„Die guten Verdienstmöglichkeiten im Handwerk deutlicher machen”

Karlsruhe (mjo) In der Chefetage der Kreishandwerkerschaft (KH) Region Karlsruhe gab es einen Wechsel: Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann gab kürzlich den Stab an seinen Stellvertreter Frank Zöller weiter. Eine Änderung gab es auch in der Geschäftsführung: Engelbert Wangler ging nach über 40jähriger Tätigkeit in den Ruhestand. Seinen Platz nahm am 1. März die studierte Volkswirtin Anna Christine Roß ein.

Insgesamt 16 Jahre bestimmte Kreishandwerksmeister Friedrich Hoffmann die Richtung in der Dachorganisation der Innungen in der Region. In seine Ägide fällt der Start der „Handwerkswelten“, als Schaufenster der Innungen in Zusammenarbeit mit der Wirtschaftsförderung Karlsruhe – zunächst auf dem Marktplatz und später auf dem Stephanplatz.

Stolz ist Hoffmann auf die Kooperation mit der Klima- und Energieagentur der Region. Außerdem erinnert der 64-Jährige an die Zusammenarbeit mit der Pädagogischen Hochschule, die 2002 ihren Anfang nahm. Damals präsentierten Innungs-obermeister ihre Branche den Studierenden in Vorlesungen. In Hoffmanns Amtszeit fällt auch die Initiative „Übergabe der goldenen und diamantenen Meisterbriefe“ so-wie der große Gemeinschaftsstand der Innungen bei der Messe „Einstieg Beruf“. Friedrich Hoffmann engagierte sich rund 30 Jahre ehrenamtlich. Unter anderem als Obermeister und Geschäftsführer des Schornsteinfegerhandwerks im Regierungsbezirk Karlsruhe.

Sein Nachfolger, Frank Zöller, war bis zur Wahl zum Kreishandwerksmeister als Obermeister der Innung für Sanitär- und Heizungstechnik (SHK) Karlsruhe-Bruchsal tätig. Der 50-Jährige, der in Karlsruhe einen Betrieb mit acht Angestellten leitet, richtet sein Augenmerk auf zwei Handlungsfelder: Auf die Auswirkungen des demografischen Wandels und auf die zunehmende Digitalisierung „Wirtschaft 4.0“, die nach seiner Auffassung auch vor dem Handwerk nicht halt macht.

Beim Thema Demografie legt Zöller Wert auf die Sicherung von Fachkräften. „Der beste Weg dazu ist die Ausbildung junger Menschen“, sagt er. „Wir müssen die Attraktivität des Handwerks und die guten Verdienstmöglichkeiten deutlicher machen“. Dies solle vor allem bei Schulbesuchen im Wirtschaftsunterricht geschehen, der ab 2016 im Lehrplan verankert sei. Öffnen möchte Zöller das Handwerks auch für Studienabbrecher, die er sich gut als kommende Führungskräfte vorstellen kann.

Von ihrem langjährigen Geschäftsführer Engelbert Wangler hat sich die Kreishandwerkerschaft (KH) Ende März verabschiedet. In vielen Redebeiträgen ließen Weggeführten Stationen seines Engagements aufleben. Als Dank für seinen unermüdlichen Einsatz ernannte die KH Wangler zum Ehrenmeister der Kreishandwerkerschaft.

Die neue Geschäftsführerin, Anna Christine Roß, äußert sich begeistert über die „vielfältigen Herausforderungen“ in ihrer Arbeit für das Handwerk, denen sie engagiert und flexibel begegnen will. Ihr Interesse gilt vor allem der wirtschaftspolitischen Gremienarbeit. In Netzwerken und Arbeitskreisen möchte sie darüber informieren, welche Themen das Handwerk in der Region bewegt. Der Informations- und Erfahrungstausch helfe, auf aktuelle Fragen wirtschaftsnah zu reagieren und Trends zur Förderung der Mitglieder frühzeitig zu erkennen. Außerdem möchte sie die Öffentlichkeitsarbeit sowie Veranstaltungen zur Nachwuchsgewinnung optimieren.

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Schlüsselübergabe: Links die Neuen der Kreishandwerkerschaft, Anna Christine Roß und Frank Zöller, rechts die Verabschiedeten Friedrich Hoffmann und Engelbert Wangler. Foto: mjo/pr

Wechsel in der Kreishandwerkerschaft (doc, 84 KB)
Schlüsselübergabe in der Kreishandwerkerschaft KA (jpg, 402 KB)
2019-01-28T15:16:02+00:0010. August 2015|