" gefeiert wurden. Moderator war Peter Mackowiack.

Bildreihe unten (v.l.n.r.):
1) Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann zeigt Bürgermeisterin Margret Mergen das moderne Innere eines Fensterrahmens.

2) Pause auf der "schwebenden" Holzpyramide: Von links: Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Bürgermeisterin Margret Mergen, Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil und Erich Geißler von der Wirtschaftsförderung der Stadt.

3) Wie man ein heißes Eisen bearbeitet, probiert hier Bürgermeisterin Margret Mergen unter der Aufsicht von Handwerksmeistern aus.

Handwerkswelten 2009Handwerkswelten 2009Handwerkswelten 2009
Fotos: mjo

Presse-Information 03.08.2009
Bildung und Steuern sind zentrale Themen
Handwerker diskutierten mit Bundestagskandidaten


Karlsruhe (mjo). "Was hat das Handwerk von der Politik zu erwarten?" Antwort auf diese Frage erwarteten zahlreiche Handwerksmeister von sechs Kandidaten zur Bundestagswahl 2009. In einer von der Kreishandwerkerschaft für die Region Karlsruhe initiierten und von Matthias Kuld, dem Leiter der Redaktion Region der Badischen Neuesten Nachrichten (BNN) moderierten Veranstaltung im Bildungszentrum der Handwerkskammer standen Themen wie Steuern und Abgaben, Ausbildungsfähigkeit der Jugendlichen, Unternehmensfinanzierung, Liquiditätssicherung, Energie und Klimaschutz im Mittelpunkt.

Bildung und Ausbildung müssten für die Politik der Zukunft höchste Priorität haben, versicherten alle Bundestagskandidaten. Sylvia Kotting-Uhl, Bundestagsabgeordnete der Grünen in Karlsruhe, möchte vor diesem Hintergrund den Solidaritätszuschlag in einen "Bildungssoli" umwandeln. Außerdem sprach sie sich dafür aus, die Steuern und Sozialabgaben vor allem in den niedrigen Lohnbereichen bis 2000 Euro monatlich zu senken - "damit vom Brutto mehr Netto bleibt".

Ingo Juchler, Bundestagskandidat der SPD Karlsruhe-Land, befürwortet eine vereinfachte Steuerpolitik. Der Hochschulprofessor, der die Nachfolge von Jörg Tauss im Bundestag antreten möchte, ging vor allem auf die Ausbildungsfähigkeit ein. "Viele beherrschen elementare Kulturtechniken wie Rechnen und Schreiben nicht mehr", sagte er. Wichtig sei auch die Weiterbildung von Fach- und Führungskräften ein. Ihn störe, dass nur ein Prozent der Handwerksmeister den für sie offenen Hochschulzugang nützen, so Juchler. In der Schweiz seien es zehn Prozent. Nach seiner Auffassung könnte eine Anhebung des Meister-Bafögs Studierwilligen auf die Sprünge helfen.

Mit Anreizen, "damit sich Leistung wieder richtig lohnt", möchte der Bundestagsabgeordnete der CDU Karlsruhe, Ingo Wellenreuther, das Handwerk auf Wachstumskurs bringen. Mittelfristig seien zudem Steuersenkung und ein gerechteres Steuersystem notwendig. Stark macht er sich für eine Verbesserung der Kreditsituation. "Das Handwerk schafft Arbeitsplätze. Es soll nicht reglementiert und behindert werden, sondern alle Möglichkeiten haben, sich zu entfalten", unterstrich Wellenreuther, der auch die Vergabepraxis optimieren möchte.

Bekämpfung der Schwarzarbeit - auch durch eine Steuerreform -, bessere Bildung und für die Abkehr von einer DAX-Hörigkeit will der Bundestagsabgeordnete der FDP für Mittelbaden, Patrick Meinhardt, erreichen. "Wir müssen die Mittelschicht stärken", betonte er. Nach Ansicht von Johannes Jung, Bundestagsabgeordneter der SPD Karlsruhe, ist Schwarzarbeit "nicht aus der Not geboren". Durch verbesserte Absetzbarkeit von Handwerkerrechnungen könne dem entgegengewirkt werden. Dies sei zugleich ein Anreiz für Renovierung und energetische Sanierung.

Jörg Rupp, Bundestagskandidat der Grünen Karlsruhe-Land, forderte eine bessere Betreuung von Jugendlichen mit schlechtem Schulabschluss. Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann forderte, Staatseinfluss abzubauen und vor allem Klein- und Mittelbetriebe zu entlasten. "Viele Fragen bleiben offen", kommentierte Matthias Kuld die Diskussion.

Handwerker diskutieren mit Bundestagskandidaten

Sechs Bundestagskandidaten aller Parteien standen den Handwerkern bei der Podiumsdiskussion der Kreishandwerkerschaft Rede und Antwort. Foto: mjo


Presse-Information 18.03.2009
Lebende Werkstätten begeisterten

Rund 2000 Schüler aus dem Stadt- und Landkreis interessierten sich beim 20. Tag der Berufsinformation für Handwerksberufe

Karlsruhe (mjo). Der Andrang an Acht- und Neuntklässlern an der Heinrich-Hübsch-Schule, der Carl-Hofer- und Heinrich-Meidinger-Schule sowie an der Gewerbeschule Durlach war gewaltig: Rund 2000 Schüler drängelten einen ganzen Vormittag zusammen mit ihren Lehrern und auch so manchen Elternteilen durch die Gänge der Schulen, von einer "lebenden Werkstätte" zur anderen. Denn das Besondere am Tag der Berufsinformation, den die Kreishandwerkerschaft (KH) Karlsruhe alljährlich organisiert, ist der praktische Bezug. Hier darf gehämmert, genagelt, gehobelt und gelötet werden. Man darf probieren, wie eine Kelle in der Hand liegt und was man alles mit einem Schieferhammer anfangen kann. Zum Beispiel Schieferherzen formen und diese dann mit nach Hause nehmen.
Auszubildende der jeweiligen Berufe gaben den Schülern nicht nur die Eindrücke von ihrem Alltag wider, sie zeigten auch, was wichtig ist, was man können muss und welches die Voraussetzungen für die Ausbildung sind. Dazu zählt, dass man in Deutsch und in Mathe ein brauchbare Note vorzeigen kann. Darüber wurde in der Schmiede gesprochen, bei den Schreinern, bei den Dachdeckern, den Elektrikern, den Konditoren, den Metzgern, den Friseuren, den Fotografen, und, und, und...
Die Schülerinnen und Schüler aus den Haupt-, Real- und Sonderschulen hatten Gelegenheit, sich insgesamt 30 verschiedene Berufe ganz aus der Nähe anzuschauen. Insgesamt hatten sich 14 Innungen am Tag der Berufsinformation beteiligt. Es gab auch bereits viele Anfragen für Praktika, berichtete KH-Geschäftsführer Engelbert Wangler.

Anlässlich des Jubiläums - 20 Jahre Tag der Berufsinformation - hatte die Kreishandwerkerschaft gleichzeitig zu einem kleinen Festakt in die Werkstätten der Heinrich-Hübsch-Schule geladen. Kultusminister Helmut Rau hatte seine Anwesenheit zugesagt, musste jedoch wegen des Amoklaufs in Winnenden seine Teilnahme absagen. Schulpräsident Werner Schnatterbeck lobte als sein Vertreter das Duale Schulsystem, dessen Vorbildcharakter in ganz Europa anerkannt sei. Dem Handwerk und den Schulen dankte er für ihr Engagement bei der Berufsinformation. Diese sei für die jungen Menschen eine große Hilfe beim Start ins Berufsleben.
Auch Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann hob vor zahlreichen Politikern und Vertretern von Handwerk, Wirtschaft und Verwaltung den Erfolg des Dualen Ausbildungssystems hervor. Der Info-Tag sei im Laufe der Jahre zu einer festen Institution geworden, betonte er. Wirtschaftbürgermeisterin Margret Mergen hoffte, dass sich viele junge Menschen für das Handwerk begeistern, nachdem sie in den "lebenden Werkstätten" einen ersten Eindruck davon bekommen haben, was auf sie zukommen könnte.

Berufsinformationstag 2009 Berufsinformationstag 2009 Berufsinformationstag 2009

Das Handwerk bietet den Jugendlichen viele Karrierechancen.
1) Schreiner
2) Metallbauer
3) Mediengestalter Fotos: mjo


Presse-Information 18.03.2009
Briefe in Gold für 49 Meister

Erwin Vetter: Handwerker schaffen Werte und übernehmen Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft

Karlsruhe (mjo). In einer Feierstunde der Karlsruher Kreishandwerkerschaft freuten sich 49 Handwerksmeister über ihren "Goldenen Meisterbrief." Erwin Vetter, ehemaliger baden-württembergische Sozialminister und Ehrenmeister der Karlsruher Kreishandwerkerschaft betonte in seiner Festrede im Atrium der Karlsruher Sparkasse: "Handwerk ist das Gegenmodell zu den Luftmodellen, die uns die derzeitige Wirtschafts- und Finanzkrise beschert haben. Denn Handwerker schaffen Werte, Produkte und Dienstleistung, und sie übernehmen Verantwortung für Mitarbeiter und Gesellschaft."
Vor rund 200 Gästen aus Handwerk, Politik, Wirtschaft und Verwaltung überreichten Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann, Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil sowie Erwin Vetter die gerahmten "Goldene Meisterbriefe" an Handwerker, die vor 50 Jahren ihre Meisterprüfung abgelegt haben. Spitzenreiter war das Elektroinstallateur- und Elektromechanikerhandwerk mit 15 rüstigen Herren, die strahlend ihre Urkunde in Empfang nahmen. Auf Platz zwei dieser Jubiläumsliste kamen die Bäcker mit elf Meister. Zwei Herren durften sich über je zwei "Goldene Meisterbriefe" freuen: Friedrich Filsinger und Helmuth Leinweber, beide Blechner- und Installateurmeister.
Sparkassendirektor Ralph Ganz bezeichnete das Handwerk als "Motor der deutschen Wirtschaft". In den inhabergeführten Betrieben würden die Chefs ihr Schicksal eng mit dem des Betriebes verbinden. Zu Mitarbeitern und Kunden unterhielten sie ganz andere Beziehungen als Großbetriebe. Die Sparkasse sei gerne Finanzierungspartner des Handwerks.
Kammerpräsident Wohlfeil appellierte an die Betriebsinhaber, in die Ausbildung ihrer Lehrlinge zu investieren. Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann zeigte sich überzeugt, dass es im Handwerk trotz Wirtschaftskrise weitergehen werde.

Goldenener Meisterbrief 2009 Goldenener Meisterbrief 2009 Goldenener Meisterbrief 2009 Goldenener Meisterbrief 2009

1) Gruppenbild "Goldene Meister"
2) Gruppenbild Elektroinstallateur- und Elektromechanikermeister
3) Gruppenbild Bäckerhandwerksmeister
4) Gruppenbild Maler- und Lackierer mit Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann (l.) und
    Kammerpräsident Joachim Wohlfeil (2.v.r.). Fotos: mjo


Presse-Information 7.01.2009
"Noten der Absolventen sind besser geworden"
Freisprechungsfeier mit mehr als 300 Gesellen / Festredner war Weihbischof Paul Wehrle / Feinmechaniker beliebtester Beruf

Bruchsal (mjo) "Ihr Gesellenbrief ist nicht nur ein Freibrief, er ist zugleich ein Zeichen der Anerkennung. Denn es wird Ihnen positiv zugetraut, ihr eigenes Können in einem größeren Horizont zu sehen. Sie werden mit dem heutigen Tag zur eigenverantwortlichen Person in der Gesellschaft," erklärte der katholische Weihbischof Paul Wehrle aus Freiburg bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft Karlsruhe in Bruchsal.

Den 300 frisch gebackenen Gesellinnen und Gesellen wünschte er, dass sie es schaffen mögen, ihre eigenen Fehler zu sehen, dafür um Entschuldigung zu bitten, und die Fehler anderer zu verzeihen. In seiner Festansprache, der das große Auditorium mucksmäuschenstill lauschte, sprach Wehrle auch davon, dass Freiheit und Verbindlichkeit sich nicht gegenseitig ausschließen. Freiheit sei vor allem die Möglichkeit, sich mit Verantwortung und Entschiedenheit für den eigenen Weg zu entscheiden.

Unter den 300 jungen Menschen, die das Ende ihrer Ausbildung feierten, waren 42 junge Frauen. Wie der stellvertretender Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann mitteilte, "ist die Zahl der Absolventen in diesem Jahr um 20 größer als im vergangenen Jahr". Auch der Notenschnitt habe sich gebessert, und zwar von 3,3 auf 3,13. Die Note "sehr gut" sei viermal vergeben worden. Viel Lob für die Leistung gab es auch von Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann.

Die Hitliste der Berufe wird von 59 Feinmechanikern (darunter drei Frauen) in drei Fachrichtungen angeführt. Es folgen 50 Tischler (darunter zwei Frauen), und auf Platz drei 39 Kraftfahrzeugmechatroniker (eine Frau). Bei den jungen Frauen ist der Friseurberuf (25) am beliebtesten.

Geehrt wurden 28 junge Gesellen, die beim Praktischen Leistungswettbewerb der Handwerksjugend Trophäen geholt haben. An der Spitze war die Schuhmacherin Anna Meirer, die vom Badischen Staatstheater in Karlsruhe ausgebildet wurde, und es zur Bundes-, Landes- und Kammersiegerin ihres Faches geschafft hatte. Geehrt wurden außerdem die 27 Nachwuchskräfte mit den Prüfungsergebnissen bei der Gesellenprüfung. Die beste Note, 1,2, konnte der Maurer Tobias Merwald, ausgebildet von Schmid Bauunternehmen in Bretten-Gölshausen, verbuchen.

Der Bruchsaler Oberbürgermeister Bernd Doll würdigte am Ende die Leistung der vier besten Prüflinge des Jahres, darunter waren neben Anna Meirer und Tobias Merwald auch die Bürokauffrau Jennifer Zapp, ausgebildet von der Handwerkskammer Karlsruhe, sowie der Tischler Benjamin Müller, ausgebildet von Vortisch Innenausbauten in Pforzheim. Auch sie freuten sich über die Note 1,2. "Sie finden gute Arbeitsplätze und beste Fortbildungsmöglichkeiten hier im Landkreis", rief der Erste Landesbeamte Ralph Schlusche den jungen Leuten zu, und auch Handwerkskammerpräsident Joachim Wohlfeil ermunterte sie, ihr Kenntnis- und Fähigkeitsspektrum zu erweitern.

Freisprechungsfeier 2008 Freisprechungsfeier 2008

Bild links: Paul Wehrle ehrte bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft mit Kevin Bantz den besten Konditor.
Bild rechts: Rechts der stellv. Kreishandwerksmeister Gerhard Feldmann, 2.v.r.: Weihbischof Wehrle.

Freisprechungsfeier 2008 Freisprechungsfeier 2008

Bild links: Der Bruchsaler Oberbürgermeister Bernd Doll (Mitte) ehrte den Tischler Benjamin Müller(links) sowie den Maurer Tobias Merwald.
Bild rechts: Paul Wehrle ehrte bei der Freisprechungsfeier der Kreishandwerkerschaft mit Janine Rittmann die beste Friseurin.
Fotos: mjo